Generalversammlung des Bundesverbands der Gablonzer Industrie

"Es geht wieder aufwärts"

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Das erste Ehrenmitglied des Bundesverbandes Gablonzer Industrie ist der Unternehmer Heinz Müller (Mitte). Die beiden Vorstände Hans-Jürgen Peter (links) und Wolfgang Schnabel gratulierten und verliehen ihm das Ehrenzeichen.

Kaufbeuren – Es geht wieder aufwärts mit der Gablonzer Industrie. Diese erfreuliche Nachricht bekundeten der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Schnabel sowie Geschäftsstellenleiter Thomas Nölle bei einem Pressegespräch, welches im Anschluss an die Generalsversammlung des Bundesverbands der Gablonzer Industrie des Vortags stattfand.

Im Haus der Gablonzer Industrie erörterten die Gastgeber, der Vorsitzende Wolfgang Schnabel und Geschäftsstellenleiter Thomas Nölle, die Tagesordnungspunkte und Themen der Generalversammlung erneut. 

Das Erfreulichste gab Nölle gleich zu Beginn seiner Ausführungen bekannt: Die Finanz- und Wirtschaftskrise die weltweit zu Einbrüchen geführt hatte, scheint aus Sicht der Gablonzer Industrie fürs erste gebannt zu sein. Jedenfalls geben die vorgelegten Zahlen laut Nölle zu berechtigten Hoffnungen Anlass. Insgesamt 82 Mitgliedsbetriebe (davon 52 im Schmucksektor, 13 im Technikbereich und 17 sonstige) ließen im vergangenen Jahr den Gesamtumsatz auf 211 Millionen Euro anwachsen. Das entspreche einer Steigerung um 2,5 Prozent. 

Am Vorabend musste Vorstandsvorsitzender Thomas Hübner in seinem Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Gablonzer Industrie aber auch auf einige weniger positive Dinge eingehen. So stellte er deutlich heraus, dass ein starkes Umsatzplus nicht alles über die Ertragssituation eines Unternehmens aussage. Die Finanzdecke in manchen Unternehmen sei vielmehr immer noch sehr dünn und brüchig und so mancher Betrieb sei noch immer von den schwierigen Phasen der jüngsten Vergangenheit gezeichnet. 

In diesem Zusammenhang wurden auch die Belastungen, die aus zahlreichen neuen behördlichen Vorschriften entstanden sind, äußerst kritisch beurteilt. Obwohl viele dieser Verordnungen in den Augen der Unternehmer zunächst in der Absicht gut erscheinen, mache die bürokratische Umsetzung und Ausgestaltung den Betrieben oftmals in überflüssiger Art und Weise das Leben sehr schwer. Allein schon das Wort „Gelangungsbesteuerung“ bereite Kopfschmerzen, so Hübner. Die Absicht, sogenannte „Ringgeschäfte“ dadurch zu unterbinden, sei in Ordnung. Nur an der Ausgestaltung hapere es gewaltig. So sei mittlerweile schon mehrfach nachgebessert worden – trotzdem wisse auch heute noch niemand so ganz genau, wie man damit umzugehen habe. Mit dem „Produktionssicherheitsgesetz“ und der „Europäischen Reach-Gesetzgebun“ kämen neue Nachweispflichten, Risikoabschätzungen und damit erhebliche Belastungen auf die Mitglieder des Verbandes zu. Man werde aber bei diesen Themen den Firmen weiterhin unterstützend zu Seite stehen, wenngleich man „diese Vorschriftenflut“ leider „nicht aufhalten“ könne. 

Zu aktuellen Themen konnte der Geschäftsstellenleiter Thomas Nölle wieder erfreulichere Fakten zum Besten geben. So habe die Erlebnisausstellung als zentrale Anlaufstelle der Gablonzer Industrie und Attraktion des Stadtteils Neugablonz mittlerweile ihren festen Platz gefunden. Zwischenzeitlich präsentieren sich dort 32 Mitgliedsfirmen. Auch die Besucherzahlen seien seit dem Start der Ausstellung im Juni 2006 konstant gestiegen. Mit knapp 5.000 Besuchern sei 2010 das bislang beste Jahr gewesen. Mit Produkten, die stets die neuesten Trends bei Farben und Design zeigen, wolle man das hohe Niveau halten und Verbesserungen anstreben. Vor allen Dingen die wechselnden Sonderschauen würden der Ausstellung immer wieder ein neues Gesicht verleihen. Das neu konzipierte Thema „Entdeckungsreise“ soll ein Angebot für Kinder sein und die Ausstellung auch für Familien noch interessanter machen. 

Als „recht erfolgreich“ bezeichnete Nölle auch den Verlauf des Schwabentags, der 2012 im Stadtteil Neugablonz stattgefunden hatte.  

Auszeichnungen 

Als „nach wie vor wichtiger Arbeitgeber am Standort Kaufbeuren“ bezeichnete Nölle die Gablonzer Industrie zusammenfassen. Man müsse „klar in die Zukunft blicken“ und so denke man zur Zeit über ein neues Berufsbild nach. Auch in diesem Jahr gab es wieder Ehrungen beim Bundesverband. So konnten Erhard Seiboth und die HNS-Edelglas GmbH für 60-jährige Mitgliedschaft mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet werden. Eine besondere Ehrung wurde dem Unternehmer Heinz Müller von der ehemaligen Firma Otto Müller zuteil. Der rüstige inzwischen 81-Jährige ist seit der Gründerzeit Mitglied und auch nach Aufgabe seines Betriebes blieb er „seinem Bundesverband“ erhalten und engagiert sich immernoch in zahlreichen Ehrenämtern. Heinz Müller wurde zum ersten Ehrenmitglied des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie ernannt und mit einer Ehrenurkunde und dem neu geschaffenen Ehrenzeichen ausgezeichnet.von Klaus-Dieter Körber

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