Führungsverstärkung

Doppelspitze für die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

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Doppelspitze: Ute Sperling und Andreas Fischer lenken gemeinsam das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Das Kommunalunternehmen (KU) Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren wird nun von einer Doppelspitze geführt. Andreas Fischer ist neben der Vorstandsvorsitzenden Ute Sperling als weiterer Vorstand für die Kliniken tätig. Im Rahmen eines Pressegespräches stellte Verwaltungsratsvorsitzende und Landrätin Maria Rita Zinnecker zusammen mit ihrem Stellvertreter, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, den neuen Vorstand vor.

„Das Unternehmen ist auf einem guten Weg und wir sind nun für die Herausforderungen an drei Standorten gut gerüstet“, sagte die Landrätin. „Viele Aufgaben warten auf uns!“ „Ich freue mich auf eine spannende Aufgabe“, sagte Fischer, der in seinem ersten Eindruck von einem „sehr guten und positiven Betriebsklima“ im Unternehmen sprach.

Der neue Mann als Vorstand habe am 1. März seine Arbeit aufgenommen, sagte Zinnecker und auf der letzten Verwaltungsratssitzung sei der von beiden Vorständen vorgeschlagenen Aufgabenteilung zugestimmt worden (siehe Infokasten). Wie die Landrätin weiter erläuterte, sei Fischer mithilfe einer externen Personalberatung aus über 50 Bewerbungen ausgewählt worden. Man habe einen erfahrenen Klinikfachmann für die künftigen Herausforderungen des KU gefunden.

„Patient an erster Stelle“

Fischer (siehe Steckbrief), der seit Kurzem in Kaufbeuren wohnt, hat nach eigenen Worten das „Krankenhauswesen bodenständig kennengelernt“. Er freut sich auf die Aufgabe, zusammen mit Ute Sperling die Weiterentwicklung gestalten zu können. In seiner Heimat habe er erste kommunale Erfahrung, unter anderem im Rahmen einer Klinikfusion, sammeln können. Die Gründe für seinen Wechsel aus einem privaten zu einem kommunalen Klinikunternehmen sieht er in der Wahrnehmung der Aufgabe: „Im Gesundheitswesen sind die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig“. Auch in Zeiten knapper Kassen stehe die Versorgung der Bevölkerung im Vordergrund. „Der Patient steht bei mir und bei Frau Sperling an erster Stelle“, so Fischer. Natürlich müsse wirtschaftlich gearbeitet werden und das sei im Klinikum der Fall: „Die Hausaufgaben sind gemacht worden, mit den drei Häusern gibt es gute Strukturen, mit denen man weitermachen kann.“

Auch die personelle Entwicklung sei langfristig und nachhaltig angelegt. Die Schulen sieht der Vorstand als „großes Feld“ und in der Öffentlichkeitsarbeit möchte er „Themen an die Bevölkerung“ bringen.

„Schwarze Null erreicht“

Auf Nachfrage zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung mit nunmehr zwei Vorständen des Klinikunternehmens sagte Ute Sperling: „Wir haben die ‚Schwarze Null‘ sozusagen erreicht.“ Die Zielsetzung sei weit vor dem eigentlichen Plan gelungen. Die Thematik sei aber mittlerweile eine andere. Die Gesamtvielfalt der Aufgaben und Herausforderungen habe zugenommen. Bezüglich der Personaluntergrenzen habe sie schon vor zwei Jahren vorgesorgt und auch die Pflegerhelferschule sei innerhalb von Monaten umgesetzt worden. Auch neue Vorgaben für Schulen müssten weiterentwickelt werden. „Was sich aktuell im Krankenhauswesen entwickelt, hat Dimensionen und Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht“, so Sperling. Zwar räumte sie ein, dass sie nun manche Aufgabe abgeben könne, ob dies nun aber insgesamt besser sei, als vorher in alleiniger Zuständigkeit zu agieren, könne sie ehrlicherweise nicht beantworten: „Das weiß ich nicht. Nun habe ich einen Sparringspartner, mit dem ich lange debattieren kann, bis wir an den Punkt kommen, wo einer von uns beiden sagt: ‚Rot oder Grün‘“. In vielen Punkten werde es sicher einfacher, in anderen Punkten schwieriger, aber insgesamt würden die Aufgaben nicht weniger, „dafür sorgt die Politik tagtäglich“.

„Frau Sperling hat nicht aktiv um Unterstützung gebeten“, ergänzte Oberbürgermeister Bosse, „den Willen des Verwaltungsrates aber konstruktiv begleitet.“ Mit der Besetzung eines zweiten Vorstandes gehe ein lang gehegter Wunsch des Verwaltungsrates in Erfüllung, der angesichts der „mächtigen Aufgabe und Komplexität“ immer eine Verstärkung – Firma oder Person – gewollt habe. „Jeder Vorstand hat das Profil, das den anderen ergänzt“, so Bosse.

Auf eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Augsburg angesprochen, sagte die Vorstandsvorsitzende: „Die Zielsetzung ist klar und wir sind schon sehr weit. Die frühere Zusammenarbeit funktioniert jetzt intensiver.“

Wer macht was?

Aufgabenverteilung der Vorstände im Kommunalunternehmen Klinikum Ostallgäu-Kaufbeuren:

Ute Sperling ist zuständig für:

Finanzen, Wirtschaft,

Investitionsgütereinkauf,

IT-Technik/Internet,

Qualitätsmanagement.

Andreas Fischer ist zuständig für:

Personal, Controlling/Compliance,

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit,

Hygiene, Verbrauchsgütereinkauf,

Schulbereich/Pflegeschule.

Beide Vorstände tragen gleichermaßen die Verantwortung für alle drei Standorte sowie die Unternehmensstrategie und sind an allen drei Häusern präsent. Zusammen werden auch die im vorigen Jahr vom „Gemeinsamen Bundesausschuss“ (GBA) beschlossenen Verfahren zur stationären Notfallversorgung in strukturschwachen Gebieten umgesetzt.

Steckbrief

Andreas Fischer

Dipl.-Kaufmann (FH)

45 Jahre

ledig

gebürtig aus Selb/Oberfranken

bisherige Funktionen als:

"Personalleiter,

"Verwaltungsdirektor,

"Geschäftsführer, (zuletzt

"Asklepiosklinik Lindau)

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