Fachmarktzentrum Forettle: Konzept soll Anfang Juli dem Stadtrat vorliegen

Der Investor ist am Zug

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Der Stadtrat hat seine Bereitschaft signalisiert, im Forettle Einzelhandel zuzulassen. Jetzt ist der Investor am Zug.

Kaufbeuren – "Aufklärung" forderten jüngst einige Stadträte bezüglich des geplanten Einzelhandelszentrums am Forettle. Vor allem der "lange Stillstand" und "fehlende Transparenz" wurden bemängelt. Nun haben Investor Dr. Henrik Aldinger und der Geschäftsführer der A & F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH, Dr. Jochen Ehlers reagiert.

Offenbar geht die Umsetzung des anvisierten Fachmarktzentrums im Forettle einigen Stadträten nicht schnell genug. Auch der damit einhergehende Informationsfluss lasse zu wünschen übrig, so zumindest wird es in einem Antrag der Freien Wähler formuliert. Sie forderten Aufklärung zum aktuellen Stand des Projekts (wir berichteten). 

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses wur- de dem Gremium nun ein Schreiben des Investors Dr. Henrik Aldinger und des Geschäftsführers der A & F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH, Dr. Jochen Ehlers, vorgelegt, in dem die aktuellen Entwicklungen zum Bauprojekt skizziert werden. Demnach sind für das Vorhaben derzeit bereits Mietverträge über knapp 5.000 Quadratmeter für einen Lebensmittelmarkt (Rewe) und eine Drogerie (dm) abgeschlossen. Der Abschluss weiterer Mietverträge stehe zudem „kurz bevor“. Eine nahezu vollständige Vermietung sei dadurch verhindert worden, dass „der Wunschmieter für den Elektrofachmarkt (Media Markt) noch nicht zugesagt hat, da das Unternehmen aufgrund „extrem schlechter Unternehmens- und Branchenzahlen einen vorerst deutschlandweiten Expansionsstopp beschlossen hat und somit auch den Standort Kaufbeuren vorerst nicht belegen wird“, berichtet Ehlers in dem Schreiben und fügt hinzu: „Dessen ungeachtet verfolgen wir selbstverständlich weiterhin das Ziel, einen Elektrofachmarkt im Forettle anzusiedeln oder für diesen einen entsprechende Fläche vorzuhalten.“ Er rechne damit, dass es „nur eine Frage der Zeit“ sei, bis Media Markt wieder expandiere. 

Die Verfasser zeigen sich zuversichtlich, trotz dieses Rückschlags das Projekt Fachmarktzentrum zu realisieren – voraussichtlich Anfang Juli sollen für beide Seiten zufriedenstellende Ergebnisse präsentiert werden. OB Stefan Bosse betonte gegenüber dem Ausschuss erneut, dass nicht die Stadt Eigentümer besagter Fläche sei, sondern der Investor. Dieser könne dort planen, was er wolle. „Aber wenn er dort ein Fachmarktzentrum bauen will, muss er ein Konzept auf den Tisch legen und darauf warten wir“, so der Rathauschef. 

Stadtplaner Manfred Pfefferle ergänzte hierzu, dass der Stadtrat lediglich signalisiert habe, am Forettle ein Einzelhandelskonzept zuzulassen. Jetzt müsse man abwarten, was da komme. Aktuell jedenfalls sei aus Bosses Sicht keine „Visualisierung“ möglich. „Es macht keinen Sinn sich über die Gestaltung zu unterhalten, wenn die Inhalte noch nicht stehen“, ergänzte Pfefferle. 

Vor allem der momentane Rückzug des Elektronikfachmarkts stößt den Stadträten sauer auf. Denn ein Fachmarktzentrum ohne solch ein Angebot mache schließlich wenig Sinn, so die Stadträte. Ralf Nahm (SPD) lehnte daher das Ansinnen des Investors, erst einmal ohne Elektrofachmarkt zu planen und eine Fläche für diesen Bereich vorzuhalten, ab. Er befürchtet, dass, wenn es bei der Absage bleibt, die vorgehaltene große Fläche schließlich auf viele kleine Läden aufgeteilt werde. Auch Gerhard Bucher (CSU) sprach sich dafür aus, nur etwas anzusiedeln, was Kaufbeuren attraktiver macht. 

Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak erklärte noch einmal, dass der Investor die Erfahrung und auch die Power habe, solch ein Projekt umzusetzen. Er trat damit Zweiflern entgegen, die die Auffassung vertraten, der Investor habe sich wohl bei der Mietersuche verkalkuliert. Das Forettle sei ein wirtschaftlich toller Standort, so Knaak. Mit Blick auf die jahrelange vergebliche Mühe, das Forettle mit Wohnbebauung zu ertüchtigen, könne man doch die Pläne eines solchen Investors nicht einfach ignorieren und an alten Vorhaben (Wohnbebauung) festhalten. Er appellierte deshalb an das Gremium, nicht bereits jetzt schon das ganze Projekt „im Keim zu ersticken“. von KAI LORENZ

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