Geothermieprojekt in Mauerstetten geht weiter

Erste Phase genehmigt

+
Verlassen wirkt das Gelände der exorka GmbH nahe Mauerstetten. Doch das Geothermieprojekt soll jetzt mit Förderung des Bundesumweltministeriums wiederbelebt werden – zum Schrecken vieler Bürger.

Mauerstetten – Nach der Bürgerbeteiligung im Februar 2013, in deren Rahmen die genauen Pläne zur Nutzung von Geothermie vorgestellt wurden, wird es jetzt ernst auf dem Gelände der exorka-GmbH nahe Mauerstetten. Die Regierung von Oberbayern genehmigte die erste Phase des Forschungsprojekts.

Keinen durchschlagenden Erfolg hatte das Geothermieprojekt am Rand der Gemeinde Mauerstetten bislang: Die Bohrungen, die seit dem Jahr 2008 mit dem Ziel gestartet waren, ein Kraftwerk zur Stromgewinnung zu errichten, hatten zwar Wasser mit den nötigen Temperaturen, allerdings nicht in ausreichender Menge ergeben – zur Erleichterung vieler Bürger und Umweltaktivisten, die zum Teil hinter der Geothermiebohrung das gefürchtete „Fracking“ vermuten. Nun gibt es aber eine neue Entwicklung: Das Bergamt Südbayern hat die erste Phase des „Hauptbetriebsplans zur Durchführung von Forschungsarbeiten“ der Geysir Europe GmbH aus München genehmigt und damit die Maßnahmen, die bereits im vergangenen Jahr den Bürgern vorgestellt worden waren. 

In den kommenden zwölf Monaten werden die hydraulischen Tests durchgeführt. Schon zum 31. Juli 2014 hat das Bergamt Südbayern der Regierung von Oberbayern den Hauptbetriebsplan der Geysir Europe GmbH zur Durchführung der ersten Phase des Forschungsvorhabens an der Geo- thermiebohrung „Mauerstetten GT 1a“ zugelassen. Nun gab die Pressestelle dies offiziell bekannt. Zur Erinnerung: In den Jahren 2007 bis 2009 wurde die Geothermiebohrung „abgeteuft“, dies bedeutet, dass der Schacht in rund 4000 Meter Tiefe gebaut wurde. 

Bei den Bohrungen sei man laut Bergbauamt zwar auf „Wasser mit ausreichenden Temperaturen, allerdings nicht in der erwarteten Menge“ gestoßen. Nun sollen Möglichkeiten erforscht werden, um aus der bestehenden Bohrung ein erfolgreiches Geothermieprojekt zu entwickeln. Das Vorhaben wird gefördert vom Bundesumweltministerium (BMU) und wissenschaftlich begleitet von der TU Bergakademie Freiberg, dem Geoforschungszentrum Potsdam und der Universität Stuttgart. Die nun genehmigte Phase ist bis 31. August 2015 befristet und umfasst laut Bergbauamt eine Reihe hydraulischer Tests, mit deren Hilfe der Zufluss von Wasser zur Bohrung gesteigert werden soll. 

Die beabsichtigte Stimulation werde in dieser Form bei Geothermiebohrungen und Thermalwasserbrunnen zu Heil- zwecken „regelmäßig angewandt“, betont das Bergbauamt, zudem seien im Rahmen der Genehmigung mögliche Beeinträchtigungen des Grundwassers „intensiv geprüft und ausgeschlossen“ worden. Damit nimmt die Behörde nicht zuletzt Bezug auf die rund 20 Einwendungen, die von Bürgern nach dem Beteiligungsverfahren und einer Infoveranstaltung Anfang 2013 eingereicht worden waren. Kritikpunkte waren insbesondere mögliche Lärmemissionen, das Freisetzen von Gasen und die Gefahr von Erdbeben. Der Arbeitskreis „Agenda 21 Klimaschutz Kaufbeuren“ vermutet hinter dem Begriff „Geothermiebohrung“ in diesem Fall zudem das umstrittene „Fracking“ (von englisch „hydraulic fracturing“, zu deutsch „aufbrechen“), über welches sich Umweltminister Marcel Huber noch Anfang August ablehnend geäußert hatte. Auch die Gemeinde selbst distanziert sich auf ihrer offiziellen Homepage von dem Projekt. Die Regierung von Oberbayern hält dagegen: Die beteiligten Behörden und Träger öffentlicher Belange, das heißt das Bayerisches Landesamt für Umwelt, das Wasserwirtschaftsamt Kempten, das Landratsamt Ostallgäu sowie die Gemeinde Mauerstetten, die Stadt Kaufbeuren und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hätten sich intensiv mit dem Projekt auseinandergesetzt. 

Es gebe „keine fachlichen Aspekte“ , die „eine Ablehnung des Antrags hätten begründen können“. Auflagen, zum Beispiel die Begrenzung der Drücke auf 314 Bar, sollen für Sicherheit sorgen. Der Sprecher des Arbeitskreises Agenda 21 Klimaschutz aus Kaufbeuren ist da anderer Meinung: Ihn stört unter anderem, dass „die Betreiber wieder versuchen, die gewählte Methodik nicht als ,Fracking’ zu bezeichnen“. 

Der Bescheid der Regierung kann eingesehen werden bei der Gemeinde Mauerstetten sowie bei der Stadt Kaufbeuren und unter www.regierung.oberbayern.bayern.de. von Michaela Frisch

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Silikon entzündet sich
Silikon entzündet sich
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental

Kommentare