„Mit der Arbeit verwurzelt“

Führungswechsel bei der Kaufbeuren ATM Training

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Strahlende Gesichter beim Führungswechsel: Otto Fischer (v. li.), Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Joachim Keck und Jan Herchenröder.

Kaufbeuren – „Sie waren ein Mann der ersten Stunde bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) und sind mit Ihrer Arbeit verwurzelt wie ein starker Baum“, so Prof. Klaus Dieter Scheurle als Vorsitzender der Geschäftsführung der DFS bei der Verabschiedung von Joachim Keck als Geschäftsführer der DFS-Tochter „Kaufbeuren ATM Training GmbH“ (KAT) in Kaufbeuren.

Keck hatte mit der Gründung des Unternehmens im Mai 2016 die Leitung übernommen, welches seit 2017 die Ausbildung des Flugsicherungspersonals für die Bundeswehr durchführt. Damit schließt sich für den ehemaligen Flugsicherungsoffizier ein beruflicher Werdegang, der 1976 in Kaufbeuren begonnen hatte. Nachfolger wird Otto Fischer am Dienstsitz in Langen, während die operative Leitung vor Ort von Jan Herchenröder wahrgenommen wird.

Mit Keck verliere die DFS nicht nur einen „erfahrenen und fachkundigen Mitarbeiter“, sondern einen Kollegen, der mit „kompetenter Arbeit und dynamischer und zielorientierter Art“ auch die „Anerkennung und den Respekt seiner Mitarbeiter“ erworben habe. „Sie heben das in Sie gesetzte Vertrauen mit der Gründung und dem Aufbau der KAT in vollem Umfang gerechtfertigt“, sagte der DFS-Vorsitzende, „und mit Mut, Flexibilität und Fingerspitzengefühl die KAT wie ein Start-up-Unternehmen zum Fliegen gebracht.“ Keck war 43 Jahre in der Flugsicherungsarbeit tätig, davon fast 25 Jahre im Dienst der DFS in mehreren nationalen und internationalen Verwendungen. Mit der Gründung der KAT und den damit verbundenen Herausforderungen in nur wenigen Monaten bis zur Übernahme der Ausbildung hätten Personalauswahl, Vertragsabschlüsse, technische und administrative Aufgaben ein immenses Arbeitspensum bis tief in die Nacht hinein mit sich gebracht, so Scheurle in seinem Dank für die geleistete Arbeit.

60-jährige Tradition

Auch die weitere Herausforderung mit dem Bau des neuen Flugsicherungscampus „KAT Akademie Allgäu“ sei durch das Management und alle Mitarbeiter bravourös gemeistert worden. Die Investition von 18 Millionen Euro sei gut angelegtes Geld in die Qualität der militärischen Flugsicherungsausbildung am Standort: „Wir sind stolz darauf, eine 60-jährige Tradition fortführen zu dürfen.“ Die Partnerschaft von Bundeswehr und DFS mit der Vereinigung von ziviler und militärischer Flugsicherung unter einem Dach seit 1993 sei ein „europaweit einzigartiges Modell“ und sorge dafür, dass die knappe Ressource Luftraum „bestmöglich“ genutzt werde.

Erfülltes Berufsleben: Joachim Keck dankte insbesondere seinen Weggefährten und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit beim Aufbau des Unternehmens KAT in Kaufbeuren.

Oberst Dirk Niedermeier als Kommandeur des Fliegerhorstes bescheinigte dem Scheidenden, „geradlinig und zielstrebig stets den Drahtseilakt zwischen seinem Mutterhaus und den Eigenheiten der Bundeswehr“ bewältigt zu haben. Die KAT habe sich vom „Untermieter zum Nachbar“ entwickelt. Mit MdB Stephan Stracke (CSU), MdL Bernhard Pohl (FW) und Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigten auch die politischen Vertreter das Wirken von Keck. Stracke sprach von einem „Glücksfall, die Tradition der Flugsicherungsausbildung mit der DFS hier am Standort fortsetzen zu können“. Pohl bezeichnete die KAT als „Perle“ und sagte: „Dieser Standort hat Zukunft, weil die Menschen hier und das Unternehmen zusammenpassen.“ Letzteres habe mit Keck ein Gesicht bekommen. Bosse sah in Keck einen „Pionier der Einrichtung, dem es daran lag, den Standort zu verorten“ und freute sich: „Großartig, was gelungen ist.“

„Tolle Sache“

In seiner Ansprache bezeichnete es Keck als „ganz tolle Sache“, dass er seine berufliche Laufbahn am Standort begonnen und beenden konnte. Mit der Beauftragung 2016 sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. Er dankte allen Mitarbeitern und sagte: „Ich gehe mit voller Zufriedenheit und übergebe 85 Mitarbeiter an die ‚KAT Akademie Allgäu‘, die unter der neuen Leitung bestens aufgehoben sind.“

Der neue Geschäftsführer Otto Fischer hat 1991 seine Ausbildung in Kaufbeuren absolviert. Er ist Leiter der Akademie der Deutschen Flugsicherung ­GmbH in Langen und als ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der KAT mit allen diesbezüglichen Themen vertraut. „Ich freue mich, dass ich das weiter begleiten darf“, sagte der 53-Jährige. Jan Herchenröder, bisheriger Vertreter von Keck und mit nationaler und internationaler Erfahrung ausgestattet, wird zukünftig vor Ort die Geschäfte als Geschäftsleiter führen. Er ist seit Gründung des Unternehmens für die KAT tätig und zeichnete bislang für die Leitung des Geschäftsfachbereichs Flugverkehrskontrolle und Simulation verantwortlich.

von Wolfgang Becker

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