Bau der Leitung könnte Fendt Erweiterungsmöglichkeiten verbauen

Neue Hochspannungsleitung

+
Die betroffene Hochspannungsleitung verläuft direkt über dem Firmengelände von AGCO-Fendt (auf dem Foto ist die Fendt-Teststrecke zu sehen).

Marktoberdorf – Die Hochspannungsleitungen von Biessenhofen nach Marktoberdorf müssen aus Altersgründen erneuert werden.

Sollte der Neubau der Stromleitungen allerdings so durchgeführt werden, wie derzeit im entsprechenden Planfeststellungsverfahren vorgesehen, wird der Firma AGCO Fendt langfristig keine bauliche Erweiterung ihrer Firmengebäude mehr möglich sein, da die Leitungen direkt über dem Areal der Firma AGCO Fendt verlaufen. 

Die bestehenden Hochspannungsleitungen von Biessenhofen nach Marktoberdorf aus den Jahren 1957 und 1966 seien laut Stadtbaumeister Peter Münsch „am Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer und ihrer Leistungskapazität angekommen“ und müssten daher erneuert werden. Derzeit ist im Planfeststellungsverfahren zur Erneuerung der 100 kV-Leitungen vorgesehen, die neuen Anlagen auf der alten Trasse an gleicher Stelle zu führen. 

Problematisch sei, dass die Trasse, so wie sie derzeit verlaufe, eine mögliche Erweiterung des Industriegeländes der Firma AGCO Fendt beträfe, so Münsch. Für zukünftige Erweiterungen müsse laut Auskunft des Unternehmens eine Unterbauhöhe von mindestens 15 Metern erreicht werden. Die derzeit vorgesehene Unterbauhöhe mit einer Höhe von nur 8,5 Metern sei daher zu gering und würde jegliche bauliche Möglichkeiten für die Firma Fendt auf der einzigen verfügbaren Erweiterungsfläche „langfristig ausschließen“, erläuterte Münsch die Problematik. 

Die Stadt Marktoberdorf steht daher in engem Kontakt mit dem Betreiber der Leitungen, LEW, sowie der Regierung von Schwaben und habe bereits Alternativen vorgeschlagen. Diese seien eine um das Areal herumführende Erdverkabelung beziehungsweise eine Erhöhung der Masten um die entsprechende Höhe vorgeschlagen. Diese würden laut Information von Stadtbaumeister Ralf Baur derzeit von LEW geprüft. 

Die Bauweise der Leitungen sei unter Umständen zukunftsentscheidend für den Standort Marktoberdorf, so Hell. Angestrebt werde daher eine „Lösung, die Erweiterungsmöglichkeiten für die Firma zulässt“. Das Planfeststellungsverfahren liegt noch bis zum 2. Januar zur Einsichtnahme für die Allgemeinheit aus. Bis zum 16. Januar können noch Stellungnahmen und Anregungen von der Bevölkerung und der Stadt Marktoberdorf abgegeben werden. 

Aus diesem Grund hat der Stadtentwicklungs-, Wirtschafts-, Tourismus- und Umweltausschuss Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in einem einstimmigen Beschluss ermächtigt, in einer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren „die Belange der Stadt Marktoberdorf geltend zu machen“. von Sabrina Hartmann

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Mauerreste entdeckt
Mauerreste entdeckt
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Razzia gegen "Reichsbürger"
Razzia gegen "Reichsbürger"

Kommentare