Einschlägig vorbestraft

Diebstahl: 29-jähriger Kaufbeurer zu zehnmonatiger Freiheitsstrafe verurteilt

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Kaufbeuren – Eines besonders schweren Falls des Diebstahls hat sich ein 29-jähriger Kaufbeurer schuldig gemacht, weil er im August letzten Jahres ein Mountainbike entwendet hatte. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht bis zuletzt, den Diebstahl nicht begangen zu haben, doch seiner Version der Geschichte wollte das Gericht keinen Glauben schenken. Der bereits einschlägig vorbestrafte Mann wurde vom Kaufbeurer Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Der junge Mann, dem das über 500 Euro kostende Mountainbike gehörte, hatte das Rad am Bahnhof in Ebenhofen abgestellt. Wie er vor Gericht schilderte, sei das Rad bei seiner Rückkehr nicht mehr da gewesen, vorgefunden habe er nur das aufgebrochene Fahrradschloss. Im Rahmen einer Polizeikontrolle konnte das Rad, das als gestohlen gemeldet wurde, schließlich sichergestellt werden. Inzwischen hat der junge Mann sein Rad wiederbekommen. Der Polizeibeamte bestätigte in der Verhandlung, dass ein Kumpel des Angeklagten mit dem Mountainbike unterwegs gewesen war, als er angehalten wurde. Bei der Befragung des Angeklagten habe dieser behauptet, das Fahrrad rechtmäßig erworben zu haben. „Ich habe es nicht geklaut“, beteuerte der 29-Jährige auch immer wieder während der Verhandlung. In Biessenhofen sei er „noch nie gewesen“. Stattdessen erzählte er eine ganz eigene Version der Ereignisse, die auch seine Freundin in ihrer Zeugenaussage bestätigte: So habe er das Rad bei einem Gebrauchtwarenmarkt in Kaufbeuren gekauft; ein Mann, der „draußen ums Eck“ stand, den er als „südländischen Typen“ beschrieb und der sich als Mitarbeiter vorgestellt habe, hätte ihm das Mountainbike für 80 Euro angeboten. Der 29-Jährige habe nach entsprechenden Papieren gefragt, da die Fertigstellung dieser laut dem Verkäufer aber einige Zeit in Anspruch nähme, hätte der Angeklagte derweil einen anderen Termin wahrgenommen, bei seiner Rückkehr sei der Mann allerdings nicht mehr da gewesen.

„Abenteuerliches Szenario“

Für sehr unwahrscheinlich hielt ein Mitarbeiter des Gebrauchtwarenmarkts das geschilderte Szenario. Seiner Aussage nach gebe es im Secondhand-Shop keine Räder in dieser Preiskategorie zu kaufen. Auch, dass jemand unrechtmäßig seine Räder vor dem Geschäft hinstellt und zum Verkauf anbietet, sei schwer vorstellbar und bis dato nicht vorgekommen. Das Gericht wollte der Version des Angeklagten auch nicht so recht glauben. Die Geschichte, dass einem vor dem Laden von einem Unbekannten ein Rad „angedreht wird“, hielt die Staatsanwaltschaft für „abenteuerlich“. 

Der Verteidiger warf ein, dass es dem 29-Jährigen am Tag der Tat wegen der nachweislichen Wahrnehmung eines behördlichen Termins zeitlich schwer möglich gewesen sein dürfte, ein Rad am Ebenhofener Bahnhof zu klauen. Die Staatsanwältin hielt dies aber durchaus für realistisch. Der Angeklagte sei schon mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Diebstahls. Nach eigener Aussage habe der Vater von zwei Kindern vor Gericht immer ehrlich seine Schuld eingestanden, in diesem Fall habe er die Tat aber nicht begangen. Das sah die Richterin entschieden anders; sie hielt seine Aussagen und das Szenario mit dem „untergejubelten Rad“ für unglaubwürdig. Die verhängte Freiheitsstrafe begründete das Gericht damit, dass auch die zweifache offene Bewährung zum Tatzeitpunkt den Mann nicht davon abhielt, den Diebstahl zu begehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

von Mahi Kola

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