Ernst Holys Projekt nimmt Formen an: Pläne für Erinnerungswand stehen

Höhen und Tiefen des ESVK

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Schon seit fast anderthalb Jahren sammelt Holy Material, Fakten und Anekdoten.

Kaufbeuren – An die Geschichte des Kaufbeurer Traditionsvereins ESVK und des vorhergehenden Schlittschuhvereins erinnern – dieses Ziel verfolgt Bürger- meister Ernst Holy seit nunmehr fast anderthalb Jahren.

Die Stunden für Recherche, Gespräche und Planungen hat er längst aufgehört zu zählen. Doch die Arbeit hat sich gelohnt, denn die Pläne der von ihm initiierten Erinnerungswand für den ESVK stehen, das Konzept ist final gereift und die Exponate aufgearbeitet. 

Eigentlich könnte man jetzt in die Umsetzung des Projektes gehen, doch Holy und die Sponsoren haben sich entschieden, zu warten. Und zwar auf den Stadion-Neubau. 

Wenn Holy von seinem Projekt erzählt, kommt er ins Schwärmen. So viele Kaufbeurer hätten sich damals nach dem öffentlichen Aufruf (wir berichteten) bei ihm gemeldet und historisch relevantes über den ESVK berichtet oder Materialien beigesteuert. Der bei ihm aufgelaufene Fundus reiche im Grunde für viel mehr, als das, was letztlich an der Erinnerungswand abgebildet werden kann, so Holy. 

Doch keine Angst, das übrige Material verschwindet nicht wieder in der Versenkung, sondern soll chronologisch im Stadtarchiv erfasst werden, verspricht der Bürgermeister. Vor allem auch mit Blick auf die lange Historie des Vereins sei es nach der Sichtung des Materials schwierig gewesen einen Weg für eine Präsentation zu finden, „der ansprechend aber nicht von Zahlen überfrachtet ist“. 

„Wir haben lange überlegt und letztlich in Zusammenarbeit mit dem Architekten Erich Hackel (Anm. d. Red.: war auch bei der Gestaltung des neuen Stadtmuseums beteiligt) eine Möglichkeit gefunden, die Geschich- te des ESVK so abzubilden, dass sie für jedermann interessant und informativ ist“, so Holy im Gespräch mit unserer Zeitung. 

In der 40 Zentimeter tiefen, 2,4 Meter hohen und 4,2 Meter langen Vitrine, die von der Form her einer Eishockeyfläche gleicht, sollen verschiedene Themen behandelt werden. Eine wird unter anderem „Vom Eisweiher zur Eissporthalle“ lauten. 

Neben historischen Fotos und Belegen werden hier auch Sachen zum Schmunzeln aufgezeigt. So unter anderem ein Pachtvertrag zwischen der Stadt Kaufbeuren und dem ESVK, der noch eine Benutzungsgebühr der Eisfläche für Erwachsene von 20 Pfennigen und für Kinder von 10 Pfennigen aufweist. Der Pachtzins habe damals zehn Prozent der Roheinnahmen betragen – ein weiterer Verweis zeigt aber, dass er „meistens nicht bezahlt“ wurde. 

Darüber hinaus wird der ESVK in Zahlen beleuchtet. So ist eine Kopie der Originalurkunde der Gründung eines Schlittschuhclubs aus dem Jahre 1878 zu sehen. Auch die erste Gründung des ESV Kaufbeuren als Verein wurde in der damaligen „Kaufbeurer Volkszeitung“ aus dem Jahre 1929 dokumentiert, ferner die Auflösung des Vereins 1935 sowie die Wiedergründung des ESVK 1946 in der „Zunftsstube“ im Gasthof Engel (heutige C&A-Gebäude). „Der Verein bestand aus acht Vorständen, zwölf Mitgliedern, davon fünf Frauen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Georg Leitner jun. gewählt“, erklärte Ernst Holy. 

Kurioses, Höhen & Tiefen 

Auch Kurioses wird sich in der Erinnerungswand widerspiegeln. So zum Beispiel die höchste Niederlage des ESVK aus dem Jahre 1960. In der höchsten Eishockeyliga verlor der ESVK gegen Tölz 0:28. „Der Grund: aus Protest über die Ansetzung mehrerer Spiele in nur wenigen Tagen, hatte der ESVK einfach nicht gespielt und die Spieler nur auf der Spielfläche gestanden“, erzählt Holy aus seinen Recherchen. 

Aber auch die Höhen und Tiefen des Vereins werden ansprechend aufgearbeitet und beleuchtet. Wann die Erinnerungswand für die Fans zu sehen sein wird, hängt jetzt von der Entscheidung über das neue Eisstadion ab, so der Bürgermeister abschließend. von Kai Lorenz

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