Geplanter Bahnhalt: OB Bosse im Gespräch mit Anwohnern im Haken

Sorgen sind nachvollziehbar

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Ein Bahnhalt soll bis zum Jahr 2022 im Haken entstehen. Anwohner baten OB Stefan Bosse jüngst um ein Gespräch, in dem sie ihre Bedenken äußerten und Alternativen aufzeigten.

Kaufbeuren – Viele Anwohner haben Vorbehalte gegenüber dem geplanten Bahnhalt im Haken. Sie befürchten unter anderem Lärmbelästigungen. Oberbürgermeister Stefan Bosse hörte sich vergangene Woche vor Ort die Sorgen und auch Alternativvorschläge der Bürger an. Für Bosse war es ein gewinnbringendes und konstruktives Gespräch, sagte er dem Kreisbote im Nachgang.

Zehn Vertreter der Anwohnerschaft übergaben ihm bei dem Ortstermin eine Unterschriftenliste gegen die Pläne an der Buronstraße. Vor allem Bewohner der benachbarten Marienburger Straße östlich der Bahnlinie haben Sorgen. Die Gärten und Häuser liegen etwa 1,40 Meter unterhalb des Niveaus der Bahngleise. Ein barrierefreier Bahnhalt würde nochmals 80 Zentimeter darüber liegen, was zur Folge hätte, dass ein 1,60 Meter großer Mensch auf dem Bahnsteig von einer Höhe von 3,80 Meter in die Gärten hinunter schauen könnte. „Klar beschäftigt das die Menschen“, zeigte Bosse Verständnis für die Befürchtungen. Sichtschutzwände könnten hier Abhilfe schaffen.

Die Anwohner sind daran gewöhnt, dass Züge momentan drei Sekunden brauchen um durchzufahren. Nun glauben sie, dass der Lärmpegel bei einem Bahnhalt mit stoppenden und wieder anfahrenden Zügen steige. Dies seien laut Bosse Themen, die mit der Genehmigungsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt, abgeklärt werden müssten.

Alternativvorschläge der Anwohner

Zu den bis Ende 2022 geplanten Bahnsteigen an der Buronstraße schlugen die Anwohner Bosse zwei Alternativen vor. Erstere empfiehlt, den Bahnstopp Richtung Leinau auf Höhe der Kolberger Unterführung zu verlegen. In der dortigen Nachbarschaft befinden sich Gewerbebetriebe, ein Spielplatz und ein Neubaugebiet. Bosse sagte zu, man werde sich diese Variante anschauen, gab aber auch zu bedenken, dass keine Park&Ride-Parkplätze vorgesehen sind. Je weiter sich der Bahnhalt nach draußen verlagere, desto weniger attraktiv sei der Bahnhalt nämlich für die Bahn und auch für Reisende, die ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen sollen.

Eine weitere vorgeschlagene Alternative der Anwohner besteht darin, den Bahnhalt an der Neugablonzer Straße/Buronstraße beim städtischen Bauhof zu errichten. Ansonsten ist der Bereich unbebaut, es würde also niemand beeinträchtigt. Positiv sieht Bosse bei diesem Vorschlag auch, dass die Grundstücke beidseitig verfügbar wären, was an anderen Stellen nicht der Fall sei. Man müsse abklären, ob dort auch so viele Menschen leben, die den Bahnhalt nutzen würden und ob er für die Bahn attraktiv wäre. In die Überlegungen ebenfalls mit einzubeziehen wäre der Höhenverlauf an der Strecke.

Letztlich hat die Bahn bei dem Projekt das Sagen, baut die Bahnsteige und Zugänge, die bisher von der Kolberger Straße aus vorgesehen sind. Mit ihr müsse die Stadt über eine mögliche Verschiebung des Bahnhalts diskutieren.

von Martina Staudinger

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