Forum für kreative Köpfe

Kabarettist und Kaufbeurer Bürger Wolfgang Krebs gründet ein Forum für kreative Köpfe. Foto: Lorenz

„Deine Idee! Für mehr Zukunft und weniger Blockade“ - So lautet die Kampagne, die Kabarettist und Kaufbeurer Bürger Wolfgang Krebs zusammen mit Claus Tenambergen vom Stadtportal „Wir sind Kaufbeuren“ jetzt ins Leben gerufen haben. Die Kampagne vesteht sich laut der Initiatoren als Gegenstück zum Kaufbeurer Trend „neue Ideen bezüglich Verbesserungen in unserer Stadt sofort von Bürgerinitiativen oder Leserbriefschreibern niederzubügeln“. Im Redaktionsgespräch beschreibt Krebs seine Motivation und Ziele, die letztlich in dieser Kampagne gemündet haben.

Was hat Sie motiviert, die Kampagne ins Leben zu rufen? Krebs: „Ich bin durch und durch ein positiv gestimmter Mensch, der sich für Neues interessiert und offen gegenüber Verbesserungen ist. Es gibt in Kaufbeuren mehr Leute, die so denken wie ich. Bisher gibt es nach meinem Wissen jedoch kein Forum für kreative Köpfe. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen Visionen für unsere Stadt Publik zu machen.“ Ein Schlagwort Ihrer Kampagne ist „weniger Blockade“. Können Sie ein Beispiel nennen, was Sie in jüngster Zeit besonders geärgert hat? Krebs: „Ein Beispiel ist der Rundwanderweg um den Bärensee. Kaum ist die Idee geboren gibt es schon wieder Einwände, Bremser und Leser- briefaktionen von Nörglern. Die Bremser melden sich immer sofort zu Wort. Das ist in Ordnung, aber nach meinem Empfinden kommen neue Ideen zu wenig zur Sprache.“ Jetzt wollen Sie gegensteuern und ein Forum für „positive, kreative Ideen“ anbieten. Wer kann daran teilnehmen, was sind die Voraussetzungen? Krebs: „Die neue Plattform für kreative Ideen findet man im Internet unter www.wir-sind-kaufbeuren.de und ist für jeden zugänglich. In einem kurzen Videobeitrag lade ich Visionäre aus Kaufbeuren ein, ihre Idee an uns zu senden. Gute Vorschläge werden gebündelt und nach und nach werden die kreativen Köpfe unserer Stadt zu mir ins Internetstudio eingeladen und können dort kurz ihre Idee vorstellen. Es folgt ein kleines Interview. Einzige Spielregel: Es wird nicht genörgelt.“ Wie kommen die Bürger mit Ihnen in Kontakt und wo können sie ihre Vorschläge oder Visionen schildern? Krebs: „Auf www.wir-sind-kaufbeuren.de findet man ein Formular um seine Idee zunächst schriftlich kurz einzureichen.“ Wer entscheidet letztlich darüber, wer zu Ihnen ins Studio kommen und von seinen Visionen berichten darf? Krebs: „Das läuft wie bei der Saalwette von ‘Wetten, dass..?’! Die Informationen werden von der Redaktion gesammelt und dann in einer Sitzung diskutiert, anschließend laden wir die Visionäre ins Studio ein.“ Wo kann man die Aufzeichnungen dann sehen? Krebs: „Unter www.wir-sind-kaufbeuren.de“ Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Kaufbeurer Stadtportal? Krebs: „Letztes Jahr kam der Gründer des Internetportales, Claus Tenambergen, auf mich zu und bat mich, das Geschehen in Kaufbeuren, von Zeit zu Zeit humorvoll aufzuarbeiten. Zwei Filme sind seitdem entstanden.“ Was passiert mit den Beiträgen und den Ideen die online veröffentlicht werden? Krebs: „Ideengeber profitieren davon, weil ihre Ideen nun ein Zukunftsforum haben. Es soll damit dem Eindruck entgegengewirkt werden, dass diese Stadt zu viele Nörgler hat. Bisher gibt es in der Zeitung ja nur so eine Rubrik, wo man sich aufregen kann, wenn einem was stört. Das ist meines Erachtens der falsche Ansatz. Die Frage ist doch auch, was können wir besser gestalten.“ Welche Chancen räumen Sie einer Verwirklichung/Umsetzung kleinerer oder auch größerer Vorschläge/Visionen ein? Krebs: „Wenn man sich etwas vor seinem geistigen Auge vorstellen kann, dann kann man es oft auch irgendwann realisieren. Der künstlerische Ansatz ist mir dabei ganz wichtig. Viele gute Ideen sind bei einer ‘Spinnerei’ entstanden. Aufgabe im Zukunftsforum ist nach vorne zu denken, ohne sich gleich wieder um die Einwände zu kümmern. Man redet oft zu früh von der direkten Umsetzung. Visionen brauchen ein kreatives Umfeld, um sich weiter zu entwickeln. Dann stehen die Chancen auch gut, sie eines Tages in die Realität umzusetzen.“ Vielen Dank für das Gespräch.

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