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Debatte um Aufwertung des Bärensees

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Von: Mahi Kola

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Bärensee Kaufbeuren mit Notebook
Für den idyllisch gelegenen Bärensee hat es schon viele Ideen zur Aufwertung gegeben. Belange des Naturschutzes und Nutzungskonflikte erschweren eine Verwirklichung der Projekte. © Kola

Kaufbeuren-Hirschzell – Die Diskussion um die Aufwertung des Bärensees als Nah­erholungsgebiet geht in die nächste Runde: In der jüngsten Sitzung des Kaufbeurer Umweltausschusses brachte die Generation KF dazu ihre ausgearbeitete Stellungnahme vor.

Ein Rundweg um den See stand immer wieder zur Debatte, scheiterte aber bislang an finanziellen Hürden und erheblichen Protesten seitens der Anwohner. Das in der Sitzung vorgestellte Aufwertungskonzept machte deutlich, welche Ideen es für das Landschaftsschutzgebiet bereits gab. In den letzten 20 Jahren hat es dazu drei Konzepte mit Zielvorstellungen für den Naturraum am Bärensee gegeben.

Wie Baureferent Helge Carl erläuterte, scheiterte die Verwirklichung des Rundwegs an der fehlenden Zustimmung der Grundstückseigentümer, die „Konflikte zwischen Freizeitdruck und Landwirtschaft“ befürchteten. Die Verwaltung prüfte deshalb 2017, ob ein Brückenschlag über den See als mögliche Lösung in Betracht gezogen werden könnte. Als verschiedene Varianten für die Querungshilfen kamen zum Beispiel Schwimmbrücke, Steg oder Hängebrücke infrage. Um eine verträgliche Aufwertung zu erreichen, sollten außerdem vorhandene Wege verbessert, beschildert, sowie Zugänge zum Wasser geschaffen werden.

Proteste gegen Vorhaben

Seitens der Anwohner in Hirschzell, der Landwirte, Jäger und Fischer regte sich allerdings deutlicher Widerstand gegen die Überlegungen zur Aufwertung: Diese befürchten durch die zu erwartenden Besucherströme nicht zuletzt eine Verschmutzung der Natur und die Zunahme des Verkehrs im Ort. Auch gelte es, den wertvollen Naturraum zu schützen – schließlich sei der Bärensee mit seiner idyllischen Landschaft ein Rückzugsort für zahlreiche schützenswerte Vogelarten, so Carl. Demenstprechend habe es eine „starke Mobilisierung von den Betroffenen“ gegeben, die sich dagegen gewehrt haben, „dass das Projekt in dieser Form verwirklicht wird“.

So erhielt die Verwaltung eine Liste mit 664 Unterschriften mit dem Titel „Hände weg vom Bärensee; keine Überquerung des Bärensees“. Daneben wurde das Projekt auch aus finanziellen Gründen nicht weiter verfolgt; allein die Überquerung hätte voraussichtlich mit Kosten in Höhe von drei Millionen Euro zu Buche geschlagen. Trotz der in Aussicht gestellten staatlichen Förderung in Höhe von 50 Prozent waren dem Stadtrat letztlich die Kosten zu hoch.

Generation KF eröffnet erneut Debatte

Um die Debatte um mögliche Entwicklungen des Naturraums lebendig zu halten, brachte die Generation KF in der Sitzung ihr Anliegen erneut zur Sprache, und betonte die Bedeutung des Bärensees für die Bürger der Stadt. Eine Aufwertung des Areals als attraktives Freizeitziel vor Ort sei laut Julia Bosse von der Generation KF ein „immenser Zugewinn an Naherholungsqualität für alle Bürger“. Gleichzeitig gelte es, die Belange des Naturschutzes und die der Bewohner zu berücksichtigen. Bosse schlug in diesem Zusammenhang beispielsweise regelmäßige Kontrollen und eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor. Sie regte an, zunächst die bestehende Infrastruktur, etwa durch Schilder und Sitzmöglichkeiten, aufzuwerten und den Brückenschlag zu einem späteren Zeitpunkt zu erwägen. So könne man „flexibel auf Entwicklungen reagieren“. Markus Holste (CSU) bezeichnete die Naherholung als „hohes Gut“, aber es gebe viele Widerstände, die das Vorhaben erschweren.

Eine Brücke sei zwar „nice to have, aber nicht um jeden Preis“, so die Ansicht Holstes. Auch Catrin Riedl (SPD) äußerte sich kritisch zu den Plänen, denn im Hinblick auf den Umweltschutz dürfe man die „sensibel entwickelten Bereiche nicht gefährden“, so Riedl. Es sei ein „wesentliches Ziel der Stadt, attraktive Naherholungsflächen zu schaffen“, sagte dazu Bürgermeister Oliver Schill (Grüne). Dadurch, dass es hier verschiedene Akteure mit eigenen Zielen gebe, sei jedoch eine Abwägung im Ringen um eine gemeinsame Lösung nötig: „Naherholung und Naturschutz gehen Hand in Hand.“

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