Virtuelle Amtsübergabe

Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren: Hubert Weikmann übergibt Vereinsvorsitz an Michael Schwangart

Ehrenvorstand Weikmann. Feuerwehr Kaufbeuren
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Die Vorstandskollegen Michael Müller (v. re.), Alexander Schwangart und Thomas Mang ernannten Hubert Weikmann zum Ehrenvorsitzenden.

Kaufbeuren – In Corona-Zeiten läuft vieles anders. So auch die jüngste Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren. Auf dieser übergab Hubert Weikmann den Vereinsvorsitz an Michael Schwangart.

In Folge der Hygienebeschränkungen durch die Coronapandemie war es dem Verein der Freiwilligen Feuerwehr Kauf­beuren nicht möglich, die Jahreshaupt- und Dienstversammlung in Präsenz durchzuführen. Deshalb entschied man sich für eine Zweiteilung der Veranstaltung. Die Berichte von Vorstand, Stadtbrandrat, Jugendwart, Kassenprüfer und Fahnenwart für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 waren den Mitgliedern schriftlich auf elektronischem Wege mitgeteilt worden. Die Rückmeldungen zur Entlastung des Vorstandes und die Neubesetzung des Vereinsvorsitzenden, des Schriftführers und des stellvertretenden Schriftführers fand mittels Briefwahl statt. Das Wahlergebnis wurde den Mitgliedern dann von der Feuerwache aus in einer Videokonferenz präsentiert.

Vorstandsvorsitzender Hubert Weikmann berichtete, dass der Feuerwehrverein derzeit 288 Mitglieder, darunter 145 Aktive, sowie zehn Jugendmitglieder habe und zeige damit ein leicht steigendes Interesse an dieser ehrenamtlich übernommenen Aufgabe. 2019 sei noch ein ganz normales Vereinsjahr gewesen mit Feuerwehrball unter dem Motto „Baustelle – Betreten erwünscht“, Vatertags­ausflug Ende Mai und den Aktivitäten zum Tänzelfest. Im September begrüßte man zahlreiche Besucher anlässlich des „Schwäbischen Feuerwehrtages“ in der „Eiswache“, dem ehemaligen Eisstadion, bevor man dann Ende November mit einem großen Fahrzeugkorso, angeführt von einem Feuerwehr-Oldtimer mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Oberbürgermeister Stefan Bosse, in die neue Feuerwache an der Neugablonzer Straße umzog.

Anfang 2020 änderte sich dann die Situation durch das Coronavirus. Alle Vereinsaktivitäten wurden unterbrochen und sogar die Einweihungsfeierlichkeiten für die neue Feuerwache musste nach mehreren Anläufen nun auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Hinter den Kulissen war dennoch an der neuen Einrichtung gearbeitet worden, um die Abläufe im „Arbeitsalltag“ und Alarmfall der Feuerwehr hygienegerecht zu gestalten.

Einsatzbericht

Feuerwehrkommandant und Stadtbrandrat Helmut Winkler hatte in einem Kurzbericht die Einsätze der Feuerwehr Kaufbeuren zusammengestellt: 2019 mussten die aktiven Mitglieder im Rahmen der Kaufbeurer Feuerwehr zu 516 Einsätzen, davon 164 Bränden und 241 technischen Hilfeleistungen, ausrücken, 2020 waren es 430 Einsätze mit 26 Bränden und 201 technischen Hilfeleistungen.

In der angesetzten Online-Jahreshauptversammlung – zweiter Teil – hatte der Feuerwehrverein von der Feuerwache aus mehr als 100 Mitglieder und Teilnehmer in einer Videokonferenz zusammengeschaltet, darunter auch Freunde und Vertreter der Feuerwehren aus Obergartzem/Eifel, der Kaufbeurer Partnerstadt Szombathely/Ungarn und Latsch/Südtirol. Kaufbeurens OB Bosse dankte in einem persönlichen Grußwort den Mitgliedern des Feuerwehrvereins für ihr tägliches Engagement, ausdrücklich auch im Namen des gesamten Stadtrates.

Neuer Vorsitzender

Nach 35 Jahren aktiver Feuerwehrzeit, 29 Jahren im Vorstand und zwölf Jahren Vereinsvorsitz übergab Hubert Weikmann die Führung des Vereins an den frisch gewählten neuen Vereinsvorstand Michael Schwangart, wegen der besonderen Situation über den Bildschirm. Als Schriftführer wurde Alexander Friedrich und als sein Stellvertreter Raphael Lutz gewählt.

Die zugeschalteten Mitglieder, fast komplett in Feuerwehruniformen, verabschiedeten Weikmann in den „Feuerwehrruhestand“ mit einer Rede, gehalten von „Markus Söder“ und „Hubert Aiwanger“, dargestellt vom Kabarettisten Wolfgang Krebs. Die Vorstandskollegen ernannten Weikmann zum Ehrenvorsitzenden und überreicht ihm eine aufwändig gestaltete Urkunde.

Emotional und international wurde es zum Schluss der Versammlung, als die Vertreter der Feuerwehren aus Obergartzem, Szombathely und Latsch sich bei Weikmann für „gelebte Freundschaft“ bedankten.

von Wolfgang Krusche

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