Neuer Weg führt zum Waldparadies

Grenzweg Hornach am Bärensee eröffnet

Waldweg
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Die Eröffnung des neuen Grenzwegs Hornach als erster Schritt ins Waldparadies: Frank Kroll (Forstverwaltung, v. li.), Tobias Herfert (Firma Höbel), Marcus König (VWEW), Wolfgang Scupin (Hospitalstiftung) und Stephan Kleiner (Forstverwaltung).

Kaufbeuren – Wald im Weg oder Weg im Wald? Diese Frage wurde kürzlich im Süden Kaufbeurens am Bärensee gestellt. Auf Einladung von Forstdirektor Stephan Kleiner und Revierleiter Frank Kroll vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren wurde der neue Forstweg „Grenzweg Hornach“ eröffnet.

Mit dabei waren die Vertreter der Waldeigentümer, der technische Leiter Marcus König der Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke GmbH (VWEW) sowie Wolfgang Scupin, Leiter der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist. Dazu wurden noch die Jäger Dominik Fetz und Dr. Hanns-Peter Kollmann des Reviers hinzugezogen. Die sechs stellten den neuen Weg und seine Bedeutung für die Bewirtschaftung des Waldes vor.

Der neu geschaffene „Grenzweg Hornach“ im Landschaftsschutzgebiet „Bachtel- und Bärensee“ ist rund ein Kilometer lang und verläuft auf der Grenze zwischen den Wäldern der beiden Waldeigentümer. Was auf den ersten Blick wie ein zerstörerischer Eingriff in die Natur aussieht, sei ein wichtiger Schritt für die fichtendominierten Wälder zu mehr Artenreichtum, so Revierleiter Kroll. Ziel solcher Eingriffe sei ein wirkungsvoller Umbau hin zu arten-und strukturreichen sowie klimaneutralen Mischwäldern mit wertvollen Biotopen.

4000 Tonnen Kies

Trotz dessen, dass der neue Weg ungefähr 4000 Tonnen naturbelassenen Kies benötigte, schütze dieser die Natur und den Lebensraum der Pflanzen. Nun müssen schwere Kraftfahrzeuge nicht mehr querfeldein durch den Wald fahren, um Brände zu löschen, Rettungseinsätze durchzuführen oder Holz aus dem Wald zu transportieren. Dadurch bleibe „die Waldbodenfruchtigkeit erhalten“, erklärte Forstdirektor Stephan Kleiner und ergänzte: „Die eigentlichen Waldböden müssen nun nicht mehr befahren werden und bleiben so unversehrt.“ So kann die Natur sich jenseits der Wege deutlich besser entfalten und den Wald mit all seiner Schönheiten ergänzen und prägen.

Von dieser Entwicklung hin zu arten- und strukturreichen Wäldern profitiert auch die Tierwelt. Laut den Jägern Fetz und Dr. Kollmann sei die Artenvielfalt der Pflanzen und ein dichtes, grünes Dickicht der perfekte Lebensraum für die heimischen Tiere wie zum Beispiel den Rehen. Fetz betonte, dass das Rehwild hier seine „Ruhe, Äsung (Nahrungsaufnahme) und Unterstand“ finde. Dafür spreche auch die Dichte der Pflanzenwelt, die in Misch­wäldern deutlich größer als in reinen Fichtenbeständen sei. Tiere wie beispielsweise Rehe können sich hier ungestört ohne jeglichen Kontakt zu Menschen niederlassen. Es gebe nun nur noch auf den Wegen genügend Platz für menschliche Aktivitäten wie dem Mountain-Biking.

Tür zum Wald

Neben der Tierwelt profitieren auch die Bürger von den neuen Wegen. „Die Wege sind die Tür zum Wald“, bekräftigten die beiden Forstverwalter. Frank Kroll meinte, dass der Wald allen Menschen, auch denjenigen mit Handicap, frische Luft, Ruhe und außerdem viel Erholung bedeute. Er betonte die Wichtigkeit der Instandhaltung und Neuplanung.

Um diesen Forstweg und damit den Profit für Tier, Natur und den Menschen zu finanzieren, wurden insgesamt etwa 100.000 Euro für den Bau des Weges investiert. Der Freistaat förderte dieses Projekt und beteiligte sich an 75 Prozent der Netto-Kosten. Die Waldbesitzer VWEW und Hospitalstiftung sehen das gemeinsame Waldweg-Projekt als sinnvolle Gelegenheit für die Verbesserung der Zukunft des Waldes, der Tiere und der Menschen.

von Quirin Fleischer

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