Outdoor-Sportmuffel können wieder ran an die Geräte

Fitnessstudios dürfen ab Montag öffnen

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Birgit Kesseler, Geschäftsführerin des Topfit Clubs in Kaufbeuren, hat wieder gut lachen: Ab Montag dürfen Fitnessstudios wieder öffnen. Die Roll-Ups zwischen den Geräten dienen als Schutz vor Corona-Infektionen.

Kaufbeuren/Landkreis – Auf diesen Tag haben Sportbegeisterte lange gewartet: Ab kommenden Montag, 8. Juni, sind Fitnessstudios wieder offen. Sportbegeisterte sehnen sich seit Längerem wieder nach Bewegung. Zwar darf nur auf Abstand trainiert werden, doch die Begeisterung, dass wieder „gesportelt“ werden darf, ist bei vielen enorm.

Die lange Leidenszeit für die Fitnessstudios ist vorüber. Die Vorbereitungen im Topfit-Club Sport und Wellnesscenter in Kaufbeuren sind abgeschlossen. Geschäftsführerin Birgit Kesseler und ihr Team fiebern dem Neustart entgegen. Knapp drei Monate durften die Räumlichkeiten durch die Mitglieder nicht betreten werden. „Ich freue mich total, dass es wieder losgeht. Wir haben eine schwere Zeit gehabt, ohne Einnahmen“, sagte Kesseler im Gespräch mit dem Kreisbote. Auch für ihre Mitarbeiter sei es kein Zuckerschlecken gewesen. Nicht nur, dass die 450 Euro-Kräfte nichts in der Lohntüte hatten, sie musste sogar zwei ihrer Festangestellten in Kurzarbeit schicken. Hart war es für die Selbständigen, die in dieser Zeit kein Geld verdienen konnten. Allerdings werden nicht alle Mitarbeiter am Montag beim Auftakt am Start sein. Denn alle Bereiche kann Birgit Kesseler vorerst nicht anbieten. Sauna und Duschen sind bis auf Weiteres gesperrt. Auch die Umkleidekabinen dürfen nicht benutzt werden. Spinning ist nicht erlaubt und auch die Soccer-Arena ist noch nicht freigegeben.

„Ich musste mich pausenlos informieren“, beklagte Kesseler. Fast täglich gab es Änderungen. Was die Belegung der Kurse angeht, hat die Geschäftsführerin im Vorfeld unterschiedliche Informationen erhalten. So dürfen Reha-Kurse wieder angeboten werden. Allerdings darf bei Pilates, Qi Gong und Bauch-Beine-Po die Teilnehmerzahl von fünf Personen nicht überschritten werden.

Nur 50 Personen dürfen zeitgleich im über 1000 Quadratmeter großen Trainingsbereich trainieren. Damit diese Zahl nicht überschritten wird, sorgt ein sogenanntes „Check-in-System“ für Sicherheit. Es erfasst sämtliche Besucher. „Der Zulauf dürfte sich in Grenzen halten“, geht Kesseler davon aus, dass ihre Mitglieder zur Wiedereröffnung das Studio nicht stürmen werden. Die Reaktionen darauf, dass es wieder losgeht, sind jedoch gewaltig. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen.“

Das Hygiene- und Schutzkonzept kostete Birgit Kesseler im Vorfeld jede Menge Arbeit. So wurden am Empfang zwei Plexiglasscheiben angebracht, auf dem Boden sind mit Aufkleber Hinweise markiert, die die Mitglieder darauf hinweisen sollen, dass der Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden soll. Selbst die Laufwege sind gekennzeichnet. Schon vor dem Eingang werden die Mitglieder auf die Regeln hingewiesen.

Auf das Topfit-Team, wie auch auf alle anderen Fitnessstudios, wartet keine leichte Aufgabe. Sie müssen gewährleisten, dass die Mitglieder auch den nötigen Abstand zueinander wahren. Hinzu kommt, dass ein großer Mehraufwand in der Hygiene besteht: So müssen Türklinken und Geräte kontinuierlich desinfiziert werden. Darüber hinaus ist auch für ausreichend Frischluft zu sorgen. Doch diese nun geforderten Maßnahmen sind Birgit Kesseler überhaupt nicht fremd. „Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum Fitnessstudios schließen mussten. Schon vor Corona gab es bei uns ein hohes Maß an Hygienesicherheit“, verwies sie dabei auf die Desinfektionsflaschen, die überall bei den Sportgeräten zur Verfügung stehen. „Bei uns wird sich nicht vieles ändern, außer, dass beim Betreten des Studios ein Mundschutz getragen werden muss.“ Natürlich ist die Hoffnung groß, dass bald auch hier wieder eine „neue Normalität“ einkehrt. Seit über 20 Jahren ist Kesseler nun in der Fitnessbranche tätig. Die Corona-Pandemie hat auch für sie eine bleibende Wirkung hinterlassen. „Ich hoffe nur, dass wir ab September oder Oktober unter normalen Umständen wieder trainieren dürfen.“

von Stefan Günter

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