Fließender Übergang

Kommandantenwechsel: Thomas Enzensberger an der Spitze der Feuerwehr MOD

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Der Kommandant und sein Vize im Einsatzleitwagen: Thomas Enzensberger (am Steuer) und Michael Strauß. Hinter dem Fahrzeug steht Vorgänger Rasso Rehle.

Marktoberdorf – Beim Oberen Lechgaufest in Prem war er einer von 4000 Trachtlern in der kleinen Gemeinde. Da war er in der Gruppe der „Wertachtaler“ aus Marktoberdorf. Doch viel öfters als in die Tracht schlüpft Thomas Enzensberger (42) in den Schutzanzug bzw. in die Uniform. Aus gutem Grund: Seit Juli ist er Kommandant der Marktoberdorfer Feuerwehr, die 110 Aktive zählt.

Der Übergang vom bisherigen zum neuen Kommandanten soll fließend erfolgen. Darin stimmen Thomas Enzensberger und sein Vorgänger Rasso Rehle im Gespräch mit dem Kreisbote überein. Nach einem Monat an der Spitze der Marktoberdorfer Wehr bekundet Enzensberger, „das eine oder andere Eingefahrene“ überdenken zu wollen und manches durchaus auf den Prüfstand zu stellen. Doch er wisse, dass es bei den wesentlichen Dingen passt – sei es in der Mannschaft oder bei der Ausstattung.

Stichwort Fließender Übergang: Enzensberger ist regelmäßig in Kontakt mit Rasso Rehle (52). Sieben Jahre war er Kommandant bei der Markt­oberdorfer Wehr; zunächst kommissarisch nach dem Rücktritt von Peter Osterried, der 2012 im Alter von 60 Jahren aufhörte, und dann eine Periode von 2013 bis 2019. Rehle hatte heuer nicht mehr kandidiert, weil sein Beruf als selbstständiger Brandschutzingenieur und der zeitliche Aufwand für den Posten des Kommandanten nicht zu stemmen seien.

Federführend im Stadtgebiet

Als Chef der größten Wehr in Marktoberdorf ist Enzensberger genauso wie sein Vorgänger automatisch der federführende Kommandant – also auch für die sechs Ortsteile, die zur Kreisstadt gehören. Das hat konkrete Auswirkungen im Einsatzfall; das bedeutet aber zudem koordinatorische Aufgaben bei den Fragen, wo die Stadt wann welche Investitionen im Feuerwehrwesen vornimmt. So ist der Marktoberdorfer Kommandant auch thematisch eingebunden, wenn für Bertoldshofen laut Stadtratsbeschluss im Jahr 2020 ein neues Löschfahrzeug gekauft wird.

Enzensberger ist für eine starke Truppe verantwortlich. Heuer zählt die Wehr 25 Aktive mehr als noch 2012. Was ihn besonders freut: Seit Anfang Juli sind fünf Quereinsteiger hinzugekommen. Einer davon ist Kaminkehrer, schildert Enzensberger mit einem Schmunzeln. Bei den 110 Aktiven ist die Jugendgruppe mitgerechnet.

„Das Potenzial sind die Menschen, die freiwillig den Dienst verrichten – nicht die Fahrzeuge; die kann man kaufen.“ So beschreibt Vorgänger Rehle, der weiterhin in der Wehr bleibt, den Stellenwert der Aktiven. Marktoberdorf ist eine der vier Stützpunktfeuerwehren im flächengroßen Landkreis Ostallgäu. Zu technischen Hilfeleistungen rücken die Männer nach Osten bis Rettenbach aus, nach Süden bis Stötten und Wald, nach Westen auf der B 12 bis zur Landkreisgrenze und nach Norden bis Biessenhofen.

Die Familie ist in Thalhofen zu Hause

Thomas Enzensberger ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von elf und sieben Jahren. Mit der Familie wohnt er in Thalhofen. Seit 25 Jahren arbeitet der Schreiner im selben Betrieb. So lange ist er auch bei der Marktoberdorfer Feuerwehr. In der Kreisbrandinspektion Ostallgäu ist er (noch) der verantwortliche Mann für den Fachbereich Atemschutz.

Bei der Wahl im Frühjahr setzte sich Enzensberger gegen den Mitbewerber Bastian Nortemann durch. Der war bisher Stellvertreter. Nortemann bleibt Gerätewart für die Marktoberdorfer Feuerwehr, der bei der Stadt angestellt ist.

Neuer stellvertretender Kommandant wurde Michael Strauß. Er ist 32 Jahre alt. Der Programmierer, der 2011 aus beruflichen Gründen von Thüringen nach Marktoberdorf kam, gehört seit 21 Jahren der Feuerwehr an. 2013 wurde er Ausbilder für Atemschutz, 2016 Gruppenführer und 2018 Zugführer.

Enzensberger war seit 2012 Zugführer. Mit der Übernahme des Kommandantenpostens hat er die wöchentliche Arbeitszeit in der Schreinerei reduziert. Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag erledigt er außerhalb von Einsätzen Aufgaben für die Feuerwehr. Für den ersten Kommandanten gibt es ebenso wie für den Stellvertreter eine Aufwandsentschädigung der Stadt.

jj

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