„Menschenfreund und Vorbild“

75. Geburtstag: Empfang zu Ehren von Kaufbeurens Zweitem Bürgermeister Bucher

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Jubilar Gerhard Bucher (re.) und dessen Frau Afra freuen sich über die von Oberbürgermeister Stefan Bosse überreichten Geschenke.

Kaufbeuren – Es war eine Feier ganz nach den Vorstellungen des Jubilars Gerhard Bucher: Auf Einladung der Stadt kamen zur Geburtstagsfeier neben der Familie viele Weggefährten, die Kaufbeurens Zweiten Bürgermeister bisher begleitet haben.

Das galt für die private Seite ebenso wie für die berufliche und in ganz besonderer Weise für die Tätigkeiten in vielen Ehrenämtern und der Politik. Dabei bildete die musikalische Gestaltung der Feier durch die Kinder und Enkelkinder einen ganz besonderen Rahmen, der durchaus als einmalig bezeichnet werden darf. Bucher ist seit 36 Jahren Mitglied des Stadtrates und übt seit 24 Jahren die Funktion des Zweiten Bürgermeisters im Ehrenamt aus. In einem Grußwort bezeichnete der Staatsminister a. D. Josef Miller den Jubilar als „Menschenfreund und Vorbild“.

Nach der von drei Enkeln mit einer „Fanfare“ eröffneten Veranstaltung begrüßte Oberbürgermeister Stefan Bosse die knapp 100 Gäste im alten Sitzungssaal des Rathauses. Neben der gesamten Familie waren Freunde, viele Vertreter aus Ämtern, Behörden, dem öffentlichen Leben, und mit MdB Stephan Stracke, den ­MdLs Franz Josef Pschierer, Angelika Schorer und Bernhard Pohl sowie Stadträten aller Fraktionen aus der aktuellen Politik, aber auch aus früheren Zeiten wie Alt-OB Rudolf Krause anwesend. Am weitesten jedoch waren die Freunde Patricia und Jean-Pierre aus der französischen Porzellanstadt Limoges angereist.

„Guter Ratgeber und Freund“

„Es ist ein Traum, solch eine Feier im Kreise der Familie erleben zu können“, sagte der OB eingangs seiner Ansprache. „Du warst nie abgehoben, hast immer mit den Menschen zusammen nach Lösungen gesucht.“ Bucher sei in über 15 Jahren ein unheimlich treuer Begleiter gewesen, „ein guter Ratgeber und Freund, dem nichts zu viel war.“ Die Familie sei aber immer an erster Stelle gewesen, gefolgt von der örtlichen Gemeinschaft. Die 24 Jahre als Bürgermeister seien ein Kristallisationspunkt gewesen, von dem aus viel gestaltet worden sei. „Wo hast Du nicht überall Einfluss genommen, was hast Du nicht alles auf einen guten Weg gebracht“, sagte die Stadtspitze und sprach seinen großen Dank, auch stellvertretend für seine Vorgänger, dafür aus. Das Jahrzehnte lange, ehrenamtliche Engagement sei fast unüberschaubar: Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Theaterverein, Förderverein Kliniken und vieles mehr.

„Bewegtes Leben“

Die Laudatio hielt Remigius Kirchmaier, den mit Bucher seit 1975 eine Freundschaft verbindet, die im Fußballverein Eggenthal begann. Er beglückwünschte seinen Freund zu einem „interessanten, bewegten und intensiven Leben“, das in seinem Buch zum Ausdruck kam, welches auch Einblick in das Innere Buchers gewähre und aus dem er zitieren dürfe. Anhand einer Baumscheibe nahm er Bezug auf Buchers „75 Jahresringe“: „Außen sieht man nur die Rinde, das eigentliche Wachsen passiert aber ganz innen.“ Er habe seinen Freund als Praktiker kennengelernt, der stets um Kameradschaft und Zusammenhalt bemüht war und mit der ihm eigenen Energie seine Familie, Sport, Beruf und Ehrenamt wahrgenommen habe. 460 Fußballspiele und der Aufstieg der Ersten Mannschaft von ganz unten bis in die Bezirksliga waren nur ein Beispiel. Die Hochzeit mit seiner Frau Afra („die Liebe meines Lebens“) sei für Bucher die Grundlage seines Lebens mit der Gründung einer Familie gewesen. Mit Sachlichkeit, Zusammenarbeit und fairem Umgang habe er „Spuren zum Wohle der Stadt hinterlassen“. Kirchmaier verwies auf die vielen Auszeichnungen, die nur mit Unterstützung der Familie möglich waren. „Ob in den kommenden Monaten der Ruhestand eintritt, entscheidest Du“, schloss der Laudator und überreichte als Geschenk einen Engel als „Oscar für ein Lebenswerk“.

In einem kurzen Grußwort gratulierte Dr. Thomas Jahn dem Geburtstagskind im Namen der CSU-Stadtratsfraktion und dankte für die „jahrzehntelange Arbeit und seinen Einsatz für realpolitische Lösungen“. Josef Miller bezeichnete Bucher als jemand, der „eine harte Lebensschule“ besucht habe und sah in ihm einen „Menschenfreund und Vorbild, wie ihn unser Land braucht“.

Gerhard Bucher dankte seiner Familie und allen, die ihn begleitet hatten. Auch dem OB und „meinen Mädels aus dem Vorzimmer“, aber auch seinem Freund Kirchmaier, der „nur anständige Sachen erzählt habe“. Er stellte sein Buch mit dem Titel „Ich liebe mein Leben – Gott liebt mich auch“ vor und sagte in Anspielung auf mehrere lebenskritische Situationen: „Wenn es nicht so wäre, würde ich nicht mehr leben“. In der mit mehreren Musikstücken umrahmten Feierstunde kam die musikalische Vielfalt der Familie sowohl instrumental als auch stimmlich zum Ausdruck, der die Gäste viel Beifall zollten.

von Wolfgang Becker

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