Forderung löst Diskussion aus

Gleis 1 am Buchloer Bahnhof soll anschlagssicher werden

+
Autofahrer finden immer eine Lücke. Über die Parkbuchten am Bahnhof kann man theoretisch über den Vorplatz bis zu Gleis 1 fahren. Absperrungen sollen dies zukünftig verhindern.

Buchloe – Eigentlich ist der Bahnhofsvorplatz vor der Volkshochschule und Stadtbücherei für Kraftfahrzeuge gesperrt. Trotz der Absperrung mit Metallstangen und Sitzbänken gelingt es aber immer wieder Autofahrern, direkt vor das Bahnhofsgebäude oder die Stadtbücherei zu fahren. Das rief nun die Bahn auf den Plan. Sie informierte die Stadt, dass das zuständige Eisenbahn-Bundesamt die Auflage erteilt habe, dass zu Gleis 1 keine Kraftfahrzeuge gelangen dürfen. Hintergrund dürfte die Sorge vor Anschlägen sein.

„Dem müssen wir grundsätzlich nachkommen“, sagte Bürgermeister Josef Schweinberger in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Offen blieb aber zunächst, wie das geschehen soll. Die zukünftige Planung sieht vor, Fahrradständer hinter dem Gebäude der Stadtbücherei zu errichten. Dann wäre Gleis 1 abgeschirmt.

Stadtbaumeister Stephan Müßig schlug dem Bauausschuss vor, den kompletten Bahnhofsvorplatz mit Steinabsperrungen so abzuschirmen, dass kein Fahrzeug mehr durchkomme. Dafür wären 18 würfelförmige Poller in den Maßen 50x50x50 Zentimeter nötig, Stückpreis 631 Euro. Allein das Gewicht der Poller mit rund 260 Kilogramm hätten den Vorteil, dass sie nicht verrückbar seien und hoch genug, um von Autofahrern auch im Winter bei Schnee gut wahrgenommen werden können. Mit den Pollern würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Forderungen der Bahn würden erfüllt und es sei gewährleistet, dass kein Auto mehr auf dem Bahnhofsvorplatz fahren könne, auch nicht versehentlich.

Der Vorschlag kam aber bei einigen Mitgliedern des Bauausschusses überhaupt nicht gut an. Stadtrat Lothar Scholze (UBI) zeigte sich „entsetzt“. Der schöne Bahnhof werde durch einen Haufen Steine verschandelt. „Ich kann es nicht glauben.“ Auch Elfriede Klein (Grüne) findet den Plan zu steinlastig und schlug deshalb bepflanzte Absperrungen vor. Franz Lang (FWV) regte an, statt der Betonwürfel die Absperrung mit Holzquadern zu machen. Kritik an der Bahn kam von Herbert Barthelmes (CSU): „Das ist eine utopische Forderung“. Er betonte, man solle die Forderung nicht umsetzen. Maximilian Hartleitner (parteilos) findet Metallpfosten optisch ansprechender, die hätten aber den Nachteil, dass daran wieder Fahrräder angekettet würden.

Benjamin Leinsle (CSU) belegte mit einem Handyfoto, dass es keineswegs nur „verwirrte alte Menschen“ sind, die versehentlich auf den Bahnhofsvorplatz fahren. Das Foto zeigte einen „protzigen SUV“ direkt vor der Stadtbücherei.

Zur Sprache kam abschließend von Rathauschef Josef Schweinberger der Vorschlag einer Minimallösung. Zwei oder drei Betonklötze könnten die Zufahrt zum Gleis 1 neben dem Gebäude der Stadtbücherei abschirmen. Damit sei die Forderung der Bahn erfüllt. Der Nachteil dieser Minimallösung sei, dass man dann aber immer noch auf den Vorplatz fahren kann, beispielsweise über die beiden Parkbuchten. Das nahmen die Stadträte bei der Abstimmung in Kauf, wollen aber das Verhalten der Falschparker weiter im Auge behalten. Einzig Manfred Beck (SPD) fand diesen Vorschlag nicht gut und würde es lieber sehen, dass der Bahnhofsvorplatz komplett dicht für Autofahrer ist, ohne jedes ­Schlupfloch.

von Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Erster aufrecht gehender Menschenaffe war ein Allgäuer
Erster aufrecht gehender Menschenaffe war ein Allgäuer
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
AGCO/Fendt: Paffen und Gschwender gehen in Ruhestand
AGCO/Fendt: Paffen und Gschwender gehen in Ruhestand
Maximilian Hartleitner möchte Bürgermeister von Buchloe werden
Maximilian Hartleitner möchte Bürgermeister von Buchloe werden

Kommentare