Früher Pakete, heute Bildung

Feierliche Einweihung der vhs und der Stadtbücherei Buchloe 

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Zweiter Bürgermeister Manfred Beck (rechts) nach der Schlüsselübergabe mit den Angestellten und Vorsitzenden von Bücherei und vhs.

Buchloe – Eineinhalb Jahre hat der Umbau des ehemaligen Postamtes am Bahnhofsplatz gedauert. Die marode braune Hausfassade hat sich in ein modernes Gebäude verwandelt, das jetzt die örtliche Volkshochschule und die Bücherei beherbergt. Am vergangenen Samstag übergab Zweiter Bürgermeister Manfred Beck im Namen der Stadt Buchloe die Schlüssel an die Leitungen der beiden Institutionen.

Eine knappe Stunde später als geplant begann um 11 Uhr die offizielle Einweihung des renovierten Baus. Innenstaatssekretär Gerhard Eck, gleichzeitig Ehrengast der Veranstaltung, hatte sich verspätet. Bürgermeister Beck nahm die Situation gelassen. „Jeder gute Plan verträgt mindestens eine Veränderung“, erklärte er die Situation. Die geladenen Gäste konnten sich so bereits vor den Ansprachen ein Bild vom neuen Gebäude machen. Eine Dia-Show zeigte die vorgenommen Maßnahmen der letzten beiden Jahre und vermittelte so auf beeindruckende Weise, welch umfangreiche Veränderungen vorgenommen werden mussten, um den Umbau jetzt präsentieren zu können. Beck sprach in seinen Grußworten von einem Wandel „von der Raupe zum Schmetterling.“ Das Projekt war unter anderem durch die Städtebauförderung von Bund und Ländern durch einen Zuschuss von einer Million Euro unterstützt wurden.

Innenstaatssekretär Eck legte in seiner Festansprache hierzu einige Zahlen dar. So seien seit der Gründung der Städtebaufinanzierung vor 45 Jahren alleine in Schwaben 668 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden, Buchloe profitierte dabei bereits von vier Millionen. Eck betonte hier, dass es besonders wichtig sei, den Mensch dabei ins Zentrum zu stellen und die Stadt als Lebensmittelpunkt zu erhalten.

Innenstaatssekretär Gerhard Eck (links) überreichte zweitem Bürgermeister Manfred Beck den Förderbescheid für die Umgestaltung des Bahnhofareals.

Hier ist sicherlich die zentrale Lage am Bahnhof von großem Vorteil, auf die Landrätin Maria Rita Zinnecker mit einem Augenzwinkern einging. Im ganzen Ostallgäu gäbe es sonst keine Stadtbücherei oder Volkshochschule mit überregionalem Bahnanschluss.

Um die lang andauernden Bauarbeiten abzurunden, plant die Stadt Buchloe jetzt noch die Gestaltung des Bahnhofplatzes. Hierfür konnte Eck am Ende seiner Rede einen Förderbescheid überreichen. Zinnecker händigte eine Spende des Landratsamtes aus.

Architekt Philip Leube skizzierte einen groben Überblick über die baulichen Maßnahmen. Leube hatte mit seinem Team des Architekturbüros F64 2015 den Planungsworkshop gewonnen. Er sei froh und dankbar, die Herausforderung im Bezug auf den „fragwürdigen Ausdruck“ des Postgebäudes angenommen zu haben.

Benefiziat Sebastian Schmidt und Pfarrer i. R. Gotthold Karrer segneten anschließend das Gebäude und alle Anwesenden. „Wo Menschen lehren, lernen, sich begegnen, darf der Segen Gottes nicht fehlen“, sagte Schmidt. In seinen Worten ging er auch auf die Flüchtlinge ein. Die Volkshochschule trage mit ihren Sprachkursen einen wichtigen Beitrag dazu, Vertriebenen eine neue Heimat zu schenken.

Nach der anschließenden Schlüsselübergabe ergriff die Erste Vorsitzende der vhs, Gudrun Nerlinger-Jambor, das Wort. Sie bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten, darunter auch dem städtischen Bauhof, der wichtige Beiträge zu der gelungenen Renovierung geleistet hatte. Ihre Freude über die neuen Räume war ihr anzumerken: „Wir wollen keine zufriedenen Kunden, wir wollen begeisterte“, sagte sie.

Für alle Interessierten war am Nachmittag ein buntes Programm geplant. Neben dem Bücherbär, einem kleinen Bücherbasar und dem Ballon- und Zauberkünstler Michael Fasiloglu, organisierte auch die ebenfalls im Haus untergebrachte Musikschule der vhs ein buntes Programm. Sie hatte den Festakt am Vormittag mit Stücken von Händel eindrucksvoll untermauert.

von Agnes Reißner

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