Keine Alternative

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Die Sanierung der Friedhofsmauer, zu deren Unterhalt die Stadt vertraglich verpflichtet ist, kommt Marktoberdorf teuer zu stehen. So droht die steile Mauer abzurutschen.

Marktoberdorf – „Schnallen Sie sich besser an“, empfahl Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschuss, bevor er auf die Friedhofsmauer der Stadtpfarrkirche St. Martin zu sprechen kam.

Dort hatten sich, wie berichtet, immer mehr Risse und Verformungen aufgetan, so dass die Stadt im vergangenen Frühjahr eine genaue Untersuchung der Schäden veranlasste. Deren Ergebnisse sowie eine erste Kostenkalkulation stellte das Stadtbauamt nun dem Ausschuss vor: Rund 1,26 Millionen Euro wird die Instandsetzung der absturzgefährdeten Mauer kosten. „Das tut weh“, stellte Hell fest. „Ist aber alternativlos.“ 

Wie mehrere Gutachten im Bereich Statik, Baugrund und Steinsubstanz ergaben, ist die Friedhofsmauer dringend sanierungsbedürftig. Denn ihre Standsicherheit sei nicht mehr gegeben und ein so genannter Grundbruch drohe. Wie Marion Schmidt vom Bauamt erklärte, seien Gründungsmängel und schlechter Baugrund die Ursache der schweren Verformungen und Risse. „Der Gründungsfuß der Mauer steht an keiner Stelle auf tragfähigem Grund“, sagte Schmidt. 

Die Sanierung sieht vor, den Mauerfuß mit Betonverfüllungen, die per Hochdruck ins Erdreich injiziert werden, tragfähig zu gründen. Das ist teuer und macht rund zwei Drittel der Gesamtkalkulation aus. Doch auch Abriss und Neubau kämen um einiges teurer, betonte Stadtbaumeister Ralf Baur und verwarf damit das Ansinnen einiger Stadträte. „Aus der Nummer kommen wir also nicht raus“, brachte es Stadtrat Walter Breiner (Freie Wähler) auf den Punkt.

von Angelika Hirschberg

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