Planänderung bei Wärmestube

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Das leerstehende Gasthaus in der Inneren Buchleuthenstraße, vielen bekannt als „Bobby‘s Stuben“, wird saniert und bietet ab Mitte 2017 der Wärmestube des SKM eine neue Heimat.

Kaufbeuren – Freudige Gesichter gab es in der vergangenen Woche bei den SKM-Vorstandsmitgliedern Schwester Regina Winter und Johann Marschall sowie Gabriele Boscariol, der Leiterin der Kaufbeurer Wärmestube. Sie gaben bekannt, dass die Wärmestube nun endgültig eine neue Bleibe gefunden hat. Allerdings nicht wie bislang geplant im Müllergässchen, sondern in der Inneren Buchleuthenstraße. Hier hat das SKM ein ehemaliges Gasthaus erworben.

Dass die Wärmestube des SKM Kaufbeuren-Ostallgäu umziehen muss, ist schon länger bekannt. Die Räume am Unteren Berg, wo die Besucher bislang einen Tagesaufenthalt, eine kleine Verpflegung und Beratung bei alltäglichen Problemen finden, sind zu klein und stark sanierungsbedürftig. Deshalb war man im vergangenen Jahr eigentlich froh, wenige Meter weiter im Müllergässchen einen neuen Platz für die Wärmestube gefunden zu haben – in einem Gebäude, das dem SKM von der Stadt im Rahmen eines Erbpachtvertrages angeboten worden war. 

Doch die Kosten für die Sanierung und den Umbau des historischen, denkmalgeschützten Hauses hätten sich im Rahmen der Vorplanungen zuletzt als „unabsehbar“ erwiesen, wie Johann Marschall, Mitglied des SKM-Vorstandes, betonte. „ Der letzte Stand lag bei 1,3 Millionen Kosten, Tendenz steigend“, so Marschall. Deshalb habe man parallel weiter nach anderen Möglichkeiten gesucht, und mit dem Objekt in der Inneren Buchleuthenstraße jetzt „eine sehr gute Lösung gefunden“. Das Gebäude, das noch bis vor rund zwei Jahren als Gasthaus genutzt wurde, sei hinsichtlich der Bausubstanz weitaus besser in Schuss, „außerdem ist die bestehende Raumaufteilung für unsere Zwecke besser“. 

Freude über die Alternativlösung dürfte es aber nicht nur beim SKM, sondern auch bei einigen Anwohnern des Müllergässchens geben, die nach Bekanntgabe der Verlagerung der Wärmestube vor rund einem Jahr mit Protesten für Wirbel gesorgt hatten. Sie befürchteten unter anderem eine zu große Lärmbelästigung. „Diese Proteste sind aber nicht der Grund für unsere Entscheidung“, erklärte Schwester Regina Winter. „Wir hätten eine Wärmestube im Müllergässchen weiter für absolut vertretbar gehalten. Aber wenn jetzt alle zufrieden sind – umso besser“. 

Der Kaufvertrag für das neue Objekt sei bereits unterschrieben, Vorbesitzer war ein Immobilienunternehmen. Auch hier müsse natürlich saniert werden – insgesamt rechne man mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro. Auf den 360 Quadratmetern, verteilt auf zwei Stockwerke, werden neben dem eigentlichen Aufenthaltsraum ein Büro und acht bis zehn Übernachtungsplätze für kurzfristig obdachlos gewordene Menschen aus Kaufbeuren entstehen, außerdem ein Übernachtungsplatz für Durchreisende, den die Stadt vorhalten muss und den das SKM zur Verfügung stellt. 

Zeitplan und Finanzierung 

Im Frühsommer will man nun in die Genehmigungsplanung für das neue Gebäude einsteigen, wenn alles wie geplant läuft, könne man im Sommer 2017 einziehen. „Ein schöner Zufall ist, dass das SKM dann auch 25-jähriges Jubiläum feiert“, freut sich Winter. Die Finanzierung des neuen Objektes laufe weiter wie geplant, nur ein Antrag auf Zuschüsse von der Landesstiftung, der bislang für das Müllergässchen gestellt war, müsse neu formuliert werden. Man hoffe aber auch hier auf eine Zusage. Viel Unterstützung erhalte man weiter von der Diözese und der Stadt Kauf­beuren, außerdem von privaten Spendern und Organisationen, auf die man auch weiterhin angewiesen sei. Wer das SKM unterstützen möchte, erhält beim SKM Kaufbeuren-Ostallgäu, Tel. 08341/2634 oder per E-Mail an info@skm-kaufbeuren.de weitere Informationen. 

Müllergässchen bleibt sanierungsbedürftig 

Was nun mit dem Gebäude im Müllergässschen geschieht, das das SKM im Falle eines Umzugs generalsaniert hätte, ist unklar. Es wird wohl erst einmal weiter leerstehen.

von Michaela Frisch

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