Nachfolger für Geschäftsführer Markus Poppler noch nicht in Sicht

Führungswechsel im Espachstift

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Über sechs Jahre ein Team: Der scheidende Geschäftsführer im Espachstift Markus Poppler (li.) und Ernst Schönhaar als Vorsitzender des Kuratoriums.

Kaufbeuren – Manche Dinge plant man nicht, sie kommen einfach auf einen zu. So jedenfalls erging es Markus Poppler als Geschäftsführer des Kaufbeurer Senioren- und Pflegeheims Espachstift. Er wechselt an eine Klinik im österreichischen Zell am See.

„Von langer Hand war das nicht geplant, aber ich habe ja ursprünglich in einem Krankenhaus begonnen und bei diesem Angebot konnte ich nicht Nein sagen“, so der 36-Jährige. Für Ernst Schönhaar, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Espachstift, fällt es schwer, sich nach über sechs Jahren Zusammenarbeit von seinem Geschäftsführer zu trennen: „Ich hätte ihn gerne behalten“. Ein Nachfolger wird nun gesucht.

Bei der neuen Tätigkeit in leitender Funktion am Tauernklinikum geht es nach den Worten des scheidenden Geschäftsführers um eine Ausrichtung in die Zukunft des Unternehmens. „Das stellt für mich eine reizvolle und interessante Aufgabe dar“, so Markus Poppler im Gespräch mit dem Kreisbote. Auch mit Blick auf die persönliche und familiäre Situation habe sich eine Veränderung jetzt angeboten. Es sei, wie so oft bei einem Wechsel, das „lachende und weinende Auge“, denn besonders die Menschlichkeit im Haus sei sehr positiv gewesen und nie zu kurz gekommen. Wobei aber für ihn auch klar ist: „Ich hinterlasse ein geordnetes Haus und gehe daher mit großer Zufriedenheit.“ Etwas wehmütig blickt Schönhaar auf den Weggang von Poppler: „Ich verliere einen Geschäftsführer mit Visionen und Ideen, der das Haus nach vorne gebracht hat. Er war nicht nur im Haus, sondern auch im Kollegenkreis anerkannt“.

Viel erreicht

Poppler blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück. Dabei stellen die personellen Umstrukturierungen einen Teil dar. Die Pflegedokumentation und Abrechnung wurde komplett digitalisiert, Stationshilfen zur Entlastung der Pflegekräfte und ein Entspannungsraum eingerichtet. Der Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements mit Yoga, Betriebssport sowie Einzel- und Gruppensupervisionen und Fortbildungen auf Hochschulniveau gehören ebenfalls dazu. „Besonders gut hat sich unser ‚Sondergratifikationssystem‘ bewährt“, berichtet Poppler. Dabei wird die Leistung der Mitarbeiter besonders belohnt, wenn sie bei personellen Engpässen einspringen und mehr arbeiten.

Doch auch im baulichen Bereich gab es einige Veränderungen. Der Abschluss der neuen Wohnanlage für das betreute Wohnen mit 44 Wohneinheiten bei vier verschiedenen Wohnungstypen gehört ebenso dazu wie beispielsweise die Kernsanierung der Zentralküche mit Erweiterungsumbau oder ein Dementenschutzsystem. Die Bäder wurden umgebaut und mit neuesten Pflegebadewannen ausgestattet. „Ein großes Anliegen war mir die Einrichtung eines Palliativraumes als Ort für die letzten Stunden des Lebens“, sagt Poppler. Er sei 2018 verwirklicht worden und biete im ruhigsten Bereich der Anlage ein besonders ausgestattetes Appartement mit Übernachtungsmöglichkeit für Angehörige.

Nachfolge

„Wir haben in den sechs Jahren äußerst vertrauensvoll zusammengearbeitet“, so der Kuratoriumsvorsitzende. „Alle Entscheidungen waren eng abgestimmt.“ So könne man jetzt die angelaufenen und noch offenen Projekte weiterführen. Dazu gehört auch der Bau einer Kindertagesstätte mit 15 Krippenplätzen für Mitarbeiter, die schon lange vorgesehen ist und Mitte 2020 in die Planung gehen soll. Bis zu einer Neueinstellung will Ernst Schönhaar zusammen mit Verwaltungsleiter Christian Jakob und Pflegedienstleitung Galina Taher quasi als Trio gemeinsam die Aufgaben der Geschäftsführung wahrnehmen und die Interimszeit überbrücken. „Wir werden uns bei der Suche nach einem Nachfolger Zeit lassen“, sagte Schönhaar. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“

von Wolfgang Becker  

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