Eisstadion: Stadt spricht mit Investoren und beschließt Raumprogramm

Planungen schreiten voran

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An das Referenzprojekt Weißwasser (Foto) wird das neue Kaufbeurer Eisstadion nach aktuellem Kenntnisstand wohl nicht heranreichen.

Kaufbeuren – In der derzeitigen Planungsphase für das neue Kaufbeurer Eisstadion lotet die Stadt weiter alle Möglichkeiten aus, um die neue Arena möglichst wirtschaftlich, rasch und nutzerfreundlich zu realisieren. Dazu gehören auch Gespräche mit möglichen Geldgebern.

Zuletzt setzten sich Markus Pferner, Finanzreferent und Vorstand des neu gegründeten KU Eisstadion, Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak, OB Stefan Bosse und Baureferent Helge Carl mit drei Vertretern der Ed. Züblin AG zusammen, um Möglichkeiten einer Beteiligung an dem Projekt zu beleuchten. 

Mit am Tisch bei dem rund zweistündigen Austausch saßen außerdem FDP-Stadtrat Johannes Espermüller, Vermittler Claus Uwe Lehmann sowie vom ESVK-Vorstand Karl-Heinz Kielhorn und Franz Assner. Interesse hat Züblin an dem Projekt, weil man sich an zukünftigen Ausschreibungen beteiligen könnte. 

Gespräche der Stadt mit Investoren 

„Die Ed. Züblin AG hat Interesse an dem Projekt und daher mit den Vertretern der Stadt Kaufbeuren einen ersten Gedankenaustausch zum Status des Projekts sowie zu den Möglichkeiten einer Umsetzung geführt“, heißt es von Seite des Unternehmens, das mit rund 14.000 Mitarbeitern zu den Schwergewichten unter den europäischen Baukonzernen zählt. „Unser Konzern verfügt über umfangreiche Erfahrungen in Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb derartiger Gebäude mit zahlreichen Referenzen“, so Pressesprecherin Birgit Kümmel. Weitere Gespräche seien bisher nicht vereinbart, das weitere Vorgehen hänge von der Stadt ab. 

Stadtrat Espermüller, der sich bereits in der Vergangenheit für die erneute Prüfung möglicher Investoren-Beteiligungen stark gemacht hat, fand im Rahmen des Gesprächs vor allem auch eine mögliche sogenannte „Mantelnutzung“ interessant, die helfen könnte, zusätzliche Einnahmen aus dem Stadion zu generieren. Gedankenspiele wären hier zum Beispiel zusätzliche Gastronomie, eine Sauna, ein Fitness-Studio oder Ähnliches. 

„Möglich wäre dies im Rahmen eines ÖPP, aber auch unabhängig vom eigentlichen Stadionneubau durch das KU“, so Espermüller. Er hält es für sinnvoll, eine Ausschreibung für ein ÖPP parallel zur aktuellen Planung mit einem KU laufen zu lassen. „Dies würde zwar zusätzliche Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen, aber bei diesem Millionenprojekt einen direkten Vergleich ermöglichen, ob ÖPP oder KU die bessere Lösung ist“, so Espermüller. 

Die Stadtspitze hält indes weiter den Bau durch das KU für die beste und wirtschaftlichste Lösung. Baureferent Carl betonte nach dem Gespräch mit Züblin, der Austausch sei zwar durchaus interessant gewesen, habe aber aus Sicht der Verwaltung „keine neuen Erkenntnisse gebracht“. eine Mantelbebauung hält er nur im Rahmen eines ÖPP für sinnvoll. Eine Ausschreibung des Stadionneubaus als ÖPP-Projekt sei aber weiter nicht geplant.

 Carl gegenüber dem Kreisbote: „Wir freuen uns aber, wenn mögliche Investoren Interesse an Kaufbeuren haben und auf uns zugehen. Es ist immer gut, Kontakte zu knüpfen, neue Ideen anzuhören. Zudem werden ja ab Anfang 2016 die Bauleistungen ausgeschrieben, hier hätte auch eine Firma Züblin die Möglichkeit sich als Bewerber zu beteiligen“. 

Schon im Vorfeld des Bürgerentscheids hatte die Stadt Gespräche mit möglichen Investoren beziehungsweise möglichen Baupartnern. Dazu gehört die Firma „Isarkies, auch diese ein Schwergewicht in Sachen Bau und Realisierung. Laut Sprecher Anton Meierlohr könnte man sich auch hier grundsätzlich vorstellen, sich am Stadionneubau zu beteiligen – in welcher Form auch immer. „Bei einer Ausschreibung ist es immer von Vorteil, möglichst viele Bewerbungen zu bekommen“, so Carl dazu. 

Kompromisse beim Raumprogramm 

Gleichzeitig schreitet die Stadt mit den konkreten Planungen zum Stadion selbst weiter voran. In nichtöffentlicher Sitzung wurde am Dienstag im Bauausschuss ein Kompromiss gefunden zwischen Vorgaben der DEL 2, DIN-Normen, finanziellen Möglichkeiten der Stadt und dem, was von Seiten des ESVK nötig beziehungsweise gewünscht ist. 

Vorgelegt wird dem Verwaltungsausschuss des KU nun ein Raumprogramm für ein Stadion mit 3.100 Plätzen vorzulegen. 1.000 davon sollen Sitzplätze sein, deren Zahl damit nach den Wünschen des ESVK aufgestockt wurde. Ein Teil der Plätze soll variabel gestaltet werden, so dass bei Spitzenspielen die Gesamtkapazität auf 3.500 Zuschauer erweitert werden kann. Ursprünglich hatte der Verein zudem vorgeschlagen, 600 Quadratmeter Gesamtfläche mehr einzuplanen als die DIN-Norm vorgibt. 

Im Raumprogramm enthalten sind nun 300 Quadratmeter mehr mit einem Gegenwert von, so Carl, etwa einer Million Euro. Diese Berechnung fußt laut dem Baureferent derzeit allerdings ausschließlich auf Durchschnittswerten. „Genaueres zu den Kosten wissen wir erst, wenn im Zuge der Bauvergaben auch die Kostenplanungen vorliegen“. Geben wird es auf jeden Fall mehr und größere Umkleiden sowie eine stärkere Fokussierung auf den Nachwuchs. 

Den Standard des Referenzprojektes Eisstadions Weißwasser (Sachsen) werde man aber wohl im Rahmen des derzeit veranschlagten Budgets nicht erreichen können. „Das Stadion in Weißwasser war günstiger, aber größer, da die Baukosten in der Lausitz rund 25 Prozent unter denen in unserer Region liegen“, erklärt Carl. 

Sollte es im Rahmen der Planungen nötig sein, zur Kostenreduzierung noch Einschnitte in der geplanten Ausstattung des Stadions vorzunehmen, habe man hier keinen großen Spielraum mehr „ohne Einschränkungen in der Funktionalität zu schaffen“. 

Hier werde es mehr Klarheit geben, wenn im Sommer der Vorentwurf steht. Geprüft würden nun erst eine mögliche Multifunktionalität oder ein möglicher Kälte-Wärmeverbund mit dem Hallenbad. „Man muss uns jetzt mal ein paar Monate arbeiten lassen, dann sind wir schon wieder ein Stück voran“, so Carl.

von Michaela Frisch

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