Gelungene Inszenierung

Seit Sommer 2009 hatte sich der Theaterverein Osterzell auf diesen Tag vorbereitet – am Samstag war es endlich so weit und die über 50 Mitwirkenden und Hobbyakteure führten das Stück „Der Ruepp“ auf, den letzten großen Bauernroman von Ludwig Thoma. Zur Premiere des Stücks fanden zahlreiche erwartungsvolle Zuschauer in den Pfarrstadel nach Osterzell.

Michael Umbricht, genannt „Ruepp auf der Leiten“, wird immer wieder durch hinterlistige Tricks um sein Geld gebracht. Der trinksüchtige Bauer (Georg Schwaiger), hat sich mittlerweile überall verschuldet. Nun, da die alte Magd Loni (Hannelore Fischer) im Sterben liegt, erhofft er sich, von ihr zu erben. Die will aber, dass Ruepps Sohn Michl das Geld bekommt, da ihr einziger Verwandter, ihr Vetter Simon Angermaier, ein Krimineller ist. Zum Michl (Maximilian Wilhelm) hatte sie ein besonderes Verhältnis: „Er ist wie ein eigener Sohn. Dem unehrlichen Angermaier mag ich das Geld nicht geben“, erzählte sie Afra, Ruepps Frau. Über die Pläne der Magd, zeigte sich der Ruepp allerdings wenig erfreut: „Es wäre geschickter, wenn sie das Geld da lassen würde, wo sie zwanzig Jahre gut gelebt hat“. Doch seine Frau Afra, gespielt von Brigitte Schiller, drängt ihren Mann dazu, Lonis letzten Willen zu erfüllen und einen Notar zum Aufsetzen des Testaments zu bestellen. Der Ruepp hatte seinen Sohn Michl auf das Gymnasium geschickt, „damit er´s später besser hat“. Er wünschte sich für ihn, dass er Pfarrer wird. Der Michl gestand der Loni aber, er wolle „kein Geistlicher“ werden. Lieber würde er auf die Landwirtschaftsschule gehen. Die Magd wolle ihn dabei mit ihrem Erbe unterstützen. Verständnislos und verärgert über ihr Vorhaben, versucht der Ruepp die letzten Mark der Loni zu bekommen. Als sie ihm aber nichts geben will, erklärt er sich bereit „gleich morgen zum Notar zu gehen“. So bliebe das Geld wenigstens in der Familie. Er machte sich auf den Weg. Beim Notar kam er aber nie an. Betrunken und beim Kartenspielen um sein Geld betrogen, kehrt er zurück zum Hof. Die Magd stirbt. Ohne das Testament wird nun der einzige gesetzliche Erbe, Lonis Vetter, ihr Geld bekommen. Termine bis Mai So macht sich der Ruepp kurzerhand auf und sucht im Zimmer der verstorbenen Magd nach ihrem Baren. Das will der Neffe aber nicht auf sich sitzen lassen und klagt sein Erbe ein. Der Ruepp verstrickt sich in Lügen und als zuletzt nicht mal mehr die Afra auf seiner Seite steht, sieht er keinen Ausweg mehr. Er bringt sich um. Regie des Stücks übernahm Olaf Krätke, der aus dem Film „Wickie“ von Michael „Bully“ Herbig, bekannt ist. „Der Verein hat eine grandiose Leistung erbracht“. Der einhelligen Meinung war auch das Publikum. Weitere Termine für das Stück „Der Ruepp“ sind: 4., 5., 10.,11.,17., 18., 23., und 24. April sowie der 1., und 2. Mai, immer ab 20 Uhr im Pfarrstadel in Osterzell.

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