Barrierefreie Musterstadt

+
Marktoberdorfs Bürgermeister nahm aus den Händen von Bayerns Bauminister Joachim Herrmann den Leitfaden „Die barrierefreie Gemeinde“ entgegen.

Neumarkt/Marktoberdorf – Aus den Händen von Bau- und Innenminister Joachim Herrmann nahm Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell den Leitfaden „Barrierefreie Gemeinde“ entgegen – ein Konzept, an dem die Ostallgäuer Kreisstadt selbst maßgeblich mitgearbeitet hat.

Herrmann präsentierte den Leitfaden zur Barrierefreiheit für Städte und Gemeinden jüngst in Neumarkt in der Oberpfalz. Grundlage der Leitlinie bilden die Aktionspläne von 16 bayerischen Kommunen, darunter Marktoberdorf, die im Rahmen eines Modellvorhabens mit finanzieller Unterstützung durch den Freistaat entstanden sind. 

Die Stadt Marktoberdorf hatte sich vor genau einem Jahr entschlossen, ein Konzept zur Barrierefreiheit in Auftrag zu geben und als eine von 16 Modellkommunen am Leitfaden der bayerischen Staatsregierung mitzuwirken. Anfang des Jahres wurde dann der Marktoberdorf-spezifische Leitfaden dem Stadtrat vorgestellt. 

Öffentliche Plätze, Gebäude und Einrichtungen sowie das Wegenetz der Stadt waren unter reger Beteiligung der Öffentlichkeit und der Betroffenen auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft worden. Das mündete in einer Marktoberdorf-Karte, die alle neuralgischen Punkte, sprich alle Barrieren auflistete. Die Konzepterstellung habe die Stadt rund 50.000 Euro gekostet, wie Marion Schmidt vom Bauamt sagte, wobei der Freistaat einen Zuschuss von 20.000 Euro gewährt habe. 

Fördergelder abrufbar? 

Die Stadt will bei notwendigen Umbauten und Sanierungen ihrer Gebäude, wie zum Beispiel dem Rathaus, nun barrierefreie Standards erfüllen. Ob sie dabei allerdings auf Fördergelder des Freistaats hoffen darf, ist ungewiss. Architektin Schmidt ist bisher kein Fördertopf bekannt, aus dem die Stadt für ein Projekt wie die barrierefreie Sanierung des Rathauses Zuschüsse beantragen könnte. 

Innenminister Herrmann allerdings versprach in seiner Erklärung den Gemeinden Unterstützung. Der Freistaat stelle in den Jahren 2015 und 2016 rund 205 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Bayern barrierefrei“ zur Verfügung. „Noch wissen wir als Modellkommune allerdings nicht, wie dieser Topf aufgeteilt werden soll“, gab Schmidt zu bedenken. 

„Unser Ziel ist es, dass alle Menschen umfassend und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Deshalb unterstützen wir unsere Städte und Gemeinden, wenn sie ihre Straßen, Plätze und Gebäude für möglichst alle Menschen zugänglich machen wollen“, sagte Minister Joachim Herrmann weiter. 

Der Leitfaden sei eine gute Hilfe, weil er eine große Bandbreite an speziellen örtlichen Themen, Besonderheiten und typischen Situationen aufnehme. „Das reicht von der Barrierefreiheit im historischen Zentrum eines Ortes mit denkmalgeschützten Gebäuden bis hin zu Gemeinden mit großen Durchfahrtsstraßen“, fügte der Minister hinzu. 

Als Modellkommunen nahmen neben Marktoberdorf Bad Kissingen, Bad Windsheim, Eggenfelden, Grafenau, Günzburg, Höchstädt an der Donau, Kronach, Kulmbach, Litzendorf, Mitterteich, Neumarkt in der Oberpfalz, Stadtprozelten, Starnberg, Traunstein und Wassertrüdingen an der Erarbeitung des Leitfadens teil.

von Angelika Hirschberg

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Silikon entzündet sich
Silikon entzündet sich
Behinderungen auf der B12
Behinderungen auf der B12

Kommentare