Den hiesigen Asylbewerbern zu Weihnachten etwas Gutes tun – aber wie?

Serie: Auch das ist Weihnachtszeit

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Bei der Sitzung des Asylkreises am vergangenen Montag wurden alltägliche Probleme in der Flüchtlingsarbeit und das weitere Engagement besprochen.

Kaufbeuren – Spenden hat in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur. Und so mancher fragt sich angesichts der rund 250 Flüchtlinge hier in Kaufbeuren, ob und wie man auch diesen zum Fest der Nächstenliebe etwas Gutes tun kann.

Aber nicht alles, was gut gemeint ist, macht auch Sinn, wie Günther Kammleiter vom Asylkreis berichtet. Bei der jüngsten Versammlung der Ehrenamtlichen wurde über angebrachte Hilfsmaßnahmen diskutiert und dabei mit so manchem Klischee aufgeräumt. 

„Womit die Kaufbeurer den Flüchtlingen vor Ort am meisten helfen können, sind keine Päckchen, sondern vielmehr gastfreundliches Entgegenkommen, Einladungen oder das zielgerichtete Unterstützen von Projekten“, das ist die Botschaft, die der Asylkreis Kaufbeuren den Kaufbeurern geben möchte. „Der Hintergrund ist, dass die Flüchtlinge von Hilfsorganisationen bereits gut mit Kleidern und nötigen Gerätschaften versorgt sind. Zudem sind die Unterkünfte so eng belegt, dass keiner Platz hat, zusätzliche Kleidungsstücke oder anderes zu lagern“, erklärt Isolde Rader, Gemeindereferentin von Herz-Jesu Neugablonz und aktiv im Arbeitskreis. 

Kleiderspenden seien am besten zum Beispiel im BRK-Kleiderladen oder dem Kleiderladen in der Bürgerstraße in Neugablonz aufgehoben, wo Flüchtlinge, aber auch andere Menschen mit kleinem Geldbeutel einkaufen. 

Das Gefühl des Willkommenseins sei jedoch etwas, das wichtiger sei als Sachspenden. „Diese Menschen leben mitten unter uns. Also warum nicht einmal ein Flüchtlingskind einladen, wenn man mit dem eigenen Nachwuchs ins Kino oder Puppentheater geht? Oder als Eigentümer eines Betriebes einem Flüchtling einen Job geben?“ regt Rader an. 

Und Hildegard Mayer-Nerl fügt hinzu: „Es geht hier nicht um einseitige Hilfe, sondern darum, mit den Menschen aus einer anderen Kultur im Verbindung zu treten. Das macht nicht vorrangig Mühe, sondern kann unglaublich bereichernd sein!“ Und vor allem nachhaltig, denn: „Natürlich machen sich an Weihnachten viele Menschen Gedanken um die Flüchtlinge – auch, weil die Weihnachtsgeschichte selbst ja von einer Herbergssuche handelt. Aber wenn das Interesse nach den Feiertagen wieder abflaut, ist damit nicht viel gewonnen“, erklären die beiden Asylkreis-Mitglieder. 

Wer Kontakt zu Asylbewerbern aufbauen möchte, aber nicht weiß, wie, sei übrigens herzlich zur wöchentlichen Teestube des Asylkreises montags von 18 bis 20 Uhr eingeladen. In der Teestube liegen derzeit zudem Flyer aus, die zu einer Weihnachtsfeier der Asylbewerber in Rieden in Kooperation mit der VHS Kaufbeuren und dem Helferkreis Asyl einladen. Sie findet statt am 20. Dezember von 15 bis 17 Uhr im Pfarrheim Zellerberg. 

Infos & Kontakt 

Wer mehr Infos zur Arbeit des Asylkreises möchte oder diesen mit einer Geldspende unterstützen will, kann den Asylkreis per E-Mail an arbeitskreis-asyl-kaufbeuren@gmx.de kontaktieren oder unter www.arbeitskreis-asyl-kaufbeuren.de die Homepage des Asylkreises aufrufen. von Michaela Frisch

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