Es geht voran

Gemeinderat Kaltental beschließt Satzung „Wohngebiet Helmishofen Nord“

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Im Norden von Helmishofen (im Hintergrund) entsteht ein neues Wohngebiet.

Markt Kaltental – Der Ortsteil Helmishofen der Gemeinde Markt Kaltental wächst weiter: Nachdem im vergangenen Jahr im Süden des Dorfes ein Gewerbegebiet entstanden war, lag in den vergangen Monaten der Bebauungsplan für das „Wohngebiet Helmishofen Nord“ zur Stellungnahme aus.

In der jüngsten Sitzung stimmten die Gemeinderatsmitglieder jetzt über den Satzungsbeschluss ab.

Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung war der zuständige Architekt und Stadtplaner Thomas Haag vor Ort. Er legte noch einmal ausführlich die eingegangenen Stellungnahmen dar und brachte einzelne Abwägungen zur Abstimmung. Eine Besonderheit war diesmal ein Beschluss des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, der den Umgang mit Öffentlichkeitsbeteiligung im Katastrophenfall regelt. So müsse die Auslegung coronabedingt verlängert werden, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass alle Zugang zum Bebauungsplan haben. Dies war im Kaltental nicht der Fall, weil die Pläne auch über das Internet einsehbar gewesen waren. Das Staatliche Bauamt Kempten merkte an, dass das Ortsschild verschoben werden muss. Dies wird entsprechend berücksichtigt. 

Scharfe Kritik

Sowohl die Regierung von Schwaben als auch das Landratsamt Ostallgäu (Städtebau) gingen auf die Alternativprüfung für andere Standorte in der Gemeinde ein. Besonders von Seiten des Landratsamtes wurde scharf kritisiert, dass zuerst die Innenentwicklung der Dörfer vorangetrieben werden müsse und die Planung unverhältnismäßig sei. In der Abwägung, die von den Gemeinderäten einstimmig angenommen wurde, wird aber ausdrücklich gesagt, dass die Alternativprüfung mit hoch aktuellen Zahlen durchgeführt worden war und alle in Frage kommenden Nachverdichtungsmöglichkeiten, Baulücken und Leerstände untersucht worden sind.

 Bürgermeister Manfred Hauser betonte im Zuge dessen außerdem, dass der Baugrund wirklich nur für die eigene Bevölkerung zur Verfügung stehen soll. Der regionale Planungsverband Allgäu hatte zudem vorgeschlagen, zu überlegen, ob in dem Wohngebiet nicht dichtere Wohnformen, wie zum Beispiel Reihenhäuser sinnvoll wären. Auch hier waren sich alle einig, dass dies unverträglich mit dem Ortsbild wäre und Mehrfamilienhäuser durchaus im Gespräch seien. So wurde am Ende der Satzungsbeschluss einstimmig vom Gemeinderat angenommen. „Nach so einem langen Verfahren darf man schon mal in die Hände klatschen“, stellte Hauser nach dem Beschluss fest. Die Entscheidung hätte eigentlich schon vor einem halben Jahr fallen sollen.

Stellplatzfrage offen

Die Nutzungsänderung der ehemaligen Metzgerei in Aufkirch wurde dagegen zurückgestellt. Hier sollen insgesamt sechs Wohneinheiten mit zusätzlichen Gewerbeflächen entstehen. Da der Antragsteller die Räume komplett vermieten will, wurde aus den Plänen nicht ersichtlich, welches Gewerbe konkret dort untergebracht werden soll. Weil deshalb die Stellplatzfrage offen blieb, soll dies erst vom Landrats­amt geprüft werden.

Am Ende der Sitzung am Dienstag vergangener Woche ging Hauser noch auf die Coronazahlen im Ostallgäu ein. Von insgesamt acht Neuinfizierten würden drei aus der Verwaltungsgemeinschaft Westendorf stammen, einer sogar aus dem Kaltental. Hauser appellierte an die Anwesenden, dass deshalb im Hinblick auf die Hygieneverordnungen und Schutzmaßnahmen weiterhin vernünftig gehandelt werden müsse.

Agnes Reißner

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