Freundschaftliche Bande

„Wir wollen nicht über die Gräben der Vergangenheit reden, sondern gemeinsam die Zukunft gestalten”, unterstreicht Petr Tulpa, Oberbürgermeister der Stadt Gablonz an der Neiße, bei seinem Besuch am vergangenen Wochenende in Kaufbeuren. Die zarten Bande der Freundschaft mit Kaufbeuren sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr mit einem offiziellen Partnerschaftsvertrag besiegelt werden.

Das Jakob-Brucker-Gymnasium und die Fachschule für Glas und Schmuck pflegen seit rund 15 Jahren Kontakte zu vergleichbaren Schulen im tschechischen Jablonec n.N. Unter der Leitung von Oberbürgermeister Stefan Bosse haben in den vergangenen Jahren mehrere gegenseitige Besuche stattgefunden, bei denen auch andere Einrichtungen, Institutionen und Vereine erste Verbindungen knüpfen konnten. Die zarte Pflanze der Freundschaft soll demnächst durch ein offizielles Abkommen gefestigt werden. Eine zehnköpfige Delegation aus Gablonz mit den beiden Bürgermeistern Petr Tulpa und Lukas Pletichta an der Spitze brachte am vergangenen Wochenende bei ihrem Besuch in Kaufbeuren einen Vertragsentwurf mit. „Dieser Vertrag findet grundsätzlich unsere Zustimmung”, meint Bosse, es seien lediglich „noch kleine Änderungen notwendig”. In den kommenden Monaten werden die Stadträte in Kaufbeuren und in Gablonz über den Vertrag beraten. Wenn beide Gremien zustimmen, könnte bereits beim geplanten Besuch der Kaufbeurer Delegation im Oktober der Vertrag in Tschechien unterzeichnet werden. „Frieden und Solidarität” sowie das „Miteinander zweier Städte, die sich ihrer historischen Verantwortung bewusst sind”, sind, laut Bosse, Bestandteile des Vertragstextes. In der Praxis soll daraus eine gelebte Partnerschaft werden, die sich durch Freundschaften in den verschiedensten Teilen der Gesellschaft manifestiert. Die Schwerpunkte Jugend, Sport und Kultur sollen zunächst im Vordergrund stehen. So wird beispielsweise bereits zum Tänzelfest eine Mannschaft des FK Gablonz anreisen, die in der ersten tschechischen Liga spielen. Auf dem Besuchsprogramm steht ein Freundschaftsspiel gegen den BSK Neugablonz. Die Delegation aus Gablonz nahm während ihres Kurzbesuchs eine Vielzahl von Terminen wahr. Eine Stadtführung, die Besichtigung des Isergebirgsmuseums und der Erlebnisausstellung des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie standen ebenso auf dem Programm wie Gespräche zwischen den Vertretern beider Städte. Gerade Oberbürgermeister Bosse war es wichtig, eventuell „heikle Fragen” im Hinblick auf die gemeinsame Geschichte vor einer offiziellen Partnerschaft zu besprechen. „Behutsam und offen ohne Missstimmung” seien auch solche Themen wie die Vertreibung diskutiert worden, erläutert Stefan Bosse und blickt einer Städtepartnerschaft zuversichtlich entgegen.

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