Räte mehrheitlich gegen Interkommunales Gewerbegebiet und B12-Abfahrt

Gegen Kaufbeurens Pläne

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Nach Beschluss des Mauerstettener Gemeinderates soll es keine zusätzliche B12-Abfahrt Höhe Hirschzell/Frankenried und auch kein interkommunales Gewerbegebiet in diesem Abschnitt geben.

Mauerstetten – Zum Teil recht konträr verliefen die Diskussionen bei der letzten Sitzung des Mauerstettener Gemeinderates.

Eine Gruppe von zehn Gemeinderatsmitgliedern hatte einen Positionierungsantrag gegen die geplante neue B12- Abfahrt in Höhe Hirschzell/Frankenried und ein interkommunales Gewerbegebiet mit der Stadt Kaufbeuren in deren Nachbarschaft eingereicht. Während Bürgermeister Armin Holderried mit einer Positionierung noch warten wollte, überwogen letztendlich doch die von der Gegenseite vorgebrachten Argumente.

Gemeinderat Johannes Nieberle, als Gruppensprecher, erläuterte zunächst warum er mit seinen Ratskollegen diesen Antrag eingereicht habe. Seiner Meinung nach solle die Bevölkerung Mauerstettens wissen, wie sich die Gemeinde positioniere und wies dabei auf die sich anbahnenden Folgen hin. So sehe man vermehrte Verkehrsströme, die naturgemäß in erster Linie den Ortsteil Frankenried betreffen würden. Auch die sich ergebenden Auswirkungen hinsichtlich eines interkommunalen Gewerbegebietes seien nicht absehbar. Sicher sei aber, dass ein Teil der Gemeinde darunter leide, wobei das augenblickliche Landschaftsbild auf keinen Fall durch derartige Maßnahmen zerstört werden dürfe. Mauerstetten habe genügend Gewerbebetriebe und so müsse darauf geachtet werden, nicht plötzlich ein Stadtteil von Kaufbeuren zu sein. Ebenso müsse die Lebensqualität von Mauerstetten und seinen Ortsteilen erhalten bleiben.

Auch weitere Ratsmitglieder sprachen sich ähnlich aus und erklärten, der Gemeinderat sollte eindeutig Position beziehen. Es dürfe zu keiner zusätzlichen Verkehrsbelastung eines Ortsteils kommen. Auch könne man nicht wertvolle Grünflächen einfach opfern und verbauen lassen, wobei man hinsichtlich vorhandener Gewerbeflächen in diesem Gebiet mit der Stadt Kaufbeuren ohnehin „nicht auf Augenhöhe“ verhandeln könne.

Demgegenüber vertrat Bürgermeister Holderried die Meinung, man solle derzeit auf keinen Fall endgültig über dieses äußerst komplexe und vielschichtige Thema voreilig abstimmen. Vielmehr sollte zunächst ein Ende Oktober vorliegendes Verkehrsgutachten abgewartet werden, in dem die zu erwartenden Verkehrsströme bei einer zusätzlichen B12-Abfahrt untersucht werden. Erst dann würden entsprechende Zahlen und Fakten vorliegen - augenblicklich könne man nur von Spekulationen ausgehen.

Bezüglich interkommunales Gewerbegebiet gebe es auch nichts konkretes. Man habe mit der Stadt Kaufbeuren bis dato weder ernsthafte Verhandlungen geführt noch wisse man genaueres über Konditionen und weitere Details. Deshalb dürfe man nichts überstürzen. Schließlich sei beispielsweise eine B12-Abfahrt in Höhe von Hirschzell/Frankenried im Verkehrswegeplan noch gar nicht vorgesehen und lediglich eine Wunschvorstellung der Stadt Kaufbeuren. Die vorgebrachten Auswirkungen sollten zunächst einmal geprüft und das in Kürze vorliegende Verkehrsgutachten abgewartet werden. Augenblicklich gebe es keine einzuhaltende Fristen, weshalb auch nichts versäumt werde.

Mit 11:5 Stimmen wurde mehrheitlich beschlossen, sich gegen die geplante B12 Abfahrt, wie auch gegen ein interkommunales Gewerbegebiet in diesem Abschnitt mit der Stadt Kaufbeu­ren zu positionieren.

Von Klaus Dieter Körber

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