"Nicht zu beanstanden"

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Das Forettle ist Dauerthema im Rathaus.

Kaufbeuren – Es ist inzwischen ein Dauerbrenner-Thema im Rathaus: Das Fachmarktzentrum (FMZ) im Forettle. So auch in der jüngsten Sitzung des Kaufbeurer Bauausschusses. Eigentlich sollte der Bauantrag den Mitgliedern nur zur Kenntnisnahme vorgelegt werden, doch wieder entspann sich unter den Räten eine Diskussion, die sich dieses Mal besonders um die Pressearbeit der Grünen drehte.

Wenige Tage vor und am Tag des Bauausschusses gaben die Grünen nämlich Pressemitteilungen zum Thema Forettle heraus. In der ersten sprachen Oliver Schill und Fraktionsvorsitzende Ulrike Seifert von „Täuschung“, und prognostizierten einen Schaden für die Altstadt. In den endgültigen Bauplänen seien nämlich „statt großer Verkaufsflächen“ kleinteilige Läden vorgesehen, so die Pressemitteilung (wir berichteten).

In einer weiteren Pressemeldung erklärten die Grünen, dass „für die breite Öffentlichkeit die fatale Wirkung sichtbar“ würde, die aus der Änderung von 600 Quadratmetern Verkaufsfläche in 600 Quadratmeter Mietfläche resultiere. Stadtplaner Manfred Pfefferle betonte hingegen, dass die Mietflächen von mindestens 600 Quadratmeter den Vorgaben des Bebauungsplans und des dazugehörigen Durchführungsvertrages entsprächen. Ausnahmen seien zudem zulässig.

Nach derzeitigem Stand wird es im Forettle einen Lebensmittelmarkt mit 2700 Quadratmetern Verkaufsfläche, einen Laden für Schuhe, Hausrat und Bekleidung mit 1595 Quadratmetern Verkaufsfläche, einen Drogeriemarkt mit 702 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie drei weitere Läden für Hausrat und Bekleidung mit jeweiligen Verkaufsflächen von 450 bis 480 Quadratmetern geben. Daneben sind laut Pfefferle noch eine Apotheke, zwei Dienstleistungsbereiche, ein Schreibwarengeschäft und einen Gastronomiebetrieb mit kleineren Flächen geplant.

Pfefferle hob hervor, dass es somit nun sogar sechs größere Ladeneinheiten gebe und nicht, wie im Durchführungsplan ursprünglich dargestellte, fünf. Somit könne er keine Täuschung nachvollziehen. Auch bei der Fassadengestaltung seien die Vorgaben eingehalten und dem Durchführungsvertrag zu 99 Prozent entsprochen worden.

Im Bauantrag, der im Ausschuss zur Kenntnis genommen wurde, ist kein Elektromarkt vorhanden. Es sei der Wunsch des Bauträgers Ten Brinke Projektentwicklungs-GmbH gewesen, „so flexibel wie möglich“ zu sein. Insgesamt werde das FMZ eine Verkaufsfläche von 7136 Quadratmetern haben. Alle Flächen seien laut Pfefferle belegt.

Dr. Thomas Jahn (CSU) ist es ein Rätsel, dass in Kaufbeuren so lange und viel über das FMZ diskutiert würde. In Memmingen habe man ein sechsmal so großes FMZ nur einmal im Stadtrat besprochen, so Jahn. Die Planung ist laut Oberbürgermeister Stefan Bosse „nicht zu beanstanden“. Er sehe nicht, dass die „Auswirkungen auf die Altstadt maßgeblich“ seien.

Dies sah jedoch SPD-Stadtrat Ralf Baur anders: Wegen der Parkmöglichkeiten am FMZ werde es ein Problem für die südliche Altstadt geben, die „fußläufigen Beziehungen können sich verlagern“. Die Chancen, dass Läden in der Innenstadt zumachen müssen sei höher als dass sie „leben“. Seifert hob nochmals den Einwand der Grünen mit dem Unterschied zwischen Miet- und Verkaufsflächen hervor. Vor einem Jahr sei das ganze im Stadtrat erläutert worden und daher mache es „keinen Sinn, nochmals darüber zu sprechen“, argumentierte Pfefferle. Die Bürger seien damals „ausführlich darüber informiert“ worden. Auch Gerhard Bucher (CSU) sagte, dass man dem Projekt zugestimmt habe. Er befand das Verhalten der Grünen, kurz vor der Ausschusssitzung Pressemitteilungen herauszugeben, als „ausgesprochen schlechtes Spiel“.

Am Ende der Diskussion machte OB Bosse deutlich, dass man „insgesamt gut beraten sei, sich um die Attraktivität Kaufbeu­rens zu bemühen“. Dies sehe auch vor, ein Projekt wie das Fachmarktzentrum in Kaufbeuren zu verwirklichen.

von Martina Staudinger

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