92. Freischießen in Obergünzburg wieder ein gut besuchtes Spektakel

"Gut Schuss" trotz Regenwetter

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Die Obergünzburger Schulkinder kamen natürlich auch voll auf ihre Kosten. Viele von ihnen durften beim Umzug mitlaufen und die „siegreichen“ Schützen bei ihrem Ehrenmarsch durch die Stadt begleiten.

Obergünzburg – Der Wetterheilige Petrus meinte es nicht allzu gut mit dem 92. Freischießen in Obergünzburg. Trotzdem ließen sich Tausende Teilnehmer und Zuschauer den Spaß nicht verderben und sorgten für eine gelungene Schützenveranstaltung mit anschließendem Umzug.

Nicht nur die 1900 Teilnehmer, sondern auch eine erstaunliche Zahl an Zuschauern trotzten dem Regen und gaben mit ihrer guten Laune dem Festumzug zum 92. Freischießen in Onergünzburg einen angemessen Rahmen. Dabei gaben sich 50 Schützenvereine aus dem Sportschützengau Allgäu und 14 Musikkapellen in der Marktgemeinde die Ehre. Auf die Frage, ob denn die Obergünzburger mit Petrus im Streit lägen, antwortete der erste Schützenmeister Wolfgang Heinold, dass das Wetter bis zum Ende des Umzuges halten werde. Eigens deshalb habe er an einer Wallfahrt in der Schweiz teilgenommen. Leider zeigte sich der Schlüsselbewahrer des Himmels unbeeindruckt von dieser Vorsorgemaßnahme des Vorstandes der „Guntia“ und öffnete – wie im vergangenen Jahr auch – mit Beginn des Umzuges die Schleusen. 

Der guten Stimmung auf den Straßen tat das allerdings keinen Abbruch, zumal der Höhepunkt der Flut erreicht wurde, als Schützen und Gäste bereits im Festzelt saßen um sich von Festwirtin Susanne Lolacher mit „Flüssigem“ versorgen zu lassen. Auch wenn man sich, gewünscht hätte, dass der eine oder andere Sonnenstrahl die prächtigen Trachten der Schützen und der Musiker besser zur Geltung gebracht hätte, so muss man dennoch feststellen, dass der sich der Aufwand und die Mühe gelohnt haben. Wieder einmal haben die Umzugsteilnehmer den Zuschauern ein beindruckendes visuelles und akustisches Erlebnis geboten. Nach diesem ersten Höhepunkt kann das Freischießen nun seinen weiteren Verlauf nehmen um dann am kommenden Sonntag mit der Preisverleihung zu enden. 

Apropos Preisverleihung: Preise gab es beim Freischießen im Jahre 1535 auch schon, damals allerdings dienten sie eher zur Motivation der wehrunwilligen Untertanen des damaligen Kemptener Fürstabtes Wolfgang von Grünenstein. Das hätte sich der mit weltlicher Macht ausgestattete Kirchenmann wohl nicht träumen lassen, dass seine Idee zur Stärkung der Wehrkraft einmal zu einer fröhlichen Sportveranstaltung mit eher friedlichen Zielen werden sollte. Indes, was die Höhe des Preisgeldes anbelangt, dürfte sich die Wettkampfteilnahme damals mehr gelohnt haben, denn der Preisträger Mathias Schön konnte damit nach eigenen Worten seine Hochzeit samt „Brautgeld“ bestreiten. von Klaus Bauer

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