Heftige Kritik an Stadt 

Großer Frust bei der ISM

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Franz-Josef Fendt.

Marktoberdorf – Der Vorsitzende der ISM, Franz-Josef Fendt, resümiert auf der Jahreshauptversammlung voller Frust seine engagierten Versuche, „die negative Entwicklung der Stadt Marktoberdorf“ durch „kreative“ und „kompetente Vorschläge zur Stadtentwicklung aufzuhalten“.

Eigentlich wären 10 Jahre Vereinsgeschichte der Initiative Stadtentwicklung Marktoberdorf e. V. (ISM) ein Anlass zum Feiern. Doch nicht nur der Vorsitzende der ISM, Franz-Josef Fendt, resümiert auf der Jahreshauptversammlung vergangene Woche voller Frust seine engagierten Versuche, „die negative Entwicklung der Stadt Marktoberdorf“ durch „kreative“ und „kompetente Vorschläge zur Stadtentwicklung aufzuhalten“ – auch die anwesenden Unternehmer, Immobilienbesitzer sowie die Stadträte Andreas Wachter (CSU), Carl Singer (FW) und Eugen Kögl (CSU) konnten ihre Frustration zur „Stadt – Nichtentwicklung“ in den letzten Jahren nicht verbergen. 

In seinem „elektronischen Bildvortrag“ nannte Franz-Josef Fendt eine ganze Liste von Aktivitäten, die zum Wohl der Stadt Marktoberdorf mit viel Geld und persönlichem Engagement der ISM unternommen wurden (siehe Infokasten). Aber, so Fendt, „fast alles wurde von der Stadtverwaltung nicht angenommen, oder es gab keine Rückmeldung dazu oder es wurde nicht umgesetzt“.  

„Wohin sind unsere Gelder der ISM, aber auch die Fördermittel von staatlicher Seite – also unsere Steuergelder geflossen?“, fragte Fendt in die Runde und gab auch gleich die Antwort: „In Gutachten, Beratungskonzepte, Planungen, ohne Umsetzung“. Auch die Stadträte würden von der Stadtverwaltung oft nicht richtig informiert und hätten ihre Wahlversprechen mitunter nicht eingelöst. Fendt polarisierte und polterte in seinem Vortrag: „die Auflistung was in Marktoberdorf alles Nicht passiert sei, sei beschämend“. „Der Verlust des Krankenhauses, kein Innenstadtkonzept, kein Koordinator für Gewerbeansiedlung, viele leerstehende Immobilien im Zentrum die verrotten, Stillstand bei wichtigen Projekten – eine Kindergartenplanung ohne vorherige Grundstückssicherung, die ganze Region lacht über Marktoberdorf“, so Fendts Resümee.

Darüber hinaus regiere laut Fendt die Stadtverwaltung in Marktoberdorf „diktatorisch“, eine Kommunikation mit den Bürgern finde kaum statt. „Das Beispiel Bahnhofstraße wird sich in der Poststraße wiederholen, Planungen ohne Rücksprache mit Grundstücksbesitzern, Fehlplanungen und Korrekturen die viel Geld – also Steuergelder der Bürger von Marktoberdorf vernichten – ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen. Wie lange lässt sich Marktoberdorf dies noch bieten“, fragte Fendt in die Runde.

„Leben findet Innen-Stadt“, dieser Slogan findet in vielen Gemeinden Bayerns eine positive Resonanz, weil Stadtverwaltung und Bürger Miteinander reden und arbeiten. Die ISM unterstützte bisher aus diesem Grund heraus auch die Lenkungsgruppe Mitten in Marktoberdorf (MIM). Aber auch hier zeichnete Franz-Josef Fendt auf der Jahreshauptversammlung ein frustrierendes Bild ab. Die Folge: Die Versammlung beschloss, vorerst keine weiteren Mittel für dieses Projekt auszugeben und die Aktivitäten herunter zu fahren. Darüber hinaus verkündete Fendt, aus der Lenkungsgruppe auszutreten. Doch verwaist wollte man den Sitz in der Lenkungsgruppe nicht lassen. Daher wurde Thomas Wahler einstimmig als Nachfolger von Fendt bei MIM gewählt.

Trotz der massiven Kritik an der Stadt wolle man „sich nicht klein kriegen lasse“, so die Mitglieder der Versammlung. So solle der Emmi-Fendt Preis wie bisher als Auszeichnung für gelungene Bauobjekte im Stadtgebiet ausgelobt werden. Auch sollen die vorhandenen Kassenbestände in 2013 für ein kulturelles Projekt mit Kindern Verwendung finden. 

„Wir machen auf jeden Fall weiter“, betonte Carl Singer und dankte Fendt im Namen der ISM für sein Engagement, seine in zehn Jahren geopferte Zeit: „Bürgerengagement trotz Frust zum Wohle der Stadt Marktoberdorf“. 

Sein Schlusswort richtet Franz-Josef Fendt an Bürgermeister Werner Himmer: „Erfüllen Sie ihren Auftrag und packen Sie endlich irgendetwas an!“ Schmalholz

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