Großer Festakt

Fünfzig Jahre leben, lernen, lachen: Don-Bosco-Schule Marktoberdorf feiert Jubiläum

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Miteinander lernen, leben, lachen: die musikalischen Beiträge kamen fast ausnahmslos von den Schülerinnen und Schülern.

Marktoberdorf – „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ – dieser Leitspruch Don Boscos war der Titel der gesungenen Eröffnungsnummer zur 50-Jahr-Feier. Er ist nicht nur ein Lebensmotto, sondern bringt den ganzheitlichen Ansatz der Schule auf den Punkt.

Christoph Thoma, Journalist und Mitarbeiter der Schule, führte als Moderator durch das bunte Programm. Die gesanglichen und tänzerischen Darbietungen kamen von den Kindern aus den verschiedenen Jahrgangsstufen der Schule. Begleitet wurden sie dabei von der DoBo-Band.

„Danke für ein gutes Miteinander über 50 Jahre“, sagte Kreisrätin Angelika Schorer (CSU) in der vollen Schulaula und lobte den strukturellen Ansatz der Schule, sich auf die Diskussion um Inklusion oder Förderschule gar nicht erst einzulassen, sondern tatsächlich beides anzubieten.

Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bescheinigte der Schule einen Geist voller Empathie, dessen sinnliche Strahlkraft man schon beim Anblick der kreativen Außengestaltung spüren könne. „Bleiben sie so, wie sie sind“, beschwor er die versammelte Schulfamilie, „pflegen sie diesen Geist weiter!“

Für Claudia Thoma, die leitende Regierungsschuldirektorin von Schwaben, liegt die Qualität des ganzheitlichen Ansatzes in dessen Vielfalt. Sie lobte die Schule als „Kompetenz- und Beratungszentrum für Kinder und Eltern“. Die Don-Bosco-Schule sei nicht nur „Unterrichtsraum, sondern Lebensraum“, so Thoma wörtlich, und traf damit auch das Motto der Schule.

Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker stellte das gute Miteinander in den Vordergrund, das an der Schule nicht nur aktiv gelebt, sondern auch intensiv gepflegt werde, wie zum Beispiel in Kooperationen mit der Adalbert-Stifter-Schule oder der Theaterschule mobilé unter der Leitung von Monika Schubert. Darüber hinaus erwähnte Zinnecker den Beschluss des zuständigen Kreisausschusses, die Sanierung und dringend nötige Erweiterung des Schulgebäudes mit sechseinhalb Millionen Euro auf den Weg zu bringen (wir berichteten) und bezeichnete diesen im Hinblick auf den runden Schulgeburtstag als „großes Geschenk“. In diesem Zusammenhang erwähnte Zinnecker auch den Bau einer schuleigenen Mensa – gefolgt vom Applaus der Zuhörerschaft.

Wertschätzung und ein neuer Bus

Im Anschluss an die Grußworte hielten die Vorsitzenden von Elternbeirat und Förderverein Stefanie Bihlmeier und Claudia Wachsmann gemeinsam eine engagierte Rede, die auch die Kinder durch Rückfragen und spezielle Zuwendung miteinbezog. Anschaulich legten sie dar, wie Lob, Höflichkeit, Wertschätzung, Anerkennung und Respekt zum Leitsatz der Einrichtung „miteinander lernen, lachen, leben“ beigetragen hätten. Als derzeit größtes und dringendstes Projekt von Elternbeirat und Förderverein stellen sie die Finanzierung eines neuen Busses vor, der vor allem für die Aktivitäten im „offenen Ganztag“ unverzichtbar sei, bei dem die Schüler die Natur und das Berufsleben erkunden könnten. Unterstützen könne man die Anschaffung durch Spenden oder eine Fördervereinsmitgliedschaft.

Afrikanische Gäste

Als Matthias Trautner vom Verein zur Selbsthilfe Munyu/Kenia e. V. das Wort ergriff, stellte der dem Publikum zwei internationale Gäste vor. Peter Syanda, der Schulleiter der kenianischen Maria-Magdalena-Special-School in Munyu, und sein Stellvertreter Moses Muchiri seien im Rahmen eines Austauschprogramms nicht nur hierhergekommen, um den Geburtstag der Schule mitzufeiern, sondern auch, um sich darüber zu informieren, wie man hierzulande Menschen mit Behinderungen unterrichtet. Neben finanzieller Hilfe vor Ort, so Trautner, stünden Austausch- und Besuchsprogramme für Lehrer im Mittelpunkt der Bestrebungen. Geplant seien in diesem Zusammenhang Besuche bei verschiedenen Einrichtungen im Allgäu und im Ulmer Raum. „Zusammenarbeit über Grenzen tut einfach gut“, sagte Trautner und überließ Peter Syanda das Mikrophon, der sich in seiner kurzen Rede für die finanziellen Hilfen bedankte, die unter anderem die Anschaffung schulischer Einrichtungsgegenstände und die eines Stromgenerators ermöglicht hätten. Darüber hinaus betonte er die lebhafte Nachfrage nach den sonderpädagogischen Workshops an seiner Schule.

Das bunte Schulleben und die Lehren Don Boscos

Schulleiter Heiner Tischer ist stolz auf seine Schule und freut sich über ihre bauliche Erweiterung.

In seiner anschließenden Festrede hielt Schulleiter Heiner Tischer einen historischen Rückblick, bei dem er seine Vorgänger als maßgebliche Entwickler der Einrichtung würdigte, und die Bedeutung des Schulausbaus von 1993 bis 1995 unterstrich. „So vieles wurde plötzlich möglich“, sagte Tischer und gab einen lebendigen Einblick in das „bunte Schulleben“, das die zunehmende Attraktivität der Schule, und die steigenden Schülerzahlen erkläre. Vor diesem Hintergrund sei der sehnlichst erwartete Ausbau der Schule dringend nötig, und auch die gute Statistik der Schulabgänger spreche für sich: Rund 42 Prozent der förderbedürftigen Schüler fänden direkt einen Ausbildungsplatz und nur sechs Prozent verließen die Einrichtung vorzeitig. Tischer betonte, gute Ergebnisse könnten immer nur gemeinschaftlich erzielt werden: durch die Leistung der Schüler, die Rahmenbedingungen seitens der Leitung und natürlich durch die hervorragende Arbeit des Lehrerkollegiums inklusive aller Mitarbeiter.

Als Festrednerin hieß er die Theologin und Sozialpädagogin Angelika Gabriel von den Salesianern Don Boscos in Benediktbeuern willkommen, die in ihrem Festvortrag über Don Boscos pädagogische Prinzipien referierte. Das System seiner Lehre stütze sich auf die drei Säulen Vernunft, Liebe und Religion, deren zentrale Achse die Liebe sei, denn, so Gabriel wörtlich: „Vernunft ohne Liebe ist kalt, und Religion ohne Liebe gefährlich.“ Ins Zentrum der Bedeutung rückte sie ferner den Kernsatz Don Boscos, Lehrer müssten Assistenten sein, damit das Leben gelinge.

Passend dazu traten am Ende die Lehrer des Kollegiums auf und sangen gemeinsam „Das arme Dorfschulmeisterlein“, einmal in der klassischen Textversion, und einmal bearbeitet für die Gegenwart.

von Felix Gattinger

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