Fußball-WM: Stimmen aus der Region nach der Auftaktniederlage

Den Schneid abgekauft

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Fußball-WM: Wir haben mal bei lokalen Fußballgrößen nachgefragt, wie sie das Auftreten der Deutschen Nationalelf bewerten.

Landkreis – Groß war die Freude auf den Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Mit Spannung haben Millionen Fans auf das erste Gruppenspiel gegen Mexiko hingefiebert. Und sie wurden alle maßlos enttäuscht. Das 0:1 zum Auftakt gleicht einer schellenden Ohrfeige.

Nicht nur, dass für das DFB-Team das vorzeitige Vorrunden-Aus droht, stehen mit Schweden und Südkorea nun zwei echte K.O.-Spiele bevor. Der Kreisbote hat Reaktionen und Stimmen zur Auftaktniederlage eingefangen.

Taner Coskun, der zuletzt für den SV Mauerstetten als Trainer an der Seitenlinie stand, meinte über die 90 Minuten: „Deutschland war spielbestimmend, sie hatten auch mehr Ballbesitz. Mexiko hat gut gekontert. Mit Glück wäre auch noch das Unentschieden möglich gewesen. Mir ist aufgefallen, dass im deutschen Team kein Leader (Anm. d. Red.: Anführer) zu erkennen ist. Timo Werner ist auch kein Klose. Uns fehlt einiges, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen.“

Überhaupt kein gutes Zeugnis hat Günter Bayer, Cheftrainer des BSK Olympia Neugablonz, Jogis Jungs ausgestellt. „Da war überhaupt kein Feuer drin, da hat nichts gebrannt. Für mich war auch keiner heiß drauf diese Partie gewinnen zu wollen. 

Günter Bayer

Deutschland ist mit einer Portion Selbstsicherheit und Überheblichkeit ins Spiel gegangen.“ Zu wenig Laufarbeit und die Bereitschaft zum Kampf haben gefehlt. Es ist doch selbstverständlich, dass jeder den Weltmeister schlagen will. Mexiko hatte nichts zu verlieren. Für den 64-Jährigen schlagen nach der Auftaktniederlage die Alarmglocken. „Absolut ist unser Weiterkommen gefährdet.“ Denn jetzt müsse das DFB-Team gewinnen, stehe aber enorm unter Zugzwang.

Fred Jentzsch

Mit Kritik spart auch Fred Jentzsch aus Kaufbeuren nicht. Der 53-Jährige, der sich drei Spielzeiten für den SV Fuchstal als Coach verantwortlich zeigte, hat eine verdiente Niederlage der deutschen Elf gesehen. „Mexiko hat uns den Schneid abgekauft. Wir haben zu viele Fehler gemacht, standen in der Defensive sehr offen. Zudem war zu wenig Tempo in unserem Spiel drin. Für uns kann es nur noch besser werden.“

Ähnlich sieht es auch Christian Gabler Ressortleiter Nachwuchs beim SVO Germaringen. „Ich kann doch von einem Nationalspieler erwarten, dass er sich beim WM-Auftakt buchstäblich verreißt. 

Christian Gabler

Wir haben total behäbig gespielt, ohne Pfeffer“, bekommt auch Joachim Löw kein gutes Zeugnis von ihm. „Mit der Aufstellung war ich nicht besonders glücklich. Die jungen Wilden hat er erst einmal zuhause gelassen oder stellt sie bei der WM auch nicht auf. Boateng und Hummels waren für mich nicht spritzig genug. Und Özil ist mein besonderer Fall: Er hat nur zugeschaut und das Spiel verlangsamt.“ Gabler sieht indes das Weiterkommen in die K.O.-Runde nicht in Gefahr, „aber es wird über das Viertelfinale mit dieser Truppe wohl nicht hinausgehen.“

Von Stefan Günter

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