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Freiflächen-Photovoltaik ist sehr gefragt

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Freifläche Kaufbeuren Oberbeuren
Außerhalb von Kaufbeuren-Oberbeuren könnte eine weitere PV-Freiflächenanlage entstehen. Hier der Blick von Märzisried auf das Gewerbegebiet „Im Hart“. © Krusche

Kaufbeuren – Bei der Stadt liegt eine Anfrage für eine Photovoltaikfreiflächenanlage in Kauf­beuren-Oberbeuren vor. Nun stellt der Stadtrat allerdings eine Entscheidung zurück und lässt lieber im gesamten Stadtgebiet mögliche Standorte analysieren.

Von Wolfgang Krusche

Dies ist inzwischen der dritte Antrag, der die Thematik PV-Freiflächenanlagen aufgreift. Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die grundsätzliche Erfordernis solcher Anlagen für die Umsetzung der Energiewende. Allerdings müssten in diesem Falle einige Gegebenheiten genauer überprüft werden, da das geplante Gelände im Außenbereich von Kaufbeuren im Flächennutzungsplan für Landwirtschaft ausgewiesen ist. Außerdem ist es frei einsehbar und die Grundstücke liegen im Überschwemmungsgebiet des Märzenbachs. Die Stadt erwartet in Zukunft weitere Anträge dieser Art und will deshalb vorausschauend reagieren.

Standortanalyse für Vorrangflächen

Damit nicht in jedem Einzelfall die Kriterien für die Errichtung von PV-Freiflächenanlagen ermittelt werden müssen, schlägt die Stadtverwaltung daher eine landschaftsplanerische Standortanalyse vor. Darin sollen im gesamten Stadtgebiet Vorrangflächen ermittelt werden, die für PV-Freiflächenanlagen geeignet sind. Helge Carl, der Leiter des Bau- und Umweltreferates, veranschlagt für diese Analyse sechs Monate und will das Ergebnis im zweiten Quartal 2023 vorlegen. Bis dahin solle der vorliegende Antrag zurückgestellt werden. Carl erhofft sich durch die Potentialanalyse auch einen Anreiz zum PV-Ausbau für Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen.

Während Gerhard Bucher (CSU) eine schnelle Entscheidung bevorzugte, („Woher soll denn die Energie in den nächsten Monaten kommen?“), sprachen sich unter anderem Ernst Schönhaar (CSU) und Ulrike Seibert (Grüne) für eine fundierte Analyse aus. Catrin Riedl (SPD) ermahnte den Stadtrat und die Stadtverwaltung, mit den begrenzten Flächen in Kaufbeuren sorgsam umzugehen und Johannes Espermüller (FDP) freute sich auf die Analyse: „Damit werden die Spielregeln festgelegt.“

Derzeit Materialengpässe bei PV-Material

OB Bosse zeigte Verständnis für den Wunsch nach schnell verfügbarer Energie. Wegen der momentanen Materialengpässe bei der Elektronik für PV-Anlagen seien sechs Monate für die Analyse vertretbar. Stadtrat Bucher lenkte ein und einstimmig beschloss der Bauausschuss die Zurückstellung des Antrages und beauftragte die Stadtverwaltung mit der Analyse der entsprechenden Vorrangflächen.

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