Friedhofsgebühren sinken

Auf dem Waldfriedhof wird geprüft, welche der vielen verschiedenen Baumarten sich am besten für die geplanten Urnenbaumgräber eignen. Foto: Frisch

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Verwaltungsausschuss einige Neuerungen in Bezug auf die örtlichen Friedhöfe beschlossen. So sollen unter anderem Grabstätten für moslemische Mitbürger neu geschaffen werden. Das Thema ist bereits seit längerem in der Diskussion (der KREISBOTE berichtete).

Als Hauptkriterium stellte sich nach einer Befragung von rund 300 islamischen Mitbürgern heraus, dass auf den fraglichen Grabplätzen vorher noch keine Bestattung stattgefunden haben darf, da der Bestattungsritus im Islam ein Begräbnis in sogenannter „jungfräulicher Erde“ vorsieht. Im Rahmen der Sitzung, auf der auch zwei Vertreter der moslemischen Bevölkerung anwesend waren, wurden nun die Friedhöfe Oberbeuren (Kirche), Hirschzell und der Kaufbeurer Waldfriedhof als zukünftige Standorte vorgestellt. Zudem soll am Friedhof Neugablonz in Zusammenarbeit mit der Liegenschaftsverwaltung und der Rechtsabteilung der Stadt ein Nutzungsvertrag für einen entsprechenden Waschraum erstellt werden. Nach Unterschrift wird der Türkisch-Islamische Verein hier mit seinen Ausbauarbeiten beginnen. Als zweiter Tagesordnungspunkt wurde verkündet, dass es auf dem Kaufbeurer Waldfriedhof in Zukunft für alle Bürger die Möglichkeit zu einer Bestattung in Urnenbäumen und Urnenfamilienbäumen (bis zu acht Urnen) geben wird. Damit soll der allgemein steigenden Tendenz zur Feuerbestattung Rechnung getragen werden. Die Urnen werden dabei in einer Entfernung von bis zu drei Metern um den Baum begraben. Eine individuelle Gestaltung des Baumes oder der Grabstelle wird dabei nicht möglich sein, im Hinblick auf eine einheitliche Kennzeichnung möchte die Stadt einen Wettbewerb für Künstler und Handwerker ausschreiben. Des Weiteren gaben die Ausschussmitglieder ihre Zustimmung dafür, dass sich die Friedhofsgebühren für Angehörige in den nächsten vier Jahren teilweise deutlich verringern werden. Die allgemeine Verwaltungsgebühr sinkt dabei aufgrund von Neukalkulationen von bisher 150 auf zukünftig 74 Euro. Da außerdem ab 2011 die Unterhaltsgebühren pauschalisiert werden, können sich dadurch die Kosten vornehmlich bei großen Gräbern deutlich rdeuzieren. Ein Familiendoppelgrab, das bisher mit insgesamt rund 96 Euro pro Jahr veranschlagt ist, wird dann beispielsweise nur noch 56 Euro kosten.

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