Gegen Intoleranz und Antisemitismus

Mitglieder der SPD legen Kranz auf dem jüdischen Friedhof in Steinholz nieder

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Ilona Deckwerth (v. li.), Landratskandidatin, Manfred Beck, zweiter Bürgermeister aus Buchloe, Bernd Gramlich, Bürgermeisterkandidat in Buchloe und Roland Blochum, Schriftführer der SPD Buchloe mit dem Blumenkranz zum Gedenken der NS-Opfer.

Buchloe/Steinholz – Am vergangenen Montag legte die SPD Buchloe einen Kranz auf dem jüdischen Friedhof in Steinholz zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus nieder. Weitere Mitglieder der SPD aus dem Ostallgäu und Kaufbeuren sowie etliche Gäste nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Gedenkredner waren der Buchloer Bürgermeisterkandidat Bernd Gramlich, die Landratskandidatin Ilona Deckwerth aus Füssen sowie der Kaufbeurer Bürgermeisterkandidat Pascal Lechler.

Gramlich blickte in seiner Rede auf die Geschichte des Gedenktags und des Gedenkorts zurück. Am 27. Januar 1945 wurden die Konzentrationslager im polnischen Auschwitz befreit. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland offizieller Gedenktag für die NS-Opfer. In Steinholz war eine Außenstelle des Konzentrationslagers Dachau namens „Riederloh II“. Mehr als 1000 überwiegend jüdische Gefangene wurden im Spätsommer 1944 nicht aus Dachau selbst, sondern aus Au­schwitz und anderen Konzentrationslagern in Polen und Ungarn hierher verlegt, um Zwangsarbeit für die in Kaufbeuren ansässige Munitionsfabrik zu leisten. Die Arbeitsbedingungen waren von vornherein darauf ausgelegt, die Lagerinsassen zu töten. 472 Menschen fanden dort einen grausamen Tod. 800 Überlebende litten unter den Gräueltaten.

Deckwerth erinnerte daran, dass das Konzentrationslager Dachau das erste in Deutschland war und dass es sich ursprünglich nicht gegen die jüdische Bevölkerung richtete, sondern gegen politische Gegner und Unliebsame des nationalsozialistischen Regimes wie zum Beispiel Sozialdemokraten, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen.

Lechler mahnte in seiner Rede, dass nur Menschen, die die Vergangenheit kennen, in der Gegenwart und Zukunft richtig handeln können. Er rief zur Wachsamkeit auf, damit nicht wieder menschenverachtende Parolen politisch salonfähig werden. Anzeichen der Verrohung sieht Lechler in den Angriffen auf Flüchtlinge, im Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und im versuchten Mordanschlag auf die Synagoge in Halle. Er rief die Gesellschaft dazu auf, gegen Intoleranz und Antisemitismus aufzustehen und an den demokratischen Grundwerten festzuhalten.

Die SPD Buchloe wird auch in den kommenden Jahren an ihrer Tradition der Kranzniederlegung auf den KZ-Friedhöfen der Umgebung festhalten, um damit allen Opfern des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken.

kb

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