Game of Thrones-Star Tom Wlaschiha spricht mit dem Kreisbote über seine Hauptrolle in neuem Thriller

"Ich habe keine Angst"

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Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch und Schauspieler Tom Wlaschiha sprechen über seine Filmrolle eines Terroristen.

Der 1973 in Dohna bei Dresden geborene Schauspieler Tom Wlaschiha wurde an der Leipziger Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschule und dem belgischen Conservatoire pour les Arts in Liège ausgebildet. Als mysteriöser Jaqen H’ghar wird er mit der zweiten Staffel der HBO-Serie „Game of Thrones“ weltweit bekannt. Nach über 60 Film- und Fernsehrollen übernimmt er in „Berlin Falling“ von Ken Duken die Hauptrolle. Der Thriller startet exklusiv an drei Tagen im Juli in den Kinos. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Wlaschiha in Berlin und sprach mit ihm über seine Arbeit.

„Berlin Falling“ läuft exklusiv am 13., 14. und 15. Juli im Kino.

Wlaschiha: Die Vorstellungen des Independent-Films sollen einen Event-Charakter haben. Wir bringen den Film deutschlandweit in die Kinos. Wenn die Zuschauerzahlen an dem Wochenende stimmen, läuft der Film auch länger im Kino.

Der Film spricht die momentanen Ängste in Bezug auf den Terrorismus an.

Wlaschiha: Leider ist es so, dass die Realität den Film eingeholt hat. Ken Duken und Christoph Mille haben das Drehbuch vor drei Jahren geschrieben. Jetzt ist das Thema erschreckend aktuell geworden.

Was hat Dich daran gereizt, die Rolle eines Terroristen anzunehmen?

Wlaschiha: Unabhängig vom Genre oder der Geschichte, war die Chance, eine solche perspektivreiche Rolle über 90 Minuten zu spielen, sehr reizvoll. Als Ken mir das Drehbuch geschickt hat, war ich sehr von den gut geschriebenen Dialogen angetan.

Ken Duken kannte Dich nicht persönlich, als er Dich für die Rolle des Andreas bereits im Kopf hatte.

Wlaschiha: Ich sehe es als Kompliment. Ich spiele einen Terroristen, aber es ist eine sehr anspruchsvolle Rolle.

Wenn man sich in solch eine Rolle hineinversetzt, kann man die Tat eines Terroristen nachvollziehen?

Wlaschiha: Ich persönlich nicht. Im Film wird auch keine Motivation für die Tat geliefert. Dies hat mich am Anfang etwas irritiert. Ken wollte es aber absichtlich nicht, um die Geschichte nicht kleiner zu machen. Ich finde es sehr passend, weil solche Taten rational nicht zu begreifen sind. So, wie die Rolle geschrieben ist, ist der Film sehr aktuell. Ob es genauso diesen Charakter 1:1 gibt, weiß ich nicht, aber der Film zeigt eine Collage dessen, was das aktuelle Geschehen betrifft. Der Film ist sehr mutig und kompromisslos und will nicht gefallen, was ich sehr interessant fand. Ken ist ein toller Schauspieler, was ich bereits vorher wusste. Dass er selbst Regie geführt hat, vor der Kamera stand und sich um die Produktion gekümmert hat, davor habe ich wirklich Hochachtung.

Der Film deutet an, dass jeder Mensch in der Lage ist, ein Attentat auszuüben. Hat der Film bei Dir die Angst vor Anschlägen geschürt?

Wlaschiha: Alles, was im Moment passiert, ist irrational. Die Dimensionen sind nicht greifbar oder voraussehbar. Komischerweise habe ich daher auch keine Angst. Ansonsten müsste ich zu Hause bleiben, wo mir – salopp gesagt – auch jederzeit eine Lampe auf den Kopf fallen könnte.

Der Großteil der Szenen spielt sich auf beengten Raum im Auto. Was waren die Schwierigkeiten?

Wlaschiha: Wir haben tatsächlich die meisten Szenen direkt in diesem Auto gespielt. Anfangs hatte ich wegen des beengten Raums meine Befürchtungen, weil man mit seinen Bewegungen sehr eingeschränkt ist. Es war eine Herausforderung, weil man körperlich nur sehr wenig machen kann. Da der Text aber sehr stark und intellektuell ist, wird es nicht langweilig.

Die finale Feuerszene grenzt sich von der übrigen Handlung ab. Wie wurde diese gedreht?

Wlaschiha: Wir haben die Szene mit einer speziellen Druckvorrichtung gedreht. Das Feuer wurde dann anschließend hinzugefügt. Uns war beim Dreh eher kalt, als heiß (lacht).

Wie lange hat der Dreh gedauert?

Wlaschiha: Wir haben vier Tage vor Weihnachten gedreht, weil Ken die Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürsten Damm nutzen wollte. Diese Sequenz finde ich vom Filmdesign auch sehr schön. Und dann haben wir anschließend noch einmal fünf Wochen gedreht. Also insgesamt haben die Dreharbeiten sechs Wochen gedauert. 

Wirst Du hauptsächlich wegen Deiner Rolle in "Game of Thrones" erkannt?

Wlaschiha: Ja, ich denke schon. Für einen Schauspieler ist es ein Glücksfall, in einer solchen Produktion mitzuspielen, die weltweit gehypt wird. Auch im Hinblick auf künftige Rollenangebote bin ich ganz glücklich über meine Rolle in "Game of Thrones".

Wie hast Du damals die Rolle bekommen?

Wlaschiha: Ich habe mir vor einigen Jahren eine Agentur in London gesucht, weil ich mich breiter aufstellen wollte. Die Serie wird komplett in London mit Engländern und Iren gecastet. Da habe ich an einem Casting für die zweite Staffel teilgenommen, als die erste Staffel noch nicht gelaufen war und der Titel mir gar nichts sagte. Das Casting war damals eins von vielen und ich hatte Glück. Im Moment ist die Begeisterung für das Fantasy Genre hoch.

Was muss für Dich eine Rolle besitzen, damit sie interessant ist?

Wlaschiha: Sie muss vielschichtig und gebrochen sein, die Figur muss Probleme haben. Im besten Fall überrascht mich die Rolle im Laufe des Drehbuchs.

Du hast gerade die Dreharbeiten zu dem Zweiteiler "Ich hab dich im Gefühl" beendet.

Wlaschiha: Letzte Woche ist der Film komplett abgedreht worden. Es war eine englische Produktion, die in London und Oxford gedreht wurde. Es ist eine Romantik-Comedy, die mir sehr wichtig war, weil ich mich möglichst vielseitig ausprobieren will.

Vielen Dank für Deine Zeit.

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