Burgmauer sichern – Naturschutzbeauftragte vorgestellt

Renovierung notwendig

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Die Reste der Burgmauer in Helmishofen sind starken Natureinflüssen ausgesetzt und sollen nun gesichert werden.

Aufkirch – Fünf Tagesordnungspunkte standen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung des Marktes Kaltental auf dem Programm. Neben einem Bauantrag für eine Pergola in Blonhofen stellten sich die neuen Naturschutzbeauftragten des Landratsamtes vor und der Gemeinderat stimmte über die Auftragsvergabe für eine Infotafel und die Sanierung von Mauerresten am Römerturm ab. Trotz heftigem Gewitter draußen blieb es im Sitzungssaal friedlich und alle Beschlüsse wurden einstimmig entschieden.

Vor einigen Wochen hatte Bürgermeister Manfred Hauser geäußert, dass ihm noch nicht klar sei, wie das mit den neuen Naturschutzbeauftragten ablaufen würde. Jetzt stellten sich die Nachfolgerinnen von Dr. Christoph Greifenhagen in der Sitzung vor. Birgit Hinne und Renate Tröber aus Stöttwang werden sich in Zukunft für den Naturschutz in der Region einsetzen. „Wir laufen mit offenen Augen durch die Gegend. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf Biotope und geschützte Gebiete. Hier melden wir Positives wie Negatives“, erklärte Birgit Hinne, die speziell für die Verwaltungsgemeinschaft Westendorf zuständig ist. Außerdem wollen die beiden Frauen verstärkt auf Aufklärung und Sensibilisierung setzen. Hierzu sei ein Programm für Kindergärten und Schulen geplant.

Seit 1. Juni sind Tröber und Hinne im Amt. „Wir wollen nicht mit Gewalt etwas suchen, aber wir wollen etwas bewegen“, ergänzte Tröber die Ausführungen ihrer Kollegin. Bei der Vorstellung zeigten sich aber auch deutlich die Grenzen der Bemühungen. „Die Befugnisse auf dem Papier sind toll, aber leider nicht komplett umsetzbar“, sagte Hinne. Als Beispiel wurde immer wieder das giftige Jakobs-Kreuzkraut genannt. Die Naturschutzbeauftragten könnten die Bauern zwar auf die Gefahr aufmerksam machen, wenn hier aber die Einsicht fehle, könne nichts verändert werden.

Auch Hauser appellierte an die Bürger: „Wenn man sieht, was heute alles für wenig Geld beim Wertstoffhof abgeben werden kann, muss man eigentlich keine Strafen für illegale Müllentsorgung riskieren“. Die Kontaktdaten der zuständigen Naturschutzbeauftragten können im Rathaus erfragt werden.

Mauerteile sichern

Ein weiterer großer Tagesordnungspunkt war die Auftragsvergabe einer Infotafel und die Sanierung von Mauerteilen am Römerturm. Die letzte erhaltene Ecke der Burgmauer ist starken Natureinflüssen ausgesetzt. „Wenn wir nichts machen, ist in zehn, zwanzig Jahren nichts mehr da. Die Mauerreste werden oft als Kinderspielplatz genutzt. Wir haben als Gemeinde auch eine Verkehrssicherungspflicht“, rechtfertigte Hauser nötige Renovierungsmaßnahmen. Die Gemeinderatsmitglieder entschieden sich, den Auftrag an den renommierten Burgenforscher Dr. Joachim Zeune zu vergeben. Für 3284 Euro sollen die Mauerreste gesichert und zudem frostbeständig gemacht werden. Zusätzlich laufen noch Forschungen rund um die Entstehung des Burgturms. Neben der Burgruine gibt es in unmittelbarer Nähe noch zwei weitere Burghügel, die Fragen aufwerfen. Nach Abschluss der Forschungsarbeiten soll eine Infotafel der Burgenregion Allgäu angebracht werden. Die Kosten hierfür übernimmt der „Förderverein zum Erhalt des Bergfrieds Helmishofen“.

In der Sitzung wurde außerdem wieder über den nur langsam voranschreitenden Breitbandausbau diskutiert. Noch im Juli hatte die Telekom versprochen, dass die Arbeiten am 10. August abgeschlossen seien. Jetzt wurde der Oktober als voraussichtlicher Fertigstellungsmonat genannt. Hauser plant hierzu außerdem noch eine Infoveranstaltung. „Die Bürger sollen informiert sein“, sagte er.

von Agnes Reißner

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