Stressresistente und konzentrierte Schüler

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23 Lehrer aus Germaringen und Umgebung erhielten an Deutschlands erster LifeKinetik-Mittelschule in Germaringen eine Ausbildung zum „Schul- und Kita-Coach“. Nur zehn Minuten Training täglich mit den Schülern soll helfen, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Germaringen – Als erste Mittelschule in Deutschland darf sich die Mittelschule Germaringen als „LifeKinetik-Mittelschule“ bezeichnen. 16 eigene Lehrer und Lehrerinnen, sowie sieben Teilnehmer anderer Schulen erhielten an der Schule eine dreitägige Ausbildung zum „Schul- und Kita-Coach“ und können das Training nun in ihrem Bereich anwenden.

Marié Niino, ausgebildete Master Trainerin, erläuterte: „LifeKinetik ist Training für den Körper plus Gehirnjogging plus Wahrnehmung plus Bewegung plus Spaß“. Seit 2007 gebe es das Programm, das der deutsche Diplomsportlehrer Horst Lutz nach Ideen aus den USA und Japan entwickelt habe. Ungewohnte Geschicklichkeitsübungen und Jonglagen mit verschiedenen Bällen und Materialien sollen die Wahrnehmung verbessern und bei den Schülern neue Synapsen, also Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen, bilden. Das wirke emotional stressreduzierend und verbessere die Konzentration und die Aufmerksamkeit. „Insgesamt ist man dadurch produktiver und man macht weniger Fehler“, erklärte Niino. Koordinative Übungen würden die Hirnentwicklung bei Kindern sehr positiv beeinflussen, aber auch vorhandene Verbindungen zwischen Nervenzellen bis ins hohe Alter stärken. Und es fördere das Selbstbewusstsein.

Das hatte auch Lehrer Thomas Fochler erkannt, als er bereits 2009 von einem Dozenten über LifeKinetik hörte. Der berichtete: „Jeden Tag nur fünf Minuten Training bei den Kindern, führt bei einer siebten Klasse zu einer positiven Entwicklung bei den Schülern, auch nach Meinung der Eltern“.

LifeKinetik werde auch von Hochleistungssportlern betrieben, um die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit zu verbessern und damit die Handlungsschnelligkeit zu steigern. „Was für Spitzensportler gut ist, kann auch den Lehrern und Schülern nicht schaden“, meinte Fochler und machte sich auf die Suche nach Unterstützung für ein neues Schulprojekt. „Lehrer sind dabei natürlich wichtige Multiplikatoren.“

Nun kam das Training mit Unterstützung der Betriebskrankenkasse BKK ProVita mit Sitz in München zustande. Manfred Nigst, Leiter der Geschäftsstelle in Waltenhofen, erklärte: „Die BKK ProVita erweitert konsequent das Leistungsangebot einer gesetzlichen Krankenkasse um ganzheitlich ausgerichtete Angebote wie Homöopathie und Osteopathie. Da passt das Angebot von LifeKinetik hervorragend dazu“.

So wird nun bei Fochler im Unterricht auch LifeKinetik gelehrt: „Ich werde es mit meinen Schülern jeden Tag für zehn Minuten machen. Fehler machen ist dabei ausdrücklich erlaubt“.

Eine Übung besteht darin, dem Gegenüber einen Ball zuzuwerfen und ihm gleichzeitig anzusagen, mit welcher Hand er den Ball fangen soll. Außerdem soll dieser während des Fangens gleichzeitig mit dem gegengleichen Bein einen Schritt nach vorne machen. Das heißt, wenn der Werfer „links“ sage, muss der Fangende mit der linken Hand fangen und gleichzeitig das rechte Bein einen Schritt nach vorne stellen. Beim Training der Lehrer in der Schulturnhalle gab es jedenfalls viel Spaß und strahlende Gesichter.

von Wolfgang Krusche

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