Die Marvel-Helden stoßen im zweiten Einsatz an ihre Grenzen

Kinokritik: "Avengers 2 – Age of Ultron"

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Comic-Artwork des zweiten Avengers-Kinoabenteuers.

Sie sind wieder zurück! Am 23. April startet deutschlandweit das gigantische Abenteuer um das wohl beste Team aller Zeiten. „Avengers: Age of Ultron“ basiert auf der 1963 im Markt eingeführten zeitlos populären Comic-Reihe von Superhelden, die nach der katastrophalen Schlacht von New York ihren zweiten Einsatz auf der Kinoleinwand feiert.

2013 spielte allein Teil Eins in den USA in den ersten drei Tagen 207,4 Millionen Dollar ein und brach damit alle bestehenden Rekorde. Um auf Dauer erfolgreich zu sein, setzten die Marvel-Studios auf den Serien-Charakter ihrer Filme. Alles passt zusammen, auch die Solo-Auftritte der Helden geben dem Gesamtwerk ihren Tribut ab, so dass man insgesamt den Eindruck gewinnt, hier entsteht gerade eine überdimensionale Kino-Staffel, deren Fortsetzungen man auf keinen Fall verpassen möchte. 

Inhalt 

Es ist einige Zeit vergangen, seit die Avengers New York gegen den Angriff außerirdischen Armeen unter der Aufsicht von Loki, dem Adoptivbruder Thors, verteidigt haben. Jeder ist seitdem seine eigenen Wege gegangen. Als Milliardär Tony Stark ein stillgelegtes Friedensprogramm reaktiviert, gerät die Situation plötzlich außer Kontrolle. Das Star-Ensemble der selbsternannten „Rächer“ muss sich gegen den scheinbar übermächtigen Ultron stellen, der wild entschlossen ist die Menschheit auszulöschen. Dabei stoßen sie an ihre absoluten Grenzen, und eine Chance auf Rettung liegt in der Allianz mit unberechenbaren Kräften. 

Rezension 

Die Aufgabenstellung lautete: wie produziert man eine adäquat erfolgreiche Fortsetzung für einen Meilenstein der Filmgeschichte? Wenn man zurückblickt, der erste Avengers-Film war ein technisches Meisterwerk, sprühte über vor Situationskomik, hatte starke Charaktere, die alle ihre Einzel-Auftritte in Filmen zuvor absolvierten, einen schelmischen Widersacher und natürlich Action die unter die Haut ging. 

Bei so viel Feuerwerk ist es immer ganz schwer, eine gute Balance zu entwickeln. Nur eine Spur mehr Krawall und weniger Dialoge – schon kippt die gesamte Stimmung ins Stumpfsinnige. 

Regisseur Joss Whedon hat bei seiner Fortsetzung dennoch eine Schaufel mehr Action, Chaos und Krach oben drauf gelegt. Zudem steigen drei zusätzliche Charaktere in die Arena, noch weniger Spielraum also für die übrigen Marvel-Helden. 

Hat Whedon den Bogen seines „Hawkeyes“ überspannt? Überraschenderweise nicht, denn dafür sparte sich das Drehbuch einfach komplizierte Handlungsstränge, Erklärungen und Drehorte. Avengers 2 ist eine echte Fortsetzung, kein eigenständiges Werk, das sich selbst von vorne erklären muss.

 Wie bei einer guten Fernseh-Staffel konzentriert sich das Geschehen der Folge auf ein Thema und bietet tatsächlich Platz für Dialoge, Witz und Tiefe. Sogar der in Teil Eins untergegangenen Bogenschütze Hawkeye bekommt Extra-Spielzeit, worüber sich viele Fans freuen dürften. 

Als Überraschung erweisen sich Szenen aus den bekannten Trailern, die eine ganz andere Bedeutung im Film bekommen. Dieser Stil macht Laune für die Zukunft, denn sollten noch weitere Marvel-Filme kommen, entsteht auf diese Weise ein echtes Comic-Universum auf bewegten Bildern, nachdem die Hefte schon seit Jahrzehnten die Welt eroberten.

von Michael Denks

Fakten zum Film

Originaltitel: Avengers – Age of Ultron 

Land: USA 

FSK: 12 

Regie: Joss Whedon 

Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner u.a.

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