Frauen im Dienst der Sicherheit

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ELKE SONJA-SIMM Ruderatshofen – Erst seit 20 Jahren dürfen bei der bayerischen Polizei Frauen in Uniform Dienst tun. Besonders aufgrund ihrer „weiblichen Sichtweise und ihres Einfühlungsvermögens“ übernehmen sie im Schichtdienst gerade bei Familienangele- genheiten wichtige Aufgaben, betont Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Auf ihre Initiative hin fand in Ruderatshofen ein Diskussionsabend mit Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel, dem Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit und aktiven Polizistinnen statt. Als Ende 1989 der Beschluß fiel, Frauen dürfen auch in Uniform im bayerischen Vollzugsdienst eingesetzt werden, glich dies einer „Revolution“ und wurde als „Eindringen in eine Männerdomäne” empfunden, blickt Landtagsabgeordnete Angelika Schorer zu Beginn der Festveranstaltung in Ruderatshofen zurück. Mit der Einstellung von zunächst 158 Frauen im März 1990 habe eine „neue Zeitrechnung begonnen und fortan entstand ein angenehmeres Kommunikationsklima bei der Polizei“, erläutert Hans-Jürgen Memel, Polizeipräsident Schwaben-Südwest. Schorer spricht von einem „Erfolgsmodell“ und lobt das „Fingerspitzengefühl“ von Frauen. Die Politikerin betont aber auch, dass die Einstellungsbedingungen für beide Geschlechter identisch seien und Frauen den gleichen Dienst wie Männer erfüllen müssen. Bayernweit sind etwa 35000 Beamte im Vollzugsdienst beschäftigt; rund 4500 davon sind weiblich. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben-Südwest liegt die Frauenquote bei knapp über 14 Prozent. Von 1700 Beamten sind 243 Frauen. „Bei Neueinstellungen haben wir mittlerweile etwa 25 Prozent Frauen“, fügt Polizeipräsident Memel an. Da Frauen nur von Frauen durchsucht werden dürfen, so gibt es das Gesetz vor, werden Polizistinnen dringend benötigt. Doch beispielsweise auch bei der „Vernehmung von Opfern bei Sexualdelikten“ seien Beamtinnen wichtig, meint Hans-Jürgen Memel und würdigt außerdem ihre „Stärke bei Konfliktlösungen“. Dem schließt sich Julia Bachmann an: „Wir wirken in brenzligen Situationen oft deskalierend.“ Die 28-jährige Polizei- hauptmeisterin war die erste Frau in der Polizeiinspektion Marktoberdorf. Mit anfänglicher Skepsis von Kollegen und Bürgern waren die ersten Frauen bei der Polizei in vielen Dienststellen konfrontiert. Mittlerweile habe sich dies jedoch Gelegenheit. Denn die Vorteile liegen für alle Seiten klar auf der Hand. Auch das Klima untereinander sei nicht mehr so rau. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die praxisnahe Ausbildung“ begeisterte vor zwei Jahrzehnten Sabine Göttler, die seit einem Jahr die Dienststelle in Lindau leitet. „Die Abwechslung und die täglich neuen Herausforderungen“ findet Doris Panek an ihrem Beruf so faszinierend. Inzwischen ist die Polizistin jedoch nicht mehr im Streifendienst tätig sondern als Gleichstellungsbeauftragte des Polizeipräsi

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