MOD geht einen eigenen Weg

Zu den teilweise vorhandenen BHKWs und Kesseln sollen weitere Energieerzeuger im Hallenbad, in der Stadionturnhalle, im Seniorenheim und in der Mittelschule hinzukommen. Hier das BHKW im Hallenbad mit einer Heizleistung von 77 kw und einer elektrischen Leistung von 48 kw.

Die Botschaft war klar: „Die Versorgung der Marktoberdorfer Fernwärmekunden ist auch nach dem 31. März gesichert.“ Dann nämlich läuft der Liefervertrag mit Brennpunkt Energie (eine Tochter der Hubert Schmid Bauunternehmen GmbH) aus. Brennpunkt Energie (BE) hatte die Ruderatshofener Futtertrocknung nach deren Insolvenz im Anfang 2011 übernommen und ist im Hinblick auf die Fernwärmeversorgung der Stadt Marktoberdorf und der Firma Fendt in die Fußstapfen der Futtertrocknungsgenossenschaft getreten.

Trotz des Entgegenkommens von BE, die Versorgung nach der Insolvenz weiterhin sicherzustellen, geht die Stadt nun neue Wege, denn mit dem durch BE vorgelegte Angebot wäre ein weiterer wirtschaftlicher Betrieb „nicht mehr darstellbar gewesen“, so der Vorstandsvorsitzende der Fernwärmegenossenschaft Marktoberdorf, Bürgermeister Wer- ner Himmer. In einem Pressegespräch erläuterte der Vorstand der Genossenschaft das „komplett neue Konstrukt“. Die Stadt, die zu 99 Prozent an der Fernwärmegenossenschaft beteiligt ist, setzt künftig auf „dezentralisierte Eigenversorgung“ mit bereits vorhandenen und neu zu installierenden Wärmeerzeugungsquellen. Energiekosten gestiegen Kraftwärmekopplung heißt das Zauberwort, mit der ungenutzte Abwärme aus der Stromerzeugung zum Heizen öffentlicher und privater Gebäude verwendet werden soll. Die Absicht der Bundesregierung sei es, so der Bevollmächtigte Carl Singer, bis 2020 25 Prozent der elektrischen Energie aus der Kraftwärmekopplung zu gewinnen (siehe hierzu KWK-Gesetz). Neben gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) setzt die Stadt auch auf regenerative Energien, indem sie die bisher mit Gas und Hackschnitzeln betriebenen Heizkessel auf Pellets umstellen und so 70 Prozent der Energie aus Biomasse erzeugen will. Die Masse des gewonnen Stromes soll dabei in der Stadt bleiben, denn den Kommunen laufen die Kosten für elektrische Energie davon. Allein die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung sind laut Haushalt der Stadt seit 2011 von 155.000 Euro auf 190.000 Euro gestiegen. Mit der Trennung von BE hat die Stadt diesbezüglich aus der Not eine Tugend gemacht, denn auf diese Weise lassen sich auch die langjährigen Lieferverträge für die Marktoberdorfer Fernwärmekunden einhalten, ohne dabei, wie Himmer es ausdrückte, in „nicht zu verantwortende Rote Zahlen“ zu rutschen. Bis 2019 können sich die Abnehmer auf die fest regulierten Staffelpreise verlassen, die sich am Markt für die Energieträger Gas – und zunehmend Holz – orientieren. Die Kosten liegen nach Aussage von Stadtbaumeister Peter Münsch bei cirka sieben Cent je eingespeister Kilowattstunde. Angesichts eines Nutzungsgrades von 80 Prozent und dem Wegfall von Vorhaltekosten beim Betrieb einer konventionellen Heizungsanlage sicher eine überlegenswerte Alternative.

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