Fünfknopfturm-Förderverein lädt am 30. September zum großen Turmfest ein

100. Geburtstag des Wappenschilds

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Das Geburtstagskind: Der hundertjährige Wappenschild an der Ostseite des Fünfknopfturms.

Kaufbeuren – Genau am 30. September wird er 100 Jahre alt, der Schild auf unserem Wahrzeichen. Auf dem 9,70 Meter hohen Schild am Fünfknopfturm auf der Ostseite zur Stadt hin wurden 5.387 Nägel zur Kriegshilfe und Kriegsfürsorge eingeschlagen und am 30. September 1917 enthüllt. Anlässlich des Jahrestags lädt der Förderverein Fünfknopfturm zum 1. Turmfest zu Füßen des Turms ein und hat ein attraktives Programm zusammengestellt.

Es beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Turmweihe. Pfarrer Bernhard Waltner von der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin und Pfarrerin Britta Gamrath von der evangelischen Dreifaltigkeitskirche werden dem Turm ihren Segen geben. Im Anschluss erfolgt ein Grußwort von Oberbürgermeister und Schirmherr Stefan Bosse mit der symbolischen Turmübergabe von der Stadt Kaufbeuren an den Förderverein Fünfknopfturm.

Danach ist Feiern angesagt. Neben der musikalischen Umrahmung durch die Kaufbeurer Musikkapellen aus allen Stadtteilen auf zwei Bühnen sorgen „Walkacts“ der Kulturwerkstatt mit Kaufbeurer Sagengestalten, eine Autogrammstunde mit ESVK-Spielern, die „Buronia Dreamboys“ von Aufbruch-Umbruch, das SPOT Theater Kaufbeuren mit „Schandflecken“ (Kaufbeuren im 15. Jahrhundert) und die Böllerschützen Baisweil für Unterhaltung. Kunsthandwerkerstände und Bücher, Kinderschminken, eine Ausstellung von Schülerarbeiten der Sophie-la-Roche-Realschule sowie Kinder-Armbrustschiessen (Geisterjagd) und Geschicklichkeitsspiele mit den Edlen von Buron runden das Angebot ab. Speisen und Getränke gibt es im Café am Fünfknopfturm und mit einem kleinen Feuerwerk, das zwei Kaufbeurer Bürger dem Fünfknopfturm schenken, endet das Turmfest.

Turmbesteigung

Hauptattraktion für die Kaufbeurer dürfte jedoch die Möglichkeit sein, ihr Wahrzeichen erstmals zu besteigen, seit die letzten Mieter ausgezogen sind. Zwischen 11 und 18 Uhr finden in Gruppen von maximal 15 Personen Kurzführungen statt, um extra vielen Besuchern die Besichtigung zu ermöglichen.

Der Fünknopfturm-Förderverein hat seit seiner Gründung vor drei Jahren den geplanten Rückbau des Turms in eine Annäherung an seinen mittelalterlichen Urzustand schon weit vorangebracht. Von den modernen Einbauten der ehemaligen Bewohner ist nichts mehr zu sehen und der Turm erstrahlt außen und innen in frischem Verputz und Anstrich.

Natürlich mussten, damit der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden durfte, etliche Auflagen erfüllt werden: Er wird jetzt in drei Geschossen durch ein (unsichtbares) Stahlkorsett zusammengehalten und etliches Balkenwerk wurde verstärkt. Ein zweiter Rettungsweg wurde durch die Freilegung eines zum Ausstieg ausreichend großen Fensters und der Platzreservierung für eine Drehleiter sicher gestellt. Der Brandschutz im künftigen zusätzlichen Trauzimmer wurde durch eine feuerhemmende Tür und entsprechende Rigipsplatten gewährleistet. Noch arbeiten die Azubis der Doblerschen Lehrlingswerkstatt mit Volldampf, aber zum Turmfest wollen sie fertig sein.

Von der für das 2. Obergeschoss vorgesehenen Ausstellung werden bereits die Infotafeln über „das Leben im Turm der Familie Kunstmann“ und über den Türmerdienst zu sehen sein. Alle vorgesehenen Ausstellungsstücke will man jedoch noch nicht präsentieren, weil noch ein paar museums­technische Voraussetzungen fehlen. „Aber es muss ja noch etwas fürs nächste Turmfest übrig bleiben“, lächelt der Fördervereins-Vorsitzende Klaus Müller.

Auf jeden Fall werden weiterhin Spenden für den Turm benötigt. Spenden lässt sich hier mit Spaß verbinden, denn der Förderverein hat beim Tänzelfest mit einem neuen modernen und nur noch etwa zwei Meter hohen Wappenschild begonnen, der aber Platz für 5.396 Holznägel zu mindestens 5 Euro bietet. Jeder Nagler darf sich ins Nagelbuch eintragen und so in die Geschichte Kaufbeurens eingehen. Dass bisher schon rund 1.800 Nägel verkauft wurden sowie mehrere größere Spenden eingegangen sind, ist ein Beweis dafür, dass den Kaufbeurern „ihr“ Fünfknopfturm nach wie vor am Herzen liegt. Die nächste Gelegenheit, einen weiteren Nagel in das Kaufbeu­rer Stadtwappen zu schlagen, bietet sich beim Turmfest. Und diese Nägel dienen nicht, wie die historischen, einem Krieg, sondern dem Bewahren der Kaufbeurer Geschichte.

Infos zum Turmfest:

"1. Turmfest am Fuß des Fünfknopfturms am Samstag, 30. September von 10 bis 19 Uhr. Das komplette Programm finden Sie im Internet unter www.fuenfknopfturm.de

"Turmbesichtigungen sind auch am Sonntag von 10 bis 13 Uhr (letzter Einlass um 12.45 Uhr) möglich, danach nur nach Vereinbarung über die Tourist-Information.

"Parken zum Turmfest: Die Anfahrt über den Schießstattweg ist nicht möglich und am Fünfknopfturm stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Parken Sie darum bitte an der Aktienbrauerei und der Zeppelinhalle, in der Hölzlestraße und der Hohen Buchleuthe und im Sparkassenparkhaus (S-Parkhaus Süd) in der Inneren Buchleuthenstraße. Mehr Parkplätze finden Sie auf den Seiten der Tourist Information www.kaufbeuren-tourismus.de.

von Ingrid Zasche

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