Drohnen: Eine Chance für Kaufbeuren?

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Großes Interesse: Jan Herchenröder DFS/KAT (re.) erklärt den MdL der FW-Delegation die Ausbildung im Simulator. Im Bild zu sehen sind Dr. Leopold Herz (v. li.), Eva Gottstein, Bernhard Pohl und Hubert Aiwanger.

Kaufbeuren – „Die Staatsregierung muss das Thema Drohnenflug im Bereich Katastrophenschutz zentral in die Hand nehmen und standardisiert ausbilden“, lautete das Fazit von Hubert Aiwanger im Rahmen einer Besichtigung auf dem Kaufbeurer Fliegerhorstgelände. Der Bundes- und Landesvorsitzende der Freie Wähler Landtagsfraktion informierte sich mit weiteren Mitgliedern in der vergangenen Woche über die Ausbildung der Fluglotsen bei der DFS-Tochter „Kaufbeuren ATM Training“ (KAT). Dabei ging es unter anderem auch um die Frage, welche Chancen der Standort als Schulungs- und Ausbildungszentrum für Drohnen hat.

Der Besuch war auf Initiative von MdL Bernhard Pohl entstanden, der auch Fraktionssprecher der FW-Fraktion für Fragen der Bundeswehr ist. In seinem Vortrag machte Joachim Keck als Geschäftsführer der KAT deutlich, dass seitens des Unternehmens ein „Expansionsgedanke zur Weiterentwicklung am Standort Kaufbeuren“ besteht. Mit dem rund 18 Millionen Euro geplanten Neubau mit Spatenstich am 19. Juni entstehe ein „Technologie-Campus“, der ein europaweites und auch darüber hinaus gehendes Geschäftsfeld ermögliche. Ein Feld sei beispielsweise die mögliche Ausbildung zu einem Drohnenführerschein.

Aiwanger sieht die Drohnen als ein Zukunftsthema und unterstrich die Forderung nach einer Zertifizierung mittels standardisierter Ausbildung. „Bei mittlerweile 400.000 Drohnen in der Bundesrepublik besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte er. Und bei der DFS in Kaufbeuren wäre die nötige Fachkompetenz für eine Ausbildung vorhanden. Der Einsatz im Katastrophenschutz und im zivilen Bereich müsse „politisch geordnet werden, um Unfälle zu vermeiden“. „Wenn der erste schwere Unfall passiert, ist es zu spät“, ergänzte Fraktionskollegin Eva Gottstein als Sicherheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. Für Pohl geht es auch darum, Arbeitsplätze zu erhalten. „Wir müssen das vorhandene Potenzial nutzen und den Standort weiter ausbauen“, sagte er.

„Hightech vor Ort“

Für die Delegation stand auch ein Besuch bei der Firma ATCSim am Bavariaring auf dem Programm. Hier wurde die Simulationssoftware für den im Einsatz befindlichen Towersimulator bei der KAT entwickelt. Das mittelständische Unternehmen hat seinen Stammsitz in Mainz und gehört zu der in den USA ansässigen Muttergesellschaft UFA Inc., welche Tower- und Radar-Simulationssoftware unter anderem für Flugsicherungsorganisationen und Flughäfen sowie Universitäten entwickelt und als Weltmarktführer gilt. „Ich freue mich über die Entwicklung dieses Unternehmens“, so Pohl. Es zeige, wie wichtig es sei, die Bundeswehr und Hightech-Unternehmen wie DFS und ATCSim mit ihren weltweiten Kunden hier zu haben und dass darüber hinaus auch der Standort Bayern gestärkt werde.

von Wolfgang Becker

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