Die Freude am Schaffen

Ein Heiligenschein für den Künstler – im Rahmen einer „ungewöhnlichen“ Showeinlage Foto: Frisch

75 Sonnenjahre - unter diesem Titel wurde am vergangenen Freitag die Ausstellung des Kaufbeurer Künstlers Hermann Moser anlässlich seines Geburtstages eröffnet. Passend war diese Überschrift unter anderem deshalb, weil die Darstellung des leuchtenden und lebensspendenden Himmelskörpers auf Keramik oder Papier einen großen Teil gerade des jüngeren Werks Mosers einnimmt.

Ausgewählte Stücke aus der Zeit von 1960 bis 2010 wurden gezeigt und dazu gab es für die über 100 Gäste noch eine ganz besondere „Showeinlage“ des Laudators Dr. Hartmut Paffrath, der durch eine komödiantische Kritik der Werke und sogar einen kurzen inszenierten „Stromausfall“ den Anwesenden eine ganz neue Sicht auf die Kunstwerke eröffnete und schlussendlich dem Künstler sogar kurz einen goldenen „Heiligenschein“ aufsetzte. „Ich bewundere Hermann Moser schon lange, seine Arbeiten gerade in der Keramik sind unerreicht“, schwärmt der Pädagoge, der in seinem Leben selbst gerne einmal aktiver Künstler geworden wäre. Moser selbst gibt sich jedoch bescheiden, obwohl er als ein Urheber der sogenannten Collatypie, einer besonderen Mischung aus Druck und Malerei, gilt. „Eigentlich bin ich ein Handwerker, ein Maler“, erklärt er und es scheint, als könne er selbst mit der großen Bewunderung, die ihm durch viele der Anwsenden zuteil wird, gar nicht so viel anfangen. Oft komme man sich im Vergleich mit den berühmten modernen Künstlern seltsam vor, erklärte er in seiner Rede, er habe sich nicht nur einmal gefragt, wozu die ganze Arbeit, wenn andere mit viel weniger Aufwand einen riesigen Erfolg hätten. Aber, so Moser, schlussendlich siege doch immer die Freude am Schaffen und das Experimentieren mit Farben und Materialien. „Den eigenen Weg gehen, solange man die Kraft hat, das ist das Ziel“, gab er dann auch seinen Zuhörern mit auf den Weg und dankte allen, die ihn bis jetzt auf diesem Weg begleitet haben wie auch denen, die die Ausstellung ermöglicht und bei den Vorbereitungen geholfen hatten. Als Dank schenkte er der Stadt Kaufbeuren ein Keramikbild, das Bürgermeister Gerhard Bucher gerührt entgegennahm. Auch sonst darf sich die Stadt mit einigen Kunstwerken Mosers schmücken, so beschriftet er beispielsweise seit vielen Jahren das Goldene Buch der Stadt und gestaltet die jeweilige Urkunde für die Kulturpreisträger Kaufbeurens - außer einer, nämlich seiner eigenen. Die Ausstellung im Haus St. Martin geht noch bis zum 15. September und ist täglich von 11bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Der Künstler ist während der Öffnungszeiten selbst anwesend und steht dem interressierten Besucher für Fragen und Kommentare zur Verfügung. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. fr

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