Marktrat: Frage nach innen- oder außenliegendem Aufzug im Rathaus bleibt offen 

Turnhalle wird saniert

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Das Pflegerschloss – Rathaus und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft – soll für alle Bürger barrierefrei zugänglich gemacht werden. Ob ein außenliegender Aufzug an der Nordseite oder ein innenliegender Aufzug dies ermöglicht, ist noch nicht entschieden. Erst muss die Statik geprüft werden.

Obergünzburg – In der letzten Marktratsitzung vor der Sommerpause wurde die Sanierung der Sporthalle im Jahnweg beschlossen. Für den Umbau des Pflegerschlosses (Rathaus) konnte sich das Gremium nicht für eine Alternative entscheiden, weil Daten zur Statik des Rathauses nicht vorliegen würden. Nun kann die Verwaltung in den nächsten Monaten die weiteren Schritte vorbereiten.

Die beauftragte Architektin Marion Bartl präsentierte den Markträten eine reduzierte Entwurfsplanung für die Sanierung der Turnhalle im Jahnweg. Bei der Umsetzung soll die Nutzung so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Neben einer kompletten Erneuerung der Toiletten und einem Umbau der Duschen sollen auch Energetische Maßnahmen bei den Fenstern, sowie den Geschoss- und Kellerdecken eine weitere langjährige Nutzung sicherstellen. „Besonders der Brandschutz liegt im Argen“, meinte Bartl, und verwies auf die Holzdecke in der Eingangshalle. Ebenso müssen weitere Rettungswege ertüchtigt werden, da die Bühne als bisheriger Rettungsweg nun als Gymnastikraum genutzt wird.

Im Obergeschoss sei ein neuer Deckenabschluss im Treppenbereich notwendig geworden. Bei der Anlagentechnik müsse die Heizung erneuert werden und die Lüftung solle mit Frisch­luftzufuhr ausgeführt werden. Erster Bürgermeister Lars Leveringhaus ergänzte dazu: „Es ist kaum eine Grundrissveränderung notwendig und ein barrierefreier Zugang ist auch vorgesehen“. Für die Fraktion der Grünen stellte Dr. Günter Räder grundsätzlich die Sanierung in Frage und plädierte für einen Neubau. Dem hielt Leveringhaus entgegen, dass man dann aber mit 2,5 bis vier Millionen Euro Kosten rechnen müsse, wie Beispiele in Biessenhofen und Mauerstetten zeigen würden.

Die momentanen Überlegungen zur Sanierung würden drei Bauabschnitte über drei Jahre vorsehen, wobei der erste Abschnitt (Treppenraumsanierung) mit 130.000 Euro und der dritte Abschnitt (Gymnastikraum) mit 190.000 Euro, jeweils in den Ferien abgewickelt werden könne. Der Abschnitt Foyer, Umkleide und Wohnung im Obergeschoss benötige mit Kostenschätzungen von etwa 330.000 Euro einen größeren Zeitraum, bei dem dann keine Nutzung der Sporthalle möglich sei. Nach eingehender Diskussion beschloss der Marktrat mit zwölf Ja- und sechs Nein-Stimmen die Umsetzung der Entwurfsplanung und beauftragte die Verwaltung, die Ausführungsplanung vorzubereiten.

Umbaupläne Pflegerschloss

Bei der Umbauplanung des Pflegerschlosses soll zukünftig ein innen- oder außenliegender Aufzug den Bürgern einen barrierefreien Zugang zu den Amtsräumen gewährleisten. Auf der Grundlage von Kostenschätzungen sollte diesmal eine wirtschaftliche Bewertung der Alternativen vorgenommen werden. Die Alternative mit Innenaufzug und Zugang über den bereits barrierefreien Nebeneingang liege etwa bei 234.000 Euro, so die Architektin. Eine „aufwändige und nicht bürgerfreundliche Lösung“ mit einem Außenaufzug an der Westseite liege bei 289.000 Euro. Ein Außenaufzug an der Nordseite des Gebäudes, der von einigen Markträten in der Debatte favorisiert wurde, liege allerdings derzeit bei 309.000 Euro.

Die Frage nach der Gebäudestatik für den innenliegenden Aufzug, konnte mangels vorliegender Gutachten nicht geklärt werden. Der Denkmalschützer und Architekten David Grüner hatte 2015 lediglich eine baugeschichtliche Untersuchung durchgeführt und 2016 vorgestellt (der Kreisbote berichtete). Deshalb fällte der Marktrat keine Entscheidung für eine Alternative, sondern beauftragte die Verwaltung, die statische Prüfung des Gebäudes in die Wege zu leiten.

von Wolfgang Krusche

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