Fachmarktzentrum "Forettle": Investoren und Mieter stellen auf Infoveranstaltung Pläne vor

"Ein Wandel muss sein!"

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Hell und großräumig soll sich das FMZ „Forettle“ auch innen präsentieren.

Kaufbeuren – Mit Spannung wurde der zweite Informationsabend im Hinblick auf die Ansiedlung des Fachmarktzentrums (FMZ) „Forettle“ in Kaufbeuren erwartet. Nicht ohne Grund, hatte doch die Stadt als Veranstalter alle Beteiligten ins Boot geholt.

Die Stadt Kaufbeuren hatte zur zweiten Informationsveranstaltung über das Fachmarktzentrum (FMZ) „Forettle“ alle Beteiligten aufgeboten. Äußerst groß war daher das Interesse der über 400 erschienenen Besucher. Entsprechend hoch war auch die Diskussionsbereitschaft, die – anders als noch bei der ersten Veranstaltung Anfang November – vor allem auch Befürworter des Projektes auf den Plan rief. 

Im Mittelpunkt stand das Ergebnis des Einzelhandelsgutachten von Dr. Manfred Heider (wir berichteten) und dessen Kernaussage, dass das FMZ im Forettle der Altstadt weder schade noch nütze (wir berichteten). Viele Einwände der Bürger, die sehr wohl eine negative Auswirkung durch das FMZ auf die Altstadt befürchten, zielten aber genau in diese Richtung. So könne solch ein „riesiges Zentrum der Altstadt nur schaden“, erklärte eine Kaufbeurer Bürgerin. OB Bosse befand tatsächlich selbst, dass die Innenstadt für den Handel ein „schwieriges Pflaster“ sei und Baureferent Helge Carl erntete großen Beifall für seine Äußerung, dass die Bürger es ja selbst in der Hand hätten, den Einzelhandel zu fördern, wenn sie dort auch einkaufen würden, statt beispielsweise oft günstiger im Internet. 

Im Fokus stand aber vor allem die Planung des Investors. So konnte Ingenieur Bertram Mooser berichten, dass die Verkehrsanbindung zu den rund 250 vor- gesehenen Parkplätzen ausschließlich über die B16 (Am Graben) und dann mittels einer neu zu bauenden Brücke über den Mühlbach realisiert werden soll. Trotz neuer Ampeln für Fußgänger und Autos rechnet Mooser nicht mit großen Verkehrsbeeinträchtigungen – lediglich zwischen 16.30 und 17.30 Uhr könne es zu Rückstaus vor der Spittelmühlkreuzung kommen. 

Erstmals konnten die Bürger auch einen Blick auf den Gebäudekomplex gewinnen. Laut dem beauftragten Architekten Hanspeter Kottmair habe es vom ersten Denkanstoß bis hin zur aktuellen Planung rund zweieinhalb Jahre gebraucht. Zweimal sei der Kölner Architekt im Vorfeld in Kaufbeuren gewesen und habe die Stadt auf sich wirken lassen. Er machte klar, dass Kaufbeuren „kein Museum“ sei und ein Wandel sein müsse, trotz der „sehr schönen Altstadt“. Bewusst habe er ein Gebäude entworfen, das „zurückhaltend“ daherkomme und sich ins Stadtbild integriere. 

Rein gar nichts konnte Richard Drexl (Stadtratskandidat der Freien Wähler) dieser Planung abgewinnen: „Es erinnert mich an einen Schuhkarton, mit Architektur hat das wenig zu tun“. Bosse erklärte diesbezüglich, es sei „die Fassadensprache der Gutenbergstraße“ aufgegriffen worden. Für neue Vorschläge sei man jedoch offen – allerdings falle ihm selbst „nicht viel ein“, was dort passen könnte. Bosse wollte abschließend noch einmal deutlich gemacht wissen, das sich die Stadt beim Projekt Forettle bislang „zu Null-Komma-Null“ an irgendetwas gebunden habe. 

Dr. Jochen Ehlers von der Vermarktungs-GmbH Dr. Aldinger & Fischer stellte außerdem das aktuelle Raumkonzept vor. Im Erdgeschoss seien demnach Rewe, Woolworth, die Drogerie „dm“ und ein Anbieter für Tiernahrung sowie ein Textilgeschäft, ein Café und eine Apotheke geplant. Laut Bosse müsse man über letztere „noch einmal reden“. Im Obergeschoss soll „Expert“ einziehen. In diesem Zusammenhang nutzten auch einige zukünftige Mieter die Gelegenheit, ihre Unternehmen vorzustellen. So will Rewe auf rund 2500 Quadratmeter sein großflächiges Format mit rund 30000 Artikeln fahren. Rund 80 Arbeitsplätze würden entstehen. „Expert“ will nach 19 Jahren von der Sudetenstraße ins Forettle umziehen, dadurch erhofft sich das Unternehmen ein neues Kundenpotenzial. Die Verkaufsfläche, rund 1600 Quadratmeter, soll gleich bleiben. Arbeit finden dort dann 25 Mitarbeiter. 

Die Drogeriekette „dm“ versucht seit zehn Jahren, in Kaufbeuren Fuß zu fassen. Im Forettle würde ein Laden auf 750 Quadratmeter entstehen, der 15 Angestellten Arbeit bietet. von KAI LORENZ

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