Wie beschreibt man einen Standort im Wald?

Ein Schild kann Leben retten

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Buchloes 2. Bürgermeister Manfred Beck zeigte unserer Zeitung die neuen Schilder, die eine schnelle Hilfe im Notfall gewährleisten sollen.

Buchloe – Was gibt es Schöneres als einen Spaziergang durch den Wald. Wenn jedoch etwas Unvorhergesehenes passiert, beispielsweise eine Verletzung beim Joggen, ein Kreislaufzusammenbruch oder noch schlimmer, ein Herzinfarkt, kann sich der Spaziergang zum Drama entwickeln. Ein Handy hat fast jeder, aber wie beschreibt man den Standort im Wald?

Dafür gibt es jetzt eine Lösung. Im Buchloer Stadtwald und nicht nur dort gibt es sogenannte Rettungstreffpunktschilder.

Wer die Notrufnummer anwählt und die Bezeichnung nennen kann, darf mit schneller Hilfe rechnen. Wälder sind aufgrund ihrer Unübersichtlichkeit immer ein Problem für die Rettungsdienste. Lokale Flurbezeichnungen oder auch nur die verbale Beschreibung der Fahrstrecke im Wald sind für den Notruftelefonisten meistens unverständlich.

Die Idee stammt von der Bayerischen Forstverwaltung, genauer gesagt vom Buchloer Förster und Revierleiter Stephan Fessler aus seiner Dienstzeit im Ministerium. Dort entwickelte man das flächendeckende System von Rettungspunkten für ganz Bayern, die „Rettungskette Forst“. Es sind ja nicht nur Spaziergänge, die Hilfe benötigen. Auch Arbeitsunfälle von Forstarbeitern sind nicht selten.

Wie funktioniert das System praktisch? Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat dazu einen Flyer mit dem Titel „Richtig retten – Tipps für eine professionelle Hilfe bei Unfällen im Wald“ herausgegeben, der auch als Download im Internet verfügbar ist (www.stmelf.bayern.de).

Wichtig ist es, den Rettungstreffpunkt beim Notruf zu nennen. Dort sollten auch die Rettungskräfte abgeholt werden und zu dem Verletzten geführt werden. Notfalls müssten andere Spaziergänger verpflichtet werden, den Lotsendienst zu übernehmen.

Insgesamt gibt es heute schon mehr als 15.000 Standorte der Schilder bayernweit. Im Forstrevier Buchloe zwischen Großkitzighofen und Kaufbeuren sind rund 50 Rettungstreffpunkte festgelegt. In unmittelbarer Nähe zum Buchloer Stadtwald stehen an neun Standorten die Schilder. Manfred Beck, 2. Bürgermeister der Stadt, sagte beim Pressetermin, der Bauhof habe die Schilder aufgestellt. Die Beschilderung selbst seien von der Bayerischen Forstverwaltung finanziert worden.

von Siegfried Spörer

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