Marktoberdorf hat die zweite GPS-Prüfstation in Bayern

Geodätischer Referenzpunkt eröffnet

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An dieser Platte kann künftig Jedermann die Genauigkeit seines GPS-Gerätes überprüfen.

„Jeder bayerische Land- kreis wird in den nächsten zwei Jahren einen öffentlichen GPS-Referenzpunkt erhalten. Nach Gunzenhausen ist heute Marktoberdorf dran“, sagte Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer kürzlich anlässlich der Vorstellung des Geodätischen Referenzpunktes.

Die Welt ist von einem unsichtbaren Koordinatensystem überzogen, ohne welches das Leben in der modernen High-Tech Gesellschaft gar nicht möglich wäre. Wanderer, Auto- oder Fahrradfahrer nutzen GPS-Geräte als Navigationshilfe, zudem kann man damit Fotos oder Videos im Netz positionieren oder Smartphones orten. Mit den Geodätischen Referenzpunkten der Bayerischen Vermessungsverwaltung kann jedermann die Genauigkeit seines GPS-Geräts oder Smartphones prüfen.

Der erste Geodätische Referenzpunkt in Schwaben ist in eine cirka 30 mal 30 Zentimeter große Edelstahlplatte eingraviert und liegt an einem durchaus idyllischen Platz der Stadt: auf dem begehbaren Dach des Konzertsaals der Musikakademie nahe des ehemaligen Fürstbischöflichen Schlosses. Neben dem Referenzpunkt ist außerdem eine Hinweistafel angebracht, die über die entspre- chenden Einstellungen am GPS-Gerät und den Verlauf des Messvorgangs informiert. 

Mehr private Nutzung 

Bislang sind die weltweit bestehenden Referenzpunkte, allein rund 60.000 in Bayern, nur für Fachanwender nutzbar und meist unter der Erde verborgen. Öffentliche Referenzpunkte gibt es dagegen bisher in Deutschland nur an wenigen Orten wie etwa in Berlin und Stuttgart. Mittels der neuen öffentlichen Geodätischen Referenzpunkte der Bayerischen Vermessungsverwaltung können die Nutzer ihre GPS-Geräte und Smartphones nun künftig auf Genauigkeit prüfen. „Dies wird nicht nur Wanderern und Radfahrern helfen, sondern etwa auch Feldgeschworenen bei der Überprüfung ihrer technischen Ausrüstung. Auch die moderne Schnitzeljagd mit dem GPS-Gerät, das sogenannte ,Geocaching’, wird damit bereichert“, heißt es von offizieller Seite. Eltern würden dies heute mit ihren Kindern zu einem Erlebnis- oder Abenteuerspaziergang gerne nutzen. „Daher wird die Bayerische Vermessungsverwaltung in den kommenden Jahren flächendeckend öffentliche Geodätische Referenzpunkte errichten“, kündigt die Bayerische Vermessungsverwaltung an. 

Zur Freude der deutschlandweit rund 100.000 Geocacher ist der Referenzpunkt in Marktoberdorf übrigens zugleich auch ein Geocache – mehr wolle man derzeit von Behördenseite nicht verraten. 

Und so gestaltet sich die Überprüfung eines GPS-Geräts am Referenzpunkt: 

• Einstellen des GPS-Geräts auf das Bezugssystem WGS84 und des Koordinatensystems auf „Geographisch“ oder „UTM“ 

• Das GPS-Gerät auf den geodätischen Referenzpunkt legen und die Koordinaten bestimmen lassen 

• Vergleich der gemessenen Koordinaten mit den Koordinaten des Referenzpunkts Wie funktioniert eine vereinfachte Standortbestimmung mittels GPS? 

• Die GPS-Satelliten teilen dem GPS-Gerät ihre genaue Position und Uhrzeit mit 

• Aus diesen Werten errechnet das GPS-Gerät die Abstände zu den Satelliten 

• Damit ein GPS-Gerät die Position bestimmen kann, werden gleichzeitig mindestens vier erreichbare GPS-Satelliten benötigt 

• Das GPS-Gerät berechnet mittels mathematischer Formeln den Standort Modernes Datenportal Die Bayerische Vermessungsverwaltung biete bereits das zukunftsweisende Datenportal „BayernAtlas“ zur Darstellung und zum Abruf amtlicher Geobasisdaten an. Diesen kostenfreien Service nutzten nach Auskunft der Verwaltung mittlerweile rund 20.000 Aufrufer täglich. Der „BayernAtlas“ enthält über 70.000 Quadratkilometer in vier Dimensionen, rund 1.000 Landkarten mit 500.000 Kilometern Straßen und Wegen, fünf Millionen Megabyte an Luftbildern, 25.000 Karten aus zwei Jahrhunderten, alle acht Millionen Gebäude Bayerns in 3D und mehr als 102 zugängliche Karten von Fachbehörden. 

Weitere Informationen im Internet: www.vermessung.bayern.de. von Kreisbote

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