Flaue Entscheidung

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DANJA KRESS Marktoberdorf – Nicht begeistert zeigten sich die Marktoberdorfer Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung über den geplanten Zusammenschluss zwischen der Marktoberdorfer und der Biessenhofener Hauptschule. Dennoch stimmten sie letztendlich mit 18:4 Stimmen für diesen so genannten „Schulverbund“. Ziel ist es, so Bürgermeister Werner Himmer, „auch der wesentlich kleineren Hauptschule in Biessenhofen zu ermöglichen, die Kriterien für eine Mittelschule zu erfüllen“. Ganztagesbetreuung, intensive Zusammenarbeit mit Berufsschule und Industrie und drei profilbildende Zweige – das sind die Kriterien, die eine Hauptschule erfüllen muss, um sich künftig Mittelschule nennen zu können, erklärte Schulamtsdirektor Eduard Gapp (CSU). Kein Problem stellt dies für die Marktoberdorfer Hauptschule als größte Schule im Landkreis dar. Anders sieht es da bei der wesentlich kleineren Biessenhofener Schule aus. Eine Lösung erhofft man sich durch den Zusammenschluss der beiden Schulen – was die eine Schule nicht leisten kann, soll von der anderen aufgefangen werden. Stadträtin Ulrike Wieser (SPD) äußerte Bedenken wegen des unausweichlich eintretenden „Schülertourismus“. Laut Gapp werde der Kernunterricht jedoch an vier Wochentagen an beiden Schulen ganz normal stattfinden. Nur an einem Tag würden die Profilfächer unterrichtet. In Biessenhofen gibt es Gapp zufolge aber nur zwei verschiedene Profilfächer. Die Marktoberdorfer Schule bietet hingegen auch künftig alle Profilfächer an. Das heißt, es müssten nur Biessenhofener Schüler nach Marktoberdorf und nicht umgekehrt. „Für Marktoberdorf gibt es keinen Vorteil – aber auch keinen Nachteil“, resümiert Bürgermeister Himmer. Biessenhofen aber erhalte Mittelschulstandard. CSU-Fraktionsvorsitzender Markus Singer bezeichnete die Einführung der Mittelschule generell als „Etikettenschwindel“. Damit werde ein marodes Schulsystem nur dem Namen nach aufgewertet. Dennoch werde er dem Schulverbund zustimmen. Singers Kritik schlossen sich Axel Maaß (Grüne), Peter Grotz (Freie Wähler) und mehrere andere Räte an. Letztendlich entschied der Stadtrat aber mit großer Mehrheit für den Schulverbund.

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